Korschenbroich (NGZ). Glehn Am 18. Oktober hatten die sieben Gründungsstifter im Gasthaus Deuss erste Reaktionen entgegennehmen können, jetzt trafen sie sich in der Gaststätte „Alt Glehn“ mit interessierten und engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus Glehn.
Der Info-Abend dürfte das Gefühl verstärkt haben, mit der Idee einer Bürgerstiftung auf dem richtigen Weg zu sein, wenn auch das ambitionierte Projekt die Vorstellungskraft mancher Anwesender überstiegen haben mochte.
„Stadt hat nicht die Mittel“
„Ich hoffe, dass Sie viele Fragen haben werden“: Alfons Kranz, einer der Gründungsstifter, nannte als eines der Hauptziele die Förderung bürgerschaftlichen Engagements. Der Hintergrund: „Die Stadt verfügt nicht über die Mittel, um alles so weiterzuentwickeln, wie die Bürger es gerne hätten.“ Kranz freute sich über „sehr gute Signale aus der Unternehmerschaft“ - Unternehmen können sich selbstverständlich ebenso wie Vereine oder Privatpersonen in die Stiftung einbringen.
Die Idee
Die sieben Gründungsstifter präsentieren ihre Idee jetzt dezentral: Nach Glehn steht am 13. November Liedberg auf dem Programm, Interessierte Liedberger kommen dann um 20 Uhr in den Liedberger Landgasthof, Landstraße 19. Am 15. November wird um 20 Uhr im Kleinenbroicher „Lindenhof“ die Bürgerstiftung „Pro Korschenbroich“ vorgestellt, interessierte Bürgerinnen und Bürger aus Pesch und Korschenbroich erfahren Wissenswertes in der Gaststätte Oedinger „Zur Waldesruh“, Pescher Straße 102, und zwar am 29. November um 20 Uhr.
Insgesamt lägen zurzeit Zusagen über mehr als 40 000 Euro vor. Um eine Stiftung gründen zu können, müssen mindestens 50 000 Euro bereit stehen. Aufgaben sollen aber nicht nur durch den Erlös des Stiftungskapitals, sondern auch über Spenden erfüllt werden. Die Stiftungsgründer legen Wert darauf, das Wir-Gefühl in Korschenbroich zu entwickeln, wie Hermann Buchkremer betonte. „Wir haben ein einnehmendes Wesen“, gab Wilderich Graf von Spee-Mirbach zu verstehen - die Stiftung solle Menschen ansprechen, die sich immer schon gefragt haben, was sie für ihren Ort tun könnten.
Neben den Gründungsstiftern waren 21 Bürgerinnen und Bürger zu der Informationsveranstaltung gekommen. „Ich sehe die größte Schwierigkeit darin, alle Ortsteile zufrieden zu stellen“, gab Michael Schröder zu verstehen. „Die Glehner sind in der Vergangenheit immer an den Rand gedrückt worden - deshalb besteht jetzt auch die Gefahr, dass das Geld nach Korschenbroich geht“, befürchtet Waltraud Delbeck, Vorsitzende der Heimatfreunde Glehn, die die Idee einer Stiftung gleichwohl begrüßt.
Hans-Wilhelm Lenders, der sich als Unternehmer in seinem Ortsteil engagiert, nahm wie folgt Stellung: „Der Grundgedanke ist nicht schlecht, ich hätte allerdings auf Anhieb keine richtige Idee, was gefördert werden sollte.“ Rechtsanwalt Thomas Fußangel legt Wert darauf, dass die Stiftung überparteilich arbeitet - es dürfe nicht geschehen, dass sich Parteimitglieder mit Hilfe der Stiftung zu profilieren versuchen.
„Jeder ist egoistisch, hat Wünsche für seinen Ortsteil“, gab Gabi Erkes zu bedenken. Die Gründungsstifter legen jedoch Wert darauf, dass der Ort Korschenbroich verstärkt als Ganzes wahrgenommen wird. Hubert Tokloth nannte die Stiftungsziele unterstützungswürdig - es müssten allerdings nicht nur Projekte gefördert werden, die der gesamten Stadt zugute kommen, sondern auch solche, die einzelnen Ortsteilen dienen.
„Ich glaube, dass das eine gute Sache ist“, sagte Theo Wingerath. Er empfahl, „zuerst die Geburt einzuleiten, dann wird sich die Stiftung von selber entwickeln“. „Wir sind für jeden Mitstifter dankbar“, erklärte Hermann Buchkremer, der folgendes ankündigte: „Wir werden auf einige von Ihnen zukommen.“ Er geht davon aus, dass das erforderliche Grundkapital Ende November zur Verfügung steht. Dann folgen die Formalitäten, zu denen auch die Wahl eines Vorstandes und des Stiftungsrates gehören.
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