Korschenbroich (NGZ). Der Streit zwischen der Stadt und der Firma Hanrath um die Rücknahme von 157 Feuerwehrstiefeln und die damit verbundene Erstattung des Kaufpreises geht in die nächste Runde. Das Urteil wird jetzt für den 24. Juni erwartet.
Die Klage der Stadt Korschenbroich gegen die in Heinsberg beheimatete Firma Hanrath wurde am Donnerstagvormittag am Landgericht Aachen verhandelt. Doch das von vielen Feuerwehrleuten erwartete Urteil blieb aus. "Wir sind gar nicht erst nach Aachen gefahren", war dann auch vom Beigeordneten Rudolf Graaff (44) zu erfahren.
Er hatte sich extra den Vormittag freigehalten, um mit der Kollegin Christine Goldermann an dem Verhandlungstermin teilzunehmen. "Es wurde keine Entscheidung getroffen", so Graaff weiter. "Es wurde lediglich mit dem 24. Juni ein neuer Termin verkündet." Graaff sieht das Vorgehen "völlig wertfrei. Das Landgericht hat der Beklagten noch einmal die Möglichkeit zu einer weiteren Stellungnahme eingeräumt."
Freiwillige Feuerwehr
Zur Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Korschenbroich gehören die Löschzüge Korschenbroich, Kleinenbroich und Glehn sowie die Löschgruppen Herrenshoff, Liedberg und Pesch. Insgesamt hat die Feuerwehr 299 Mitglieder, davon sind 189 Aktive. Seit 2003 wurden in Korschenbroich 157 Feuerwehrleute mit den von der Bezirksregierung Köln bemängelten Sicherheitsschuhen ausgestattet.
Ob sich der zeitliche Gewinn für die Beklagte auf das Urteil auswirken wird, ließ Graaff am Donnerstag unkommentiert. Der in Korschenbroich für die Freiwillige Feuerwehr zuständige Beigeordnete hat nur ein Ziel: Er will, dass die Fachfirma aus Heinsberg die Feuerwehrstiefel – 157 Paar – zurücknimmt und zudem den Kaufpreis erstattet. "Mit der Klage wollen wir als Stadt die Rückerstattung von 20 000 Euro erwirken", so Graaff.
Zum Hintergrund: Die Stadt führt gegen die Herstellerfirma von der in Korschenbroich bis zum Jahresende verwendeten Feuerwehrstiefel einen Rechtsstreit. Die umstrittenen Stiefel wurden in den Jahren 2003 bis 2008 an die Freiwillige Feuerwehr ausgeliefert. Die Stiefel erfüllen aber – laut Feuerwehrchef Frank Baum (37) – "nicht die notwendigen Vorschriften für Sicherheitsschuhwerk. Die Bezirksregierung Köln hat den Vertrieb und den Einsatz dieser Stiefel generell untersagt." Die Kritikpunkte lauten unter anderem: "Die Schuhe sind nicht rutschfest, es fehlt der Absatz, die Schnürsenkel sind nicht feuerfest."
Die 189 Aktiven – darunter auch vier Frauen – sind vom Stiefelproblem aber nicht mehr direkt betroffen. "Alle Stiefel wurden zwischenzeitlich ausgetauscht", bestätigte Frank Baum am Donnerstag auf Anfrage. "Wir haben die ausrangierten Stiefel alle in der Feuerwache zwischengelagert. Wir wissen ja nicht, was mit ihnen passieren soll", spricht Baum von Rückgabe oder Entsorgung. Er ist mit Blick auf die Sicherheit der Feuerwehrkameraden froh, dass die Stadt zwischenzeitlich 200 Paar neue Stiefel gekauft hat, schließlich habe die Bezirksregierung Köln das ausgesprochene Verbot erneut wiederholt.
Die Wahl beim Neukauf fiel auf das Modell "Steitz-Secura". Bevor der Ersatzstiefel für die Korschenbroicher bestellt wurde, wurde das Modell von mehreren Aktiven über sechs Wochen hinweg getestet.
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