Korschenbroich (NGZ). Ab 1. September greifen die von Bürgermeister Heinz Josef Dick vorgesehenen Umstrukturierungen in der Verwaltung . Ein eigenständiges Sozialamt gibt es künftig nicht mehr. Eine Leitungsstelle wird eingespart.
Korschenbroich Bürgermeister Heinz Josef Dick setzt auf Rotation: Ab 1. September tritt eine Reihe von Umbesetzungen im Rathaus in Kraft. Insofern der Stadtrat gemäß der Gemeindeordnung bei der Umstrukturierung ein Wörtchen mitzureden hat, hat er sie in seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause mehrheitlich gebilligt.
Soweit es Umbesetzungen angeht, die in die alleinige Zuständigkeit des Bürgermeisters als Verwaltungschef fallen, hinderte dies die Politiker nicht, sie zumindest kommentierend zu begleiten.
Die Neuverteilung der Aufgabenbereiche im Einzelnen: An der Verwaltungsspitze übernimmt Heinz Josef Dick den Bereich der Kindergärten vom Beigeordneten Rudolf Graaff, der im Gegenzug nun für Personalfragen verantwortlich zeichnet.
Christa Beeck, die Leiterin des Sozial-, wie des Standesamts, übernimmt das Ordnungsamt, bei dem der Feuerschutz und das Bürgerbüro ebenso angesiedelt sind wie die Verwaltungsnebenstellen. Hans -Josef Leuchtges, bislang für Personal und Organisationsfragen zuständiger Amtsleiter, übernimmt in einem neu gebildeten Amt auch den Bereich Soziales sowie das Standesamt.
Neu geschaffen wird durch die Reform das Amt Zentrale Dienste, das von Markus Drohen geleitet wird: Das von ihm bislang geleitete Bürgermeisterbüro geht in dem neuen Amt ebenso auf wie die Öffentlichkeitsarbeit, das Controlling und etliche andere Aufgabengebiete. Durch die Neustrukturierung der Führungsebene wird im Rathaus eine Leitungsstelle, nämlich die des bislang eigenständigen Sozialamts, abgebaut.
Ab 2008 soll schließlich der Eigenbetrieb Stadtpflege erweitert werden und zwar um die Verwaltung der Friedhöfe. Die CDU stimmte erwartungsgemäß zu: Gleiches gilt für Bündnisgrüne und UWG, für die Wolfgang Houben und Marcella Otten indes die nach wie vor bestehende Trennung von Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung als „Fehler“ kritisierten.
Als „sinnvolles Instrument“ würdigte FDP-Chef Hans-Jürgen Brieger etwa das neu gebildete Amt für Zentrale Dienste. Manfred Henninger (Die Aktive) gehen die Änderungen nicht weit genug: Die Stadt müsse sich auf ihre „Kernaufgaben“ konzentrieren, „Aufgaben abbauen, verstärkt kooperieren, privatisieren, outsourcen“. Auch wenn dies durch die Änderung der Geschäftsverteilung nicht geschehe, „sehen wir positive Ansätze möglicher Effizienzverbesserungen“, erklärte Henninger - was die „Aktiven“ letztlich dazu bewog, den Plänen Dicks zuzustimmen.
Rundweg abgelehnt wurde das Stühlerücken im Rathaus lediglich von den Sozialdemokraten: Für „inhaltlich sinnvoll“ hielt Albert Richter lediglich die Erweiterung der Aufgaben der Stadtpflege, ansonsten überwog bei der SPD die Kritik. Diese gilt vor allem der Tatsache, „dass die Aufgaben Organisation und Personal nicht mehr aus einer Hand bearbeitet werden sollen“, wie Albert Richter betont.
Die Verantwortung dafür zu teilen und auf zwei Dezernate aufzuteilen, ist aus Sicht der SPD „nicht zielführend“. Die Verantwortung für diesen Bereich sollte vielmehr beim Bürgermeister verbleiben, stellte Richter im Stadtrat fest. Die SPD geht davon aus, dass allein aufgrund der organisatorischen Umschichtungen keine Höherbewertung der betroffenen Stellen nötig wird.
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