Korschenbroich (NGZ). Nach 2011 wird es brenzlig für die Grundschule: Nur bei genügend Anmeldungen kann die Dependance der Korschenbroicher Andreas-Schule erhalten bleiben. Mit Pescher Kindern allein wird dies mittelfristig nicht gehen.
Pesch Kein politischer Aschermittwoch der CDU ohne die Grundschule Pesch: Musste angesichts von nur 15 Anmeldungen vergangenes Jahr akut um ihren weiteren Bestand gefürchtet werden, ist dieser momentan gesichert. Was allerdings nur kurzfristig, nämlich bis inklusive des Schuljahrs 2011/2012, gilt. "Von 2012 bis 2014 wird es eng", erklärte jetzt Hans-Willi Türks bei dem traditionellen Bürgertreff im Gasthof Deuss.
Sein Stadtratskollege Andreas Heidemann richtete aus diesem Grund "einen dringenden Appell" an die Pescher, nicht nur in ihrem persönlichen Umfeld, sondern auch unter neu nach Pesch gezogenen Bürgern für die Schule zu werben. "Solange sich genügend Schüler finden, ist die Schule zu halten", beschrieb Heidemann den Standpunkt der CDU: Dies bedeutet zugleich, dass es kein Versprechen für den Erhalt der Schule gibt, das unabhängig von den Anmeldezahlen wäre.
Sinkende Schülerzahlen
Vor einem Jahr gab es 15 Anmeldungen. 2006 sah es zunächst auch so aus, als könne angesichts dieser Zahl keine Eingangsklasse in Pesch gebildet werden, die seit einigen Jahren eine Dependance der Andreas-Schule ist. Einen Jahrgang mit nur sieben Pescher Kindern, wie er nach 2011 eingeschult wird, hat es noch nicht gegeben.
Nötig sind 18 Schüler, um eine Eingangsklasse bilden zu können. Dank des Engagements von Schulleiter Wolfgang Grüe war es 2009 noch einmal möglich, dieses Minimum zu erfüllen, was ab 2012 fraglich erscheint. Bei einem der ab dann einzuschulenden Jahrgänge gibt es lediglich sieben Pescher Kinder – was die Frage aufwarf, ob nicht auch Eltern aus anderen Stadtteilen für die örtliche Grundschule gewonnen werden könnten.
Das sonderpädagogische Angebot und der gemeinsame Unterricht mit behinderten Kindern etwa seien Pluspunkte, mit denen sich werben lasse. Für eine Attraktivitätssteigerung dringend nötig seien jedoch Verbesserungen bei der Ganztagsbetreuung: "Ganz dringenden Handlungsbedarf" sieht etwa Martina Dappen angesichts der Tatsache, dass sich während der nachmittäglichen Betreuung 38 Kinder in einem Raum aufhalten, die von zwei Erzieherinnen betreut werden. Zu Mittag gegessen werde in zwei Staffeln, wobei die Hälfte der Kinder bei Wind und Wetter den Raum verlassen müsse.
Insgesamt besuchen 80 Jungen und Mädchen die Schule, für das kommende Schuljahr wird mit 50 Kindern im Offenen Ganztag gerechnet. "Hier muss investiert werden", ist jedenfalls nicht allein Martina Dappen überzeugt. "Der Bedarf ist groß, aber wir haben nicht genug Räume und das ist sicher ein Problem", sagt Wolfgang Grüe. Für ihn ist jedenfalls mit bereits jetzt 38 Kindern "die Obergrenze erreicht". Eher skeptisch sieht er die Bemühungen, Kinder von außerhalb für die Pescher Schule zu gewinnen: In Einzelfällen sei dies sicher möglich, doch zweifelt Grüe daran, dass sich gegebenenfalls mehr als zehn Jungen und Mädchen finden lassen, die nötig wären, um die Schule weiterhin betreiben zu können. "Ich habe schon die Befürchtung, dass wir mittelfristig schließen müssen", so der Schulleiter.
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