Korschenbroich (NGZ). Zur Schulwegsicherung soll eine "Gummi-Insel" beitragen. Das wenigstens fordert Liedbergs CDU. Die eingebaute Verkehrsinsel hatte der Landesbetrieb entfernt, damit Schwerlasttransporter die Kreuzung passieren können.
Der Schulweg in Liedberg soll sicherer werden. Das forderte jetzt erneut Harry Hermann Pfeifer (39). Sein Vorschlag im Bauausschuss: Die T-Kreuzung im Bereich der Bundesstraße 230/Kreisstraße 382 (An der Mühle) mit einer mobilen Verkehrsinsel auszustatten. "Immer wieder kommt es dort zu gefährlichen Situationen", skizzierte Pfeifer das für die Korschenbroicher Stadtverwaltung nicht neue Sicherheitsproblem. Dort könne auch der eingespielte Schülerlotsen-Dienst nicht wirklich helfen.
Die Aufgabe der Schülerlotsen in Liedberg wird seit Jahren traditionell von den Eltern der ersten Grundschulklasse übernommen. "Das funktioniert bestens", weiß Harry Hermann Pfeifer. Sie bringen die Schüler aus Steinhausen, Drölsholz und dem "neuen" Liedberg auf dem Weg zur Grundschule im historischen Dorfmittelpunkt in Höhe der Pfarrkirche St. Georg über die vielbefahrene Bundesstraße 230. Allerdings würden die abbiegenden Fahrzeuge zu schnell in den Bereich der T-Kreuzung hineinfahren und auf die Bundesstraße einschwenken. Dieses Fahrverhalten führt der CDU-Politiker auf die fehlende Verkehrsinsel zurück.
Verkehrsmittelinsel
In Zusammenarbeit mit Verkehrsfachleuten entstand im Laufe der Jahre ein breites Spektrum von Inselelementen in verschiedenen Breiten und Ausformungen. Eine mobile Verkehrsmittelinsel kostet etwa 1500 Euro. Sie kann im Bedarfsfall abgeschraubt werden.
Zum Hintergrund: Vor fast fünf Jahren wurde diese feste Verkehrsinsel samt Ampel vom Landesbetrieb Straßenbau entfernt. Die Absicht hatte seinerzeit Stadtkämmerer Bernd Dieter Schultze (60) im Bauausschuss verkündet. Die Mittelinsel – speziell die Ampel – war ein Hindernis für Schwerlasttransporter auf dem Weg zum Krefelder Hafen gewesen. Der Landesbetrieb entfernte Insel und Ampel, um den Aufwand und die Kosten für den ständigen Auf- und Abbau der Ampel dauerhaft zu vermeiden. Die Politik war nicht informiert worden. Wegen des Unmuts darüber und weil in Liedberg ein gestiegenes Verkehrsrisiko beanstandet wurde, versuchte der Stadtrat mit einer Resolution alte Zustände herbeizuführen. Allerdings erfolglos.
Einen erneuten Vorstoß wagte jetzt Harry Hermann Pfeifer, der für die CDU-Ratsfraktion eine mobile Insel forderte, vergleichbar mit der so genannten "Gummi-Ecke" an der neuen Feuerwache im Kreuzungsbereich L 382/K 35. Sein Vorschlag: Die Aufbauten könnten im Bedarfsfall immer wieder ab- und aufgeschraubt werden.
Mit gewisser Skepsis reagierte Tiefbauamtsleiter Christoph Herchner (52) auf den erneuten Vorstoß: "Nur wenige Rempler von Autos reichen aus, um die Schraubenhalterungen solcher mobilen Inseln zu lockern und zudem den Asphalt aufzubrechen." Allerdings sicherte Herchner den Politikern auch zu: "Ich werde dem Landesbetrieb Straßenbau diese Idee vorschlagen."
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