Korschenbroich (NGZ). Korschenbroich Das Thema Friedhöfe beschäftigt Rat und Verwaltung seit mehr als drei Jahren. Mit dem Friedhof in Pesch und der Sorge, dort würden zeitnah die Grabstellen rar, wurde der Grundstein zu einem Dauerthema gelegt. Jetzt steht das Friedhofskonzept (ohne Pesch) zur Beratung und Verabschiedung an - zunächst in der Sondersitzung des Bauausschusses. Dort können schon einige Entscheidungen getroffen werden, lediglich bei Satzungsänderungen muss der Stadtrat noch sein Votum abgeben, war am Freitag aus dem Rathaus zu hören.
Das Konzept wurde verwaltungsintern von einem dreiköpfigen Arbeitskreis erstellt und mittlerweile dem politischen Arbeitskreis vorgestellt. „Anfangs war der Arbeitskreis seitens der Verwaltung auf zwei Vertreter pro Ratsfraktion begrenzt worden, um sachorientiert am sensiblen Thema Pescher Friedhof“ diskutieren zu können“, erinnerte sich CDU-Fraktionschef Ansgar Heveling. Im Gespräch mit der NGZ erklärte er aber auch: „Bei der Beratung des Gesamtkonzeptes wollte ich auch die Ortsverbandsvertreter dabei haben. Dass meine Entscheidung richtig war, hat sich bei den zwei Arbeitskreis-Treffen gezeigt“, stellte er am Freitag auf Anfrage zufrieden fest.
„In den wesentlichen Punkten können wir - ähnlich wie die anderen Fraktionen - das Konzept mittragen“, so Heveling weiter. Für die CDU sieht er lediglich bei der Aussegnungshalle in Liedberg noch „weiteren Beratungsbedarf“: „Wir werden die Verwaltung bitten, nicht nur die Betriebskosten, sondern auch die gebührenrelevanten Faktoren mit konkreten Zahlen zu belegen, zumal sich das ohne großen Aufwand realisieren lässt.“ Laut Heveling verfolgt die Politik mit dem neuen Konzept ein Ziel: „Wir wollen eine Gebührenstabilität erreichen.“
Alte Friedhöfe
Das Sparkonzept sieht unter anderem vor, die alten Friedhofe in Kleinenbroich und Liedberg zu schließen. Das heißt, es wird nicht mehr beerdigt. Bestehende Rechte wechseln auf die neuen Friedhöfe. Auch Zubeerdigungen von Ehepartnern in bestehende Grabstätten sind dann nicht mehr möglich. Wünschen die Angehörigen eine gemeinsame Bestattung in einer Grabstätte, wird eine Umbettung auf neue Friedhöfe erforderlich. Die Kosten trägt die Stadt.
Ohne das den Ratsfraktionen vorliegende Sparkonzept wäre eine weitere Gebührenerhöhung im Friedhofswesen in 2008 unvermeidlich gewesen. „An der Gebühr ändert sich zurzeit überhaupt nichts“, versicherte Bernd Dieter Schultze am Freitag als zuständiger Beigeordneter. Allerdings merkte er auch an: „Beschlüsse haben natürlich Auswirkungen auf die Gebühr. Unsere Aufgabe war es aber zunächst, nur inhaltliche Fragen zu klären, und keine Gebührenbedarfsberechnung aufzustellen.“ Dass die Beerdigungen künftig preisgünstiger werden, bleibt ein Wunschtraum.
Schultze: „Wir werden zumindest die Gebühren auf einen notwendigen Gebührenanstieg beschränken.“ Der Grund für die Verteuerung: „Wir haben Defizite aus den Vorjahren, die noch abgedeckt werden müssen.“ Und auch ein verändertes Bestattungsverhalten führte der Erste Beigeordnete als Grund an: „Der Trend geht hin zu preiswerteren Beerdigungen - weg von der Erdbestattung, hin zu Urnenbeisetzungen.“ Diesem Trend trägt die Verwaltung mit dem neuen Konzept Rechnung: Urnenwände, Urnengemeinschaftsanlagen, Urnenrasengräber, Urnenreihengräber in Rasenflächen sowie Baumbestattungen sollen die Kosten gering halten.
Die Urnen-Bestattungsformen werden für Kleinenbroich ermöglicht, das Baumbestattungsfeld ist für den Waldfriedhof in Korschenbroich angedacht. Aber laut Schultze sollen auch Flächen aufgegeben und verkauft werden. Die Grünfläche am alten Friedhof in Glehn bietet sich zum Verkauf und für eine spätere Wohnbebauung an. Bei einem Verkauf weiß Schultze auch schon, was zu tun sei: „Denkbar wäre, die Erlöse zur Deckung der Fehlbeträge zu verwenden.“
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