Musikschule Korschenbroich (NGZ). Von Mareike Roszinsky
Mit herzhaftem Applaus endete das dritte Konzert Junger Korschenbroicher Künstler Sonntag Nachmittag in der Alten Schule. Verdienter Applaus denn die Kindern und Jugendlichen präsentierten ihren Zuhörern einen musikalischen Ohrenschmaus. Alle Stühle in dem Konzertsaal waren besetzt, eine schöne Kulisse für die Talente. „Schließlich sollen sie nicht nur im stillen Kämmerlein üben, sondern auch anderen mit ihrem Können Freude machen“, verkündete Leonard Gincberg, Leiter der Musikschule Korschenbroich.
Doch auch er musste anerkennen, dass sich das Üben im stillen Kämmerlein für die jungen Musiker gelohnt hat. Denn alle überzeugten mit gefühlvollem Spiel, egal auf welchem Instrument, ob als Duo, Trio oder Quartett. Dabei gab es gleich zwei Höhepunkte. Zunächst kam das Publikum in den äußerst seltenen Genuss, dem Harfenspiel von Charlotte Szeplewski lauschen zu können. Sie spielte die zweite Sonatine von Francois Nadermann und beeindruckte mit ihrer Fingerfertigkeit an den Harfenseiten. Nadermanns Stück, lebhaft und mit wunderschönen Melodien, zeigte die enorme Klangfülle des Instrumentes, dessen Seiten Charlotte Szeplewski sensibel zupfte. Genießer kamen ins Schwärmen.
„Einfach herrlich“, meinte Leonard Gincberg. Der zweite Höhepunkt war zugleich der Abschluss des Konzertes. Das „Ensemble Alte Musik“, bestehend aus Maja Cybulska, Leonie Lubczek (beide Blockflöte) und Kerstin Fehrenbacher (Cembalo), bei „Jugend musiziert“ mit dem ersten Preis auf Bundesebene ausgezeichnet, spielten drei anspruchsvolle Werke: die Terza Sonate von Dario Castello, die Sonate g-moll von Daniel Purcell und Rinen Y Pelean von Andrea Falconiero.
Doch ausgerechnet bei den erfahrensten Musikern kam es bei Castellos Sonate zu leichten Unstimmigkeiten, doch mit ihrer Souveränität schafften sie es, bei diesem lebhaften und schwierigen Stück wieder wortwörtlich in „Einklang“ zu kommen. Dabei zeigten vor allem Maja Cybulsky und Leonie Lubczak, dass die im Volksmund oft als Anfängerinstrument bezeichnete Blockflöte ein kompliziertes Instrument mit einer außerordentlichen Klangbreite ist.
Den Anfang des Konzertes machten die Jüngsten: Manuel Küster mit dem Tenorhorn in Begleitung von Lukas Zimmermann am Klavier. Dass das Blechblasinstrument fast größer war als sein Besitzer, spielte keine Rolle. Die beiden Neunjährigen glänzten mit Leopold Mozarts Trompetenstück und Johann Pachabels Gavotte, zeigten bereits viel Gefühl für ihre Instrumente. Auch das Klarinetten-Quartett mit Maren Leisurs, Sophie Baranski, Simon Loosen und Simon Schipperges beeindruckte durch sicheres Zusammenspiel. Die vier Bläser hatten sich für drei sehr lebhafte Divertissements von Henri Tomasi entschieden.
Eine gute Wahl, denn die kurzen Stücke begeisterten mit einer verspielten Leichtigkeit. Danach kamen wieder die Blechbläser an die Reihe. Trompeter Lukas Kaiser präsentierte die bekannte Air von Johann Sebastian Bach. Begleitet wurde er von Amelie Demski, die kurzerhand in die Tasten des Flügels griff. Sie begleitete auch Oliver Neuper, ebenfalls Trompeter. Auf hohem Niveau spielten auch Darwina Hartwig, Klarinette und Carina Berger am Flügel. Ihre Interpretation von Camille Saint-Saens Sonate opus 167 kam bei den Zuhörern ebenfalls gut an. Beide Musikerinnen beeindruckten mit sicherem wie gefühlvollen Spiel. Blieb nur Leonard Gincbergs Fazit: „Das war ein tolles Konzert.“
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