Korschenbroich (NGZ). Lüttenglehn Die Freunde von auf Hochglanz polierten Klassikern kamen am Sonntag beim mittlerweile dritten Oldtimer-Treffen auf dem Rittergut Birkhof voll auf ihre Kosten.
Über 500 „Schätzchen“ rollten durch die breite Allee und zeigten sich dann vor der imposanten Kulisse. Die Besitzer ließen ihre Liebhaberstücke von vielen interessierten Besuchern bestaunen. Sie waren aber nicht nur zum Fachsimpeln gekommen, sie standen den Besuchern auch gern Rede und Antwort.
Auch Initiator und Hauptveranstalter Hans Georg Osterspey war am Sonntag bester Laune: „Es passt einfach alles“, sprach er die sonnenverwöhnte Veranstaltung an.
Und dass das Oldtimer-Treffen auf Birkhof mittlerweile einen klangvollen Namen hat, machte der Gutsbesitzer an den vielen schmucken Fahrzeugen fest: „Dass, was hier geboten wird, ist wirklich vom Feinsten.“
Dabei lenkte Hans Georg Osterspey den Blick auf den viersitzigen, 70 Jahre alten Horch ebenso wie auf den knallroten Mercedes 300 SL mit Flügeltüren. „Eine wirkliche Rarität“, war dann auch immer wieder von Kennern zu hören.
Die Autokennzeichen ließen auch einige Rückschlüsse zu: So waren neben den Vertretern des RheinKreises auch Liebhaber aus Viersen, Willich, Düren, Mönchengladbach und dem Bergischen Land in Lüttenglehn vertreten.
Selbst ein alter Benz mit Hamburger Kennzeichen war bis Mittag im Innenhof des Rittergutes zu bestaunen.
Aber nicht nur die Mischung der Autokennzeichen hatte es in sich, auch die breite Palette der „Schätzchen“ in Chrom und Leder ließen so manches Herz höher schlagen. Und so gab’s vom Horch über einen schwarzen Morgan eigentlich alles zu sehen, was sich ein Fan alter Autos vorstellt.
Die klassische Ente mit Schaufensterpuppe auf dem Beifahreseitz weckte bei den Besuchern ebenso das Interesse wie die schmucken Mercedes- Varianten, der alte VW-Käfer oder der NSU-Prinz.
Den richtigen Blick für einen Oldtimer hatten Restaurant-Betreiber und Mitveranstalter Markus Fells und Karl-Heinz Ellinger.
Der Willicher, selbst in zwei Oldtimer-Clubs aktiv, regelte gemeinsam mit Fells die Zufahrt in den Innenhof: „Nur wirkliche Oldtimer dürfen in den Innenhof. Da muss das Gefährt schon mindestens 30 Jahre alt sein.“
Auf ein schmuckes Schätzchen der Marke BMW haben es Ursel und Friedhelm Ebertz abgesehen. Sie waren - wie viele andere auch - mit dem Fahrrad aus Neuss angereist, um sich Appetit zu holen.
„Wir haben einen Traum . . .“ Und das Träume auch in Erfüllung gehen können, stellte Hermann Uerdinger (78) aus Herrenshoff mit seinem bordeaux-roten Mercedes 170 S, ein gut gepflegtes B-Cabrio von 1951 unter Beweis.
Während Martin Jernasz seinen Mercedes 190 SL als Gebrauchsgegenstand nutzt, ist Udo Pfeiffer mit seinem Rosengart LR 2 schon etwas eingeschränkt: Seine „große Liebe“ wurde 1929 in Paris gebaut und besitzt nur eine Frontscheibe.
„Meine Klimaanlage funktioniert eben das ganze Jahr“, scherzte der stolze Oldtimer-Besitzer aus Kapellen. Er hatte sein „Schätzchen“ in einer Wassermühle in der Nähe von Lourdes entdeckt.
Dort hatte es 25 Jahre lang - ohne bewegt zu werden - ein trauriges Dasein gefristet. Heute rollt er mit dem Rosengart oft durchs Kreisgebiet, an seiner Seite Ehefrau Ilona.
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