Korschenbroich (NGZ). Das „Grundkonzept zukunftsorientierter Seniorenarbeit “ wurde am Donnerstag Abend erstmals öffentlich vorgestellt. Mit einem Netzwerk will die Stadt der Langeweile und der Vereinsamung älterer Menschen gezielt entgegentreten. Gestartet wird zunächst mit einer Ehrenamtsbörse .
Korschenbroich Mit Blick auf die demographische Entwicklung hat die Stadt Korschenbroich bereits im vergangenen August reagiert und Kontakt zur ZWAR Zentralstelle NRW aufgenommen.
Am Donnerstag Abend wurde nun das gemeinsam von Politikern und Vereinsvertretern aus Korschenbroich in sechs Monaten erarbeitete „Grundkonzept zukunftsorientierter Seniorenarbeit für die Stadt“ vorgestellt. Eigens dafür war Christine Sendes von ZWAR (Zwischen Alter und Ruhestand) angereist.
„Wir müssen der demographischen Entwicklung als Kommune gerecht werden. Wir sind hier gefordert“, betonte Bürgermeister Heinz Josef Dick gegenüber der NGZ. Damit sprach der Verwaltungschef nicht nur die Schaffung von Seniorenwohn- und Pflegeheimen an. Er hat auch die Einwohner fest im Blick, die frei nach dem Motto „fit im Alter“ buchstäblich auf Aufgaben warten.
Bevölkerungsprognose
Die demographische Entwicklung zeigt eine deutliche Zunahme der über 60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung. 2006 waren in Korschenbroich 24,3 Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre alt, konkret 8120 Personen. Die Prognose für Korschenbroich weist für das Jahr 2010 27,4 Prozent der Bürger ab 60 Jahren aus. Dieser Anteil steigt bis 2015 auf 39 Prozent.Zu diesem Artikel erscheint in der NGZ vom Freitag ein Zur Sache: Kontakte im Alter.
„Wir verfügen im Stadtgebiet schon über eine große Zahl aktiver Ehrenamtler“, stellte Dick den Einsatz des Vereins „Sport ältere Generation“, aber auch das Engagement der örtlichen Heimatvereine lobend heraus. Für Heinz Josef Dick war das am Donnerstag vorgelegte Grundkonzept dennoch wichtig: „Es gibt auch viele Menschen, die sich zum Wohle der Gesellschaft in ihrem Umfeld einbringen, projektbezogen arbeiten möchten, ohne erst einem Verein beitreten zu müssen.“
Und genau hier soll das neue Konzept ansetzen: Ohne der klassischen Vereinsarbeit Konkurrenz machen zu wollen, soll ein Netzwerk geknüpft werden. Nach der Bestandsaufnahme sollen in der Probephase zunächst im Frühjahr 2008 in Glehn alle Einwohner „ab 50 plus“ gezielt eingeladen werden.
Wer sich ehrenamtlich in seiner Freizeit einbringen will, zu tun gibt’s eine ganze Menge. Es sollen Modelle angedacht werden, die unter anderem den Aufbau von sozialen Netzwerken älterer Erwachsener, die Modernisierung von Seniorenbegegnungsstätten oder die Modernisierung der trägerübergreifenden sozialen Arbeit mit älteren Menschen zum Ziel haben.
„Wir müssen dahin kommen, dass die Menschen das Altwerden nicht als Defizit empfinden“, so Dick weiter. Daher sind für ihn drei Ziele wesentlich: der Einsatz für die Stadt, der Einsatz für den Verein und den Einsatz für sich selbst mit anderen.
„Wir fördern die selbständige Lebensführung und die aktive Teilnahme älterer Menschen, in dem wir die gemeinsame und die gemeinschaftliche Gestaltung des Alters und damit auch der Lebensqualität im Gemeinwesen bis ins hohe Alter ermöglichen.“
Um nun auch zeitnah durchstarten zu können, will die Stadtverwaltung zunächst - zusätzlich zur „funktionierenden Vereinsarbeit“ - eine Ehrenamtsbörse für das komplette Stadtgebiet einrichten. Als Ansprechpartnerin vor Ort soll Petra Köhnen fungieren. Die Mitarbeiterin des städtischen Sozialamtes soll - so sehen es erste Planungen vor - bereits ab Jahresbeginn stundenweise im Bürgerbüro an der Hindenburgstraße zu sprechen sein. Die Kontaktzeiten werden zeitnah veröffentlicht.
„Mit dem Einsatz von Frau Köhnen können wir Daten sammeln, Wünsche, Vorlieben und Fähigkeiten vermerken und entsprechend koordinieren“, ist sich Bürgermeister Dick sicher. Für ihn gibt es vielfältige Formen der Beschäftigung. Hier reicht die Palette der Möglichkeiten vom Vorlesen im Kindergarten, dem gemeinsamem Kochen in einer Gruppe über den Einkauf für die Nachbarin bis hin zur Patenschaft eines Pflanzbeetes. Heinz Josef Dick: „Das Ziel setzen sich die Bürger selber.“
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