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Korschenbroich: Jung seit dreihundert Jahren

VON CARSTEN SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 08.02.2008 - 23:25

Korschenbroich (NGZ). Mit rund 350 Gästen eröffnete die St. Katharina Junggesellen Bruderschaft Korschenbroich am Freitag Abend in der Filiale der Sparkasse Neuss eine Ausstellung zu ihrem 300-jährigen Bestehen. Neben vielen historischen Fotos sind etwa der große Silberschatz und alte Fahnen zu bewundern.

Rund 350 Gäste waren am Freitag Abend zur Ausstellungseröffnung in die Sparkassen-Filiale 
an der Hindenburgstraßé gekommt. In Vitrinen und an Tafeln sind zahlreiche Aufnahmen, 
Fahnen und Silberstücke zu sehen.  Foto: berns
Rund 350 Gäste waren am Freitag Abend zur Ausstellungseröffnung in die Sparkassen-Filiale an der Hindenburgstraßé gekommt. In Vitrinen und an Tafeln sind zahlreiche Aufnahmen, Fahnen und Silberstücke zu sehen. Foto: berns

Korschenbroich Die heilige Katharina, Patronin der St. Katharina Junggesellen Bruderschaft Korschenbroich, betrachtete das Treiben von oben auf einer Vitrine, sie war für die Ausstellung aus der Kirche umgezogen.

Rund 350 Gäste aus Politik, Vereinen und Brauchtum - von Präsident Peter Schlösser und König Herbert Rukes von der St.-Sebastianus-Bruderschaft über Bezirksbundesmeister Horst Thoren bis zum Bundestagsabgeordneten Willy Wimmer und Bürgermeister Heinz Josef Dick - kamen zur Eröffnung der Ausstellung „Das Silber blinkt im Sonnenstrahl“ in die Sparkasse an der Hindenburg-Straße.

Info

Jubiläumstermine

Die Jubiläumsausstellung „Das Silber blinkt im Sonnenstrahl ...“ ist bis zum 15. März in der Sparkasse zu sehen. Der offizielle Festakt ist beim Festbankett am Pfingstfreitag, für „Unges Pengste“ kündigt die Bruderschaft einige Überraschungen an.

„Der Blick in die volle Halle erfüllt mich mit Stolz“, sagte Präsident Marc Venten. Dies zeige, wie sehr die Bruderschaft in der Stadt verwurzelt sei. Die Gesellschaft habe sich in 300 Jahren enorm gewandelt - „1708 herrschte noch Sonnenkönig Ludwig XIV“ - die in jenem Jahr gegründete Bruderschaft aber habe ihre Werte, ihren Wahlspruch „Glaube, Sitte, Heimat“ über all diese Zeit bewahrt.

Dass die Katharina-Junggesellen ihre Tradition hochhalten, wurde in der sehenswerten Ausstellung deutlich. So manches wertvolle Stück wird gezeigt: die Bruderschaftsordnung aus dem Jahr 1743 etwa oder die Vorderladerbüchse, „die bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts für den Vogelschuss genutzt wurde“, wie Presseprecher Andreas Heidemann weiß.

Bruderschafts-Präsident Marc Venten (l.) und König Andreas Albani mit einem historischen Vorderlader für den Vogelschuss. Foto: berns

Neben der Büchse liegen alte Münzen auf einer Trommel. „Früher legten die Schützen ihren Beitrag im Vorbeigehen auf die Trommel, die Bezeichnung ,Trommelgeld’ ist bis heute erhalten geblieben“, so Heidemann.

Ein Jahr lang hat ein Ausschuss um Vize-Präsidenten Bernd Scheufeld an der Ausstellung gearbeitet, die Korschenbroicher Bruderschaften verfügen über ein ansehnliches Bildarchiv, „So manches haben uns auch Privatleute zur Verfügung gestellt“, sagt er.

Stolz ist die Bruderschaft auf ihren Silberschatz: König Andreas Albani konnte am Freitag das Königssilber von 1888 nicht tragen, es wird neben dem Vorgänger, dem Dreikönigssilber von etwa 1754, in einer Vitrine ausgestellt.

Zu sehen ist auch ein kürzlicher Zufallsfund: zwei Gedenktafeln mit den Königen aus der Zeit vom Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie befanden sich in einem Schließfach, das erst vor einem Jahr der Bruderschaft bekannt wurde.

Ebenfalls präsentiert werden der blaue preußische Waffenrock, wie der König ihn seit 1930 trägt, und der bis 1929 übliche Anzug: „Der König trug früher einen Cut oder seinen besten Gehrock mit Zylinder“, erzählt Heidemann. Bemerkenswert ist auch das älteste erhaltene Foto von 1876 - der Namen des Königs darauf allerdings ist nicht bekannt. „Bei mehreren Aufnahmen hoffen wir auf Informationen aus der Bevölkerung.“

Auf vielen der rund 350 Fotos können die Korschenbroicher sich, ihre Freunde oder Nachbarn wiederfinden. Die Bruderschaft hat ein wesentliches Stück Stadtgeschichte mitgeschrieben. „Es ist faszinierend, wie sich die Bruderschaft über so viele Generationen erhalten hat und wie viele junge Menschen auch heute die Tradition das ganze Jahr leben“, würdigte Bürgermeister Dick.

„Tradition bedeutet nicht Asche zu bewahren, sondern die Flammen am Leben zu erhalten“, sagte Dietmar Mittelstädt. Der stellvertretender Vorstand der Sparkasse begrüßte als Hausherr die Gäste.

Und lebendig sind die Katharina-Junggesellen wie eh und je. „Wir haben in den vergangenen Jahren großen Zuwachs erhalten“, sagt Heidemann. Das ist auch auf einem Bild von 2007 ersichtlich, auf dem sich die rund 300 jungen Schützen gruppiert haben. Auf der Gesamtaufnahme aus dem Jahr 1925 war ihre Zahl deutlich überschaubarer.

Quelle: NGZ


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