Gedenkstunde am Volkstrauertag (NGZ). Die Erinnerung daran, dass Machtgier und Fanatismus, Krieg und Gewalt Furchtbares anrichten, ist aktueller denn je. Diese Meinung vertrat Bürgermeister Heinz Josef Dick Sonntagmorgen anlässlich des Volkstrauertags am Liedberger Ehrenmal.
In einer von Pfarrer Thomas Wieners, Feuerwehr und Männergesangverein mitgestalteten Gedenkstunde kam der Korschenbroicher Rathauschef zu dem Schluss, dass die Menschheit trotz der Opfer beider Weltkriege noch nicht dazu gelernt hat. „Wir schauen hin und vergessen wieder.
Oder wissen Sie etwa, wie viele blutige Bürgerkriege zurzeit in Afrika wüten?“, fragte Dick sein überaus zahlreich erschienenes Publikum, das nach einem Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche St. Georg gekommen war. Der Volkstrauertag solle für alle Menschen von großer Bedeutung sein. „Für die Älteren bietet er Gelegenheit, gemeinsam und öffentlich um ihre Verwandten und Freunde zu trauern. Für die später Geborenen ist er Mahnung zum Frieden“, sagte der Bürgermeister.
Sein Eindruck: „In Deutschland können wir dankbar sein. Wir haben das Glück, dass seit fast 60 Jahren Frieden herrscht.“ Bei aller Kritik an der Europäischen Union zeige dieser Zusammenschluss, dass eine Verständigung zwischen den Völkern möglich ist, auch wenn man nicht immer der selben Meinung sei. Trotzdem: „Bei uns herrscht kein Krieg, aber Hass und Intoleranz gibt es auch hier. Wenn wir wenigstens friedlich umgehen mit dem Nachbarn, dem Kollegen und auch mit dem Fremden - dann ist schon viel erreicht
Wir wollen dieser Hoffnung Ausdruck verleihen“, betonte Dick. Er zitierte Papst Johannes Paul II.. „Nein zum Krieg! Er ist nie ein unabwendbares Schicksal! Er ist immer eine Niederlage der Menschen“, hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche gesagt. „Vielleicht wird diese Mahnung zur Lebensmaxime für alle Menschen - damit der Traum von Frieden zwischen den Völkern Wirklichkeit werden kann“, so der Redner. Der Mensch habe nur ein Leben, und vielleicht rufe diese banale Feststellung im allgemeinen Bewusstsein eines Tages die richtigen Schlüsse hervor.
Dick legte einen Kranz nieder im Gedenken an die Gefallenen der Kriege, die auf der Flucht oder in der Gefangenschaft Getöteten sowie die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung. Sein Fazit war unmissverständlich: „Leben wir von der Hoffnung auf Versöhnung zwischen den Menschen und Völkern und den Frieden zu Hause und in der Welt.“ Die Gedenkfeier in Liedberg war nicht die einzige ihrer Art im Stadtgebiet.
Freitagabend beziehungsweise Samstagabend hatten sich bereits etliche Bürger in Steinforth-Rubbelrath und Glehn zusammengefunden, um dem Volkstrauertag im Vorfeld einen würdigen Rahmen zu verleihen. Sonntag zogen nach Gottesdiensten in den Pfarrkirchen St. Andreas und St. Dionysius viele Korschenbroicher und Kleinenbroicher zu den Ehrenmalen ihrer Orte. Mitglieder der Feuerwehr baten bei allen Veranstaltungen um Spenden zu Gunsten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. tz.
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