Korschenbroich (NGZ). Pesch wird 750 Jahre alt. Da die Stadt kein Geld hat, planen die Vereine ein großes Jubiläumsfest. Die Vorbereitungen laufen bereits, gefeiert werden soll voraussichtlich im Juli des Jahres 2013.
Erste Erwähnung
Als Grundherrschaft Pesch wurde der Stadtteil erstmals 1263 erwähnt. Zur Zeit der napoleonischen Besetzung gehörte er zur "Mairie Korschenbroich". 1864 wurde eine eigene Gemeinde Pesch gegründet. Seit 1975 gehört der Orts zu Korschenbroich.
Pesch "Do simmer dabei" schallte es CDU-Ratsmitglied Hans-Willi Türks vor einem Jahr entgegen, als er darauf hinwies, dass Pesch im Jahr 2013 auf seine erste urkundliche Erwähnung zurückblicken kann. Da die Stadt angesichts ihrer notorisch klammen Finanzen hier kaum mehr wird tun können, als des Jubiläums zu gedenken, wollen sich alle örtlichen Vereine um die Vorbereitung der Feierlichkeiten kümmern. Koordinierend soll dabei die Dorfgemeinschaft wirken. Im Boot sind neben der St. Donatus-Bruderschaft und der Feuerwehr unter anderem auch der Männergesangverein "Arion", der Kirchenchor sowie die Katholische Frauengemeinschaft.
Gastwirt Johannes Deuss verweist auf das nächste Treffen der Dorfgemeinschaft, bei der es am 23. März um den aktuellen Stand der Planung gehen soll. Bislang befinden sich die Organisatoren noch in der Phase des "Brainstorming", schließlich stehen sie nicht unter aktuellem Zugzwang: Fest steht bislang, dass das Jubiläum im Juli 2013 vor den Sommerferien gefeiert werden soll. Denkbar ist, dass sich die Feierlichkeiten über eine Woche erstrecken könnten, wobei dann Freitag und Samstag als "Hauptfeiertage" in Betracht kämen. Zu "Studienzwecken" sind die Pescher Organisatoren vergangenes Jahr auch in den Rommerskirchener Ortsteil Vanikum gereist, der sein 900-jähriges Bestehen feierte. Nachahmen können sie das Vanikumer Beispiel nicht, wie Christoph Türks, der Vizepräsident der St. Donatus-Bruderschaft, deutlich macht: "So große Sponsoren haben wir nicht", erklärt er mit Blick auf den Vanikumer "Nachbarn" RWE.
Auch an eine Festchronik ist für 2013 gedacht, versichert Türks: In ihr wird ganz sicher der Stollenhof einen Platz einnehmen, ist er doch eine Keimzelle der Ortsentwicklung. Einen Pachtbrief aus dem Jahr 1311 nennt dessen Inhaber Rudi Bommes ebenso sein eigen wie einen von 1324 datierenden Erbpachtbrief. Anders als viele andere Höfe ist der mehr als 700 Jahre alte Stollenhof auch ansonsten ein Musterbeispiel für Kontinuität, wird er doch seit mittlerweile 260 Jahren in Familienbesitz betrieben.
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