kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
Kommentare ()

Korschenbroich: Sprachrohr für Behinderte

VON CARSTEN SOMMERFELD - zuletzt aktualisiert: 11.02.2008 - 21:30

Korschenbroich (NGZ). Korschenbroich Etliche Mappen mit Briefen und Dokumenten liegen auf dem Tisch, zeugen von vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Seit drei Jahren ist Siegbert Schmitz Behindertenbeauftragter der Stadt Korschenbroich. „In eine Sprechstunde kommen bis zu zwölf Menschen“, sagt Schmitz, „Insgesamt haben sich im vergangenen Jahr etwa 130 Korschenbroicher an mich gewandt. Ihre Zahl steigt, weil mittlerweile mehr wissen, dass es mich als Ansprechpartner gibt.“

Da wird es eng : Behindertenbeauftragter Siegbert Schmitz hat einen Blick für Lichtmasten mitten auf Fußwegen, die wie an der Eichendorffstraße Ecke Lindenweg in Kleinenbroich Rollstuhlfahrern das Durchkommen erschweren.  Foto: NGZ
Da wird es eng : Behindertenbeauftragter Siegbert Schmitz hat einen Blick für Lichtmasten mitten auf Fußwegen, die wie an der Eichendorffstraße Ecke Lindenweg in Kleinenbroich Rollstuhlfahrern das Durchkommen erschweren. Foto: NGZ

Gern wäre Siegbert Schmitz auch bei anderen öfters Ansprechpartner - bei den Fraktionen: „In der Verwaltung finde ich Gehör, aber bei den Ratsfraktionen spreche ich regelmäßig lediglich mit der Aktive. FDP, Grüne und SPD haben mich jeweils ein, zwei Mal eingeladen, CDU und UWG gar nicht. Von der Resonanz bin ich enttäuscht“, so Schmitz, der bereits 2007 in seinem Jahresbericht nicht mit Kritik gespart hatte (die NGZ berichtete). „Die CDU-Fraktion schätzt die Arbeit von Herrn Schmitz sehr, wir sind selbstverständlich für Gespräch bereit“, erklärte am Montag dazu CDU-Fraktionschef Ansgar Heveling.

Info

Sprechstunden

Behindertenbeauftragter Siegberg Schmitz hält drei Mal im Monat Sprechstunde:
am ersten Montag im Monat von 10 bis 12 Uhr im Bürgerbüro an der Hindenburgstraße, jeden ersten Mittwoch von 10 bis 12 Uhr in der Verwaltungsnebenstelle an der Ladestraße in Kleinenbroich sowie am letzten Mittwoch im Monat von 17 bis 19 Uhr in Glehn im Kindergarten an der Schulstraße.

Handlungs- und Gesprächsbedarf sieht Schmitz jedenfalls reichlich. „Die Stadt hat sich den Slogan ,Korschenbroich - hier lässt’ s sich leben’ gegeben, doch der muss auch für Behinderte gelten. Es gibt noch viel zu tun. “ Einige Beispiele. Die Glehner Verwaltungsstelle im Alten Rathaus sei für Behinderte im Rollstuhl und alte Menschen mit Rollator nicht zu erreichen, dasselbe gelte für das Standes- und das Sozialamtan der Regentenstraße. „Wenn ein Behinderter dort einen Antrag abgeben will, kommt ein Mitarbeiter nach draußen, nimmt ihn in Empfang.“ Siegbert Schmitz hofft auf eine Verbesserung im Rahmen der Pläne für das zentrale Rathaus.

Auch anderenorts hat er Mängel festgestellt: Es gebe mehrere Straßen wie die Matthiasstraße oder Eichendorffstraße /Ecke Lindenweg, „auf denen Lichtmasten mitten auf dem Fußgängerweg stehen. Da kommen Rollstuhlfahrer kaum vorbei. Und in Kleinenbroich fehlen noch Behindertenstellplätze - am Eschenweg, wo sich ein Gesundheitszentrum und die Post befinden, aber auch Auf den Kempen am Supermarkt.“ Dort sei zwar ein Stellplatz mit einem Hinweis als Behindertenstellplatz ausgewiesen, „doch der Hinweis ist zu klein. Außerdem handelt es sich um keinen behindertengerechten Stellplatz, dafür müsste die Fläche 3,5 Meter breit sein.

Einen negativen „Dauerbrenner“ bilden die S-Bahn-Stationen in Korschenbroich und Kleinenbroich. „Die hohen Treppen kommen viele Behinderte nicht hoch.“ Schmitz hofft, dass in einem Umbauprogramm ab 2009 Korschenbroich endlich zum Zuge kommt. Siegbert Schmitz ist aber auch Ansprechpartner für kleine und große Sorgen von Behinderten im privaten Bereich: Da ist etwa eine ältere Frau, die im 1. Stock wohnt und am Hauseingang einen Abstellplatz für ihren Rollator benötigt. Oder eine Frau, die tagein, tagaus ihren schwerbehinderten Mann pflegt. Mit der Betreuungsstelle erreichte der Beauftragte eine ehrenamtliche Hilfe, so dass die Frau „auch mal einkaufen, die Hausarbeit erledigen oder einfach mal ausspannen kann“. Ein schöner Erfolg sei der vom Kreis finanzierte Bau einer Rampe für eine Glehnerin gewesen, „sonst hätte sie nicht mehr aus dem Haus gekonnt“.

Aber auch beim Ausfüllen von Anträgen hilft der Behindertenbeauftragte. Und arbeitslos wird er wohl nicht: „Mit der Auflösung der Versorgungsämter haben sich die Zuständigkeiten geändert“, sei unter anderem die Schwerbehindertenstelle in Grevenbroich zuständig. „Da werden noch viele Fragen auf mich zukommen.“

Quelle: NGZ


Die Neuß-Grevenbroicher Zeitung lohnt sich Tag für Tag - jetzt testen.

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

AUS DER NACHBARSCHAFT
MEHR

Korschenbroich

Dick stellt sich vor Mitarbeiter

In den fast sechsstündigen Haushaltsberatungen im Hauptausschuss galt es für die CDU so manche Hürde zu nehmen. Wenn’s scheinbar eng wurde, wusste die Union um die Unterstützung der UWG. VON Ruth Wiedner  mehr

 

Korschenbroich

DSDS: Simon wieder weiter

Erschöpft, erleichtert und total glücklich: Das Stimmungsbarometer von Simon Gincberg schlägt Purzelbäume. „Ich bin weiter“, jubelt der DSDS-Kandidat aus Korschenbroich. mehr

 
 

Korschenbroich

Will im Duett punkten

 
 
 
BILDER AUS KORSCHENBROICH
Historische Fotos von Unges Pengste
Historische Fotos von Unges Pengste
Stolze Majestät: Malermeister Hermann Schmitz aus der Honschaft Engbrü .. mehr 
 
Historische Fotos von Unges Pengste
Historische Fotos von Unges Pengste
Stolze Majestät: Malermeister Hermann Schmitz aus der Honschaft Engbrü ..
mehr 
Wissenswertes rund um Unges Pengste
Wissenswertes rund um Unges Pengste
Das gibt es an Unges Pengste zu entdecken
mehr 
Die Majestäten von Unges Pengste 2012
Die Majestäten von Unges Pengste 2012
Sie stehen im Mittelpunkt von Unges Pengste: Die Majestäten der bei ..
mehr 
Thema Demografie -  Das sagen die Landtagskandidaten
Thema Demografie - Das sagen die Landtagskandidaten
Hilfe, wir vergreisen: Wie kann das Land ..
mehr 
 
Familienanzeigen