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Korschenbroich: Geburtstagsfeier für Schloss-Kapelle

VON RUTH WIEDNER - zuletzt aktualisiert: 02.08.2007 - 21:47

Korschenbroich (NGZ). Liedberg Das malerische Liedberg, bekannt für seine engen Gassen und seine gepflegten, denkmalgeschützten Häuser, rückt am 23. September wieder ins Blickfeld der Öffentlichkeit.

 Foto: Michael Reuter
Foto: Michael Reuter

 Dann steht mit der 300-Jahr-Feier der Schloss-Kapelle eine Großveranstaltung auf dem Zeitplan der Pfarre St. Georg und des örtlichen Heimatvereins.

Der Verein, allen voran sein Vorsitzender Leo Strerath, hat immer einen Blick auf die kleine Kapelle, die am Ende der Schloss-Straße für Spaziergänger und Besucher zu finden ist.

Das Gemäuer, das nur zu speziellen Anlässen dem Besucher Eintritt gewährt, blickt auf eine wechselvolle Vergangenheit zurück. „Und genau diese wollen wir den Anwesenden an dem Festtag in vielen Facetten in Erinnerung rufen“, freut sich Lorenz Meyer auf die Gemeinschaftsveranstaltung von Pfarrgemeinderat und Heimatverein.

Info
Einsturzgefahr

Da die Kapelle nach 1915 nicht mehr für Gottesdienste gebraucht wurde, ging dIe Einrichtung in die Eifel. Das Gebäude war ungenutzt. Nach einem Bombenangriff auf Rheydt diente es als Lager für Notsärge. Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzte der Turnverein es für Übungsstunden. In dem vernachlässigten Gebäude bestand 1955 akute Einsturzgefahr.

Meyer, im Heimatverein für die Arbeitsgruppe „Historisches Liedberg“ zuständig, hat dann auch schon die wichtigsten Daten zusammengetragen.

„Was die meisten gar nicht wissen, die Schloss-Kapelle war 208 Jahre lang das Zentrum des religiösen Lebens und diente den Liedbergern sogar 53 Jahre als Pfarrkirche.“

Dies erklärt auch, warum viele von der „Alten Kirche“, andere Ortsbewohner wiederum von der Schloss-Kapelle sprechen.

„Beide Bezeichnungen haben ihre Berechtigung“, weiß Lorenz Meyer, der bei genauer Recherche sogar auf fünf unterschiedliche Nennungen gestoßen ist.

Zunächst war es die Burgkapelle, es folgte die Bezeichnung Schloss-Kapelle, 1862 wurde das Gotteshaus zur Pfarrkirche beziehungsweise zur Kirche. Ab 1915 hatte die kleine Kapelle ausgedient und wurde damit auch sprachlich zur Alten Kirche.

Die historische Schloss-Kapelle war aber nicht das erste Gotteshaus in Liedberg. Vor ihrer Zeit - genaue Daten liegen nicht vor - gab es schon eine kleine Fachwerkkapelle.

Als sie in die Jahre gekommen war, wurde zur Freude der Gläubigen 1707 durch den auf Schloss Liedberg amtierenden Vogt, Damian Hermann Nideggen, ein Neubau ermöglicht.

Um Platz zu schaffen für die heutige Schloss-Kapelle, wurde seinerzeit der Vorgängerbau aus Fachwerk auf Rollen gehievt und näher an den Mühlenturm gerollt. Mit der Gründung einer eigenständigen Pfarre Liedberg wurde die Schloss-Kapelle 1862 zur Pfarrkirche.

Für 53 Jahre erfüllte die kleine Kapelle diesen Dienst, bis sie 1915 von der heutigen Pfarrkirche St. Georg „abgelöst“ wurde.

„Damit ging für die Schloss-Kapelle nicht nur eine Ära zu Ende, damit begann der Ausverkauf und letztlich auch der Verfall“, weiß Leo Strerath und erinnert an das Jahr 1955.

„Die Kapelle drohte einzustürzen. Es ging sogar so weit, dass über einen Abriss nachgedacht wurde. Zum Glück griff aber die Denkmalbehörde ein, um mit Unterstützung der damals gegründeten Dorfgemeinschaft die Restaurierung anzugehen.“

Aus der Dorfgemeinschaft wurde 1975 der Heimatverein Liedberg, der sich heute noch um dieses alte Gemäuer kümmert. Unter anderem wurde 1980 die vom Verein gestiftete Glocke geweiht.

Zwischenzeitlich wurden Altarteile aus der Eifel wiederbeschafft, Schäden ausgebessert, und der Kapelle wurde ein neuer Anstrich verpasst. Neben dem Pfarrer hat Leo Strerath einen Schlüssel für das Gotteshaus. Er schaut nicht nur nach dem Rechten, er koordiniert auch Tauf- und Hochzeitswünsche.

Quelle: NGZ


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