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Die Pläne sind verworfen: Flugplatz: Ausbau ist vom Tisch

VON FRANK KIRSCHSTEIN - zuletzt aktualisiert: 18.12.2009 - 21:46

Die Pläne sind verworfen (NGZO). Ein bisschen Flugschule, ein paar Hobby-Piloten und manchmal kleinere Business-Flieger – in Mönchengladbach bleibt es dabei. Der Flughafen Düsseldorf International, Mehrheitsgesellschafter beim Nachbar-Flugplatz "MGL", gibt Pläne für den Bau einer längeren Start- und Landebahn auf.

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Mehrheit in D'dorf

Die Flughafen Düsseldorf GmbH hält genau 70,03 Prozent der Anteile am Verkehrslandeplatz Mönchengladbach. 29,964 Prozent sind im Besitz der NVV Niederrheinischen Versorgung und Verkehr AG, 0,006 Prozent hält die Stadt Willich.

Korschenbroich Von einem Flughafen war immer nur in der Stadt Mönchengladbach die Rede, die Nachbarstädte blieben demonstrativ bei der offiziellen Bezeichnung: "Verkehrslandeplatz". Angst vor Lärm und Abstürzen in einem Luftraum mit Kreuzungsverkehr nach Düsseldorf trieben die Bürger zu hunderten auf die Barrikaden und ließen Bürgerinitiativen wachsen. Klagen und Proteste begleiteten Jahrzehnte die Ausbaupläne für den Flugplatz mit der Kennung "MGL". Seit gestern steht fest: Aus den Plänen wird nichts.

Die Flughafen Düsseldorf GmbH, Mehrheitsgesellschafter beim Flugplatz in Mönchengladbach, kündigte an, dass sie Pläne für einen Ausbau der Start- und Landebahn nicht weiter verfolgen wird. Gleichzeitig kündigte sie mit Wirkung zum 31. Dezember 2010 ihren Kooperationsvertrag mit der NVV Niederrheinische Versorgung und Verkehr AG, der Stadt Willich und der Flughafengesellschaft Mönchengladbach (FMG).

Zwar will sich der Düsseldorfer Airport auch künftig in "MGL" engagieren, allerdings auf weitaus niedrigerem Niveau. "Es ist unsere Absicht, mit den Gesellschaftern ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell für Mönchengladbach zu entwickeln, um den dort ansässigen Fluggesellschaften, Flugschulen und Unternehmen weiterhin die notwendige Basis für ihre Geschäfte zu bieten", sagt Christoph Blume, Aufsichtsratsvorsitzender der FMG und Sprecher der Flughafengeschäftsführung in der Landeshauptstadt. Zur Begründung des Ausstiegs aus den Ausbauplänen, die – je nach Variante – Charter-Flugverkehr mit größeren Düsenjets oder Business-Flugbetrieb in großem Stil vorsahen, verwies Blume vor allem auf die schlechten Wirtschaftsdaten von "MGL": Nach hohen Defiziten in der Vergangenheit, rechneten Prognosen auch für die Zukunft mit "nachhaltigen Verlusten".

Als weiteres Argument gegen mehr Flugverkehr in Mönchengladbach führt Blume ein Gutachten der Deutschen Flugsicherung an. Danach hätten mehr Starts und Landungen in "MGL" zur Folge, dass die Kapazität des Airports Düsseldorf International eingeschränkt würde. Der Grund: Sicherheitsbedenken. Die Anflugsektoren beider Flugplätze kreuzen sich. Einschränkungen in der Landeshauptstadt jedoch sind für den Flughafen dort schlicht "nicht akzeptierbar".

Bei allem Jubel über die Entscheidung des Flughafens Düsseldorf fassen sich die Gegner der längeren Start- und Landebahn in Mönchengladbach angesichts der Begründung an den Kopf: "Das sind genau unsere Argumente – und das schon seit 20 Jahren", sagt Martin Rothe, Vorsitzender der Bürgerinitiative "Airpeace".

Unwirtschaftlichkeit und Kreuzungsverkehr mit Düsseldorf, das waren auch 2005 bei einer mehrtägigen Anhörung im Planfeststellungsverfahren die stärksten Argumente der Ausbau-Gegner. Damals allerdings wurden diese seitens des Flughafens und auch der Flugsicherung noch bestritten. Kein Wunder, dass die Initiativen gestern jubelten: "Wir haben Recht gehabt!", auch Christoph Lange, Vorsitzender der Bürger gegen Fluglärm aus Meerbusch, sieht sich bestätigt.

Friedhelm Kirchhartz, Vorstandsvorsitzender der NVV, hingegen sieht eine Chance vertan: "Ich bedauere diese Entscheidung sehr, da damit für Mönchengladbach und die Region eine große Entwicklungschance nicht realisiert werden kann."

Die Gegner der Ausbau-Pläne wiederum bezweifeln, dass ein größerer Flughafen "MGL" eine "Job-Maschine" geworden wäre. Christoph Lange: "In Mönchengladbach hätte sich – bis auf Brötchenschmierer und Flugzeug-Aussauger – kein einziges Unternehmen niedergelassen, weil Billigflüge nach Mallorca angeboten werden."

Quelle: RP

 
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