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Korschenbroich: VfB-SOS mit 300 Patenschaften

VON RUDOLF BARNHOLT - zuletzt aktualisiert: 01.08.2010 - 21:03

Korschenbroich (NGZ). Dass die 18-jährige Aster Alemneh in Äthiopien jetzt von einem Hochschulstudium träumen kann, hat sie dem VfB-SOS Korschenbroich zu verdanken. Sie ist das 300. Patenkind des Korschenbroicher Vereins.

Info

In 83 Ländern aktiv

Verein Der VfB-SOS Korschenbroich wurde 1995 gegründet.

Vorsitzender Egon Schuh.

Patenschaften 300 Patenschaften in 83 Ländern. Wie kein anderer Verein, begleitet VfB-SOS die Patenkinder auch in ihrer Entwicklung.

Ziel In drei Jahren soll die Zahl der Patenschaften 350 betragen.

Egon Schuh spricht von einem "Traumziel", das erreicht wurde: 300 Patenschaften. Und er freut sich über den Brief von Helmut Kutin, dem Präsidenten von SOS International – darin ist die Rede von "300 Kindern, denen ein neues Leben geschenkt wurde, die wieder hoffen dürfen". Lob und Erfolge halten den 63-Jährigen und seine Frau Margret (61) jedoch nicht davon ab, sich neue Ziele zu setzen. In drei Jahren möchte der Verein insgesamt 350 Patenschaften vermittelt haben.

Egon Schuh war 2009 in Addis Abeba – das dortige Kinderdorf war 1981 als drittes in Äthiopien gegründet worden. "Äthiopien ist das siebtärmste Land der Erde", erklärt Schuh und macht an Beispielen deutlich, was diese Armut bedeutet: "Der Durchschnittsverdienst liegt bei 40 Euro pro Monat – wenn man denn eine Arbeit hat." Er hat dort einen Postboten kennengelernt, der 32 Euro Pension bezieht – und der sich den großen Luxus erlaubt, ein Farbfernsehgerät zu besitzen. Was dem 63-Jährigen im Kinderdorf aufgefallen ist: "In Addis Abeba schaffen mehr Kinder einen Universitätsabschluss als in anderen afrikanischen Ländern." Mit 16 kommen die Jugendlichen in separate Jugendhäuser, um sich so auf ihre berufliche Zukunft optimal vorbereiten zu können. Eine vielversprechende Schülerin ist auch Aster Alemneh – das 300. Patenkind. Die 18-Jährige wird von der Vitus-Gruppe in Mönchengladbach gefördert. Warum sie in einem SOS-Kinderdorf lebt, weiß Schuh nicht. Seine Vermutung: "Entweder konnten die Eltern sie nicht ernähren oder sie kam unehelich zur Welt."

Der enge Kontakt zu den Kinderdörfern wird durch Besuche intensiviert. Vereinsmitglied Ingrid Kämmerer war unlängst im Kinderdorf in Windhoek in Namibia, Manfred Bolt in Nepal: "Die Reisekosten tragen wir selbstverständlich selber." Egon Schuh hat für September bereits den Flug gebucht: Dann wird er nach Rumänien und Ungarn reisen, sehen, wie die Patenkinder sich entwickelt haben. Seine Ehefrau freut sich schon auf den Flug nach Salvador de Bahia. In der drittgrößten Stadt Brasiliens gibt's auch ein Kinderdorf. Eine Besonderheit für die beiden Korschenbroicher: Sie werden dort direkt im Dorf übernachten. Und Schuh hat auch schon eine Idee, wie er den Kids in Brasilien eine Freude machen kann. "Ich möchte ein Trikot von Dante mitbringen, er spielt bei Borussia Mönchengladbach. Er stammt aus dem Ort." Das Trikot wäre ein Symbol für einen Aufstieg aus schwierigen Verhältnissen.

Quelle: NGZ


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