Korschenbroich (NGZO). In welchem Umfang das Tiefbauamt 2010 Straßensanierungen und andere Projekte veranlassen kann, hängt von den bevor stehenden Haushaltsberatungen ab. Der Bedarf wäre da, fraglich ist, ob dies auch für das nötige Geld gilt.
Korschenbroich Gut ein halbes Jahr haben die Bauarbeiten gedauert: Bis auf kleinere Nachbesserungen ist die Arndtstraße inzwischen fertig gestellt, in den kommenden Wochen wird nach den Worten von Tiefbauamtsleiter Christoph Herchner jetzt noch der Durchgang zum St.-Katharina-Platz hergestellt, womit das Projekt bei der Verwaltung endgültig abgehakt werden kann. Darüber hinaus nötige Maßnahmen gäbe es im Stadtgebiet zwar zuhauf, doch ehe sich hier Konkretes sagen lässt, müssen erst die Haushaltsberatungen abgewartet werden.
Eine Ausnahme bildet die behindertengerechte Umgestaltung der Bürgersteige, die die Stadt mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II der Bundesregierung bestreiten kann. "Liedberg und Schlich sind fertig, zurzeit sind wir in Glehn und die nächste Ausschreibung läuft bereits", beschreibt Christoph Herchner den aktuellen Stand der Dinge. 500 000 Euro stehen der Stadt zur Verfügung, wobei bei dem Ausschreibungsverfahren insbesondere kleinere Firmen aus der Region zum Zuge kommen sollen. Korschenbroicher Firmen, die hier in Betracht kommen könnten, gebe es allerdings bedauerlicherweise nicht, so Herchner weiter.
Neue Arndtstraße
490 000 Euro hat die im April begonnene und jetzt offiziell abgeschlossene Umgestaltung der Arndtstraße im Ortskern von Korschenbroich gekostet. Dabei handelte es sich um eines der im Stadtrat und seinen Fachausschüssen über etliche Jahre hing meistdiskutierten Bauprojekte der Stadt überhaupt.
Sind die Arbeiten in Glehn beendet, geht es weiter in den nördlichen Teil Kleinenbroichs, wo noch in diesem Jahr begonnen werden soll, die Bürgersteige barrierefrei zu gestalten. Danach sind dann nach Auskunft Herchners der Süden Kleinenbroichs sowie Korschenbroich und Raderbroich an der Reihe.
Offen ist derweil indes noch, welche Projekte im kommenden Jahr in Angriff genommen werden sollen. Allein was die Sanierung des Korschenbroicher Straßennetzes angeht, gäbe es Christoph Herchner zufolge Arbeit genug, fraglich ist allerdings, ob hierfür auch das nötige Geld zur Verfügung steht. Kämmerer und Erster Beigeordneter Bernd Dieter Schultze verweist auf die "schwierige Finanzlage" der Stadt, die sich infolge der Wirtschaftskrise natürlich nicht verbessert hat.
Schultze ist jedenfalls skeptisch, ob über die Gewährleistung der Verkehrssicherungspflicht auf den Straßen hinaus im kommenden Jahr sehr viel mehr gemacht werden kann, um sie wirklich in Schuss zu bringen. Gäbe es ausreichend Geld, wäre für Herchner und Schultze nicht zuletzt die Sanierung der Brücken und Unterführungen an der Neusser Straße und am Kleinenbroicher Holzkamp ein Thema: Oberflächenwasser dringt dort in in den Bereich zwischen Straßendecke und dem unteren Asphalt, was bei Hitze dazu führt, dass dieser aufquillt und bei Frost, dass er gefriert. Für Christoph Herchner wäre dieses Projekt in jedem Fall "der dickste Brocken", der 2010 bewältigt werden könnte. Insgesamt wären dafür allerdings gut 2,6 Millionen Euro erforderlich.
Kein Problem wird dagegen die für 2010 geplante Umsetzung der zweiten Hälfte des Konjunkturprogramms darstellen. Auch der Zuschussantrag für den behindertengerechten Umbau der 70 Bushaltestellen innerhalb des Stadtgebiets dürfte nach Auskunft des Tiefbauamtsleiters in Kürze positiv beschieden werden. Zudem könnten auch in den Neubaugebieten in Scherfhausen oder Pesch 2010 Straßenbaumaßnahmen fällig werden, doch hängt dies davon ab, wie schnell die dortigen Investoren die Baugrundstücke verkaufen können. Für die weiteren Bauvorhaben dürften die Beratungen für den Haushalt 2010 in jedem Fall werden.
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