Korschenbroich (NGZ). Mit einem neuen Fitness-Treff wollen die Niederrhein-Klinik und die AOK Rheinland-Hamburg dafür sorgen, dass junge Leute mehr Sport treiben. Das Modellprojekt läuft über zwei Jahre und wird wissenschaftlich begleitet.
Lust auf Bewegung, gesunde Ernährung, Spaß beim Spiel an der Computerkonsole und an der Kommunikation – auf diese Kurzformel lässt sich das Modellprojekt bringen, das gestern offiziell von der Niederrhein-Klinik und der AOK Rheinland-Hamburg angeschoben wurde. Mit "vigozone sports" wird Jugendlichen und jungen Erwachsenen von 16 bis 26 Jahren im Hannen-Center in Korschenbroich kostenfrei ein spezielles Fitnesstraining ermöglicht. Der Präventionsgedanke steht dabei im Vordergrund.
Einzigartig an diesem Projekt ist neben der professionellen Betreuung durch Fachkräfte aus der Niederrhein-Klinik die sportmedizinische Beratung durch den Orthopäden Dr. Stefan Hertl, dem Mannschaftsarzt von Borussia Mönchengladbach. Zudem wird eine wissenschaftliche Begleitung von Professor Ingo Froböse für die Deutsche Sporthochschule Köln zugesichert. Die Niederrhein-Klinik betreibt den Fitness-Treffpunkt, während die AOK Rheinland-Hamburg die Kosten für die AOK-Versicherten übernimmt.
Fitness-Treffpunkt
Wo "vigozone sports" ist im Hannen-Center in Korschenbroich zu finden.
Öffnungszeiten montags bis freitags von 14 bis 21 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr.
Zielgruppe Jugendliche im Alter von 16 bis 26 Jahren.
Prävention Das Modellprojekt läuft zwei Jahre und richtet sich an AOK-Versicherte.
Studie Die Daten werden von der Sporthochschule ausgewertet.
Zum Hintergrund: Das Robert-Koch-Institut hatte 2008 so schlechte Gesundheitswerte ermittelt, dass der Appell lautete: "Die Bewegungsförderung in allen Bereichen von Kindern und Jugendlichen ist dringend notwendig." Davon ließen sich dann auch alle Verantwortlichen leiten. "Wir möchten mit diesem besonderen Konzept etwas ganz Neues ausprobieren, um junge Menschen so früh wie möglich für eine sportliche und gesunde Lebensweise zu begeistern und ihnen alle Formen des sportlichen Networkings zur Verfügung zu stellen", erklärte gestern Wilfried Jacobs. Der AOK-Vorstandsvorsitzende, selbst in Pesch zuhause, freute sich besonders, dieses außergewöhnliche Pilotprojekt in Korschenbroich anschieben zu können. Und weiter merkte Jacobs kritisch an: "20 Prozent der Arzneimittel haben keinen therapeutischen Nutzen. Wenn ich will, dass junge Menschen länger gesund und leistungsfähig bleiben, muss ich außergewöhnliche Wege gehen", warb er für diese Form der Prävention. Dabei hat er nicht nur die Zeitspanne von zwei Jahren im Blick. Jacobs versteht sich als Netzwerker und will die Versicherten in die Sportvereine vermitteln. Und Niederrhein-Geschäftsführer Reinhard Strauch betonte: "Wir dürfen die Leistungsfähigkeit der jungen Generation nicht verlieren."
Die Daten, die zum Freizeitverhalten gewonnen werden, sollen auch gesundheitspolitisch Verwendung finden. Ob das Pilotprojekt Ende 2012 von der AOK fortgesetzt wird, ließ Jacobs gestern offen: "Das hängt vom Ergebnis ab." Allerdings merkte er mit Blick auf gute Werte auch an: "Ich wäre blöd', dann nicht weiterzumachen und mit den Treffs in die Fläche zu gehen."
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