Korschenbroich (NGZ). Er wird kleiner, teurer, aber auch vielseitiger nutzbar: Im Korschenbroicher Rathaus
laufen derzeit die Vorbereitungen für den neuen Personalausweis, der zum 1. November eingeführt wird.Der neue elektronische Personalausweis im Scheckkartenformat rückt näher. Am 1. November wird er eingeführt. Die Stimmung im Korschenbroicher Bürgerbüro ist schon ein wenig angespannt. Die Bundesdruckerei liefert seit dem 1. September an einzelne Städte Lese- und Schreibgeräte für den neuen Personalausweis aus. Korschenbroich hat zwar noch keine Geräte erhalten. Trotzdem ist hinter den Kulissen schon einiges passiert. Und Michael Beyer (45), stellvertretender Leiter des Amtes für Recht, Ordnung und Feuerschutz, ist sicher, dass der neue Ausweis ein Erfolg wird. Markus Drohen (43), Leiter des Amtes "Zentrale Dienste", hat bereits die leistungsfähigsten Rechner für das Bürgerbüro reserviert.
Kosten
Was Der bisherige Ausweis kostet acht Euro, der neue wird für Antragsteller bis zum 23. Lebensjahr 22,80 Euro und für alle anderen 28,80 Euro kosten.
Wieviel Bei der Stadt verbleiben hiervon jeweils sechs Euro.
Gültigkeit Der Ausweis hat eine Gültigkeit von zehn Jahren. Adressänderungen können während dieser Zeit vorgenommen werden.
15 000 Euro sind investiert worden, um die Meldesoftware anzupassen. Und auch die veränderten Öffnungszeiten, die seit dem 30. August gelten, machen Sinn – der neue Ausweis beschert dem Bürgerbüro mehr Arbeit: "Dass die Zahl der Wochenöffnungs-Stunden von 25 auf 36 erhöht wurde, ist gut. Bislang dauerte die Beantragung eines Personalausweises siebeneinhalb Minuten. Man spricht davon, dass es künftig drei mal so lange dauern wird", erklärte Drohen.
Nicht kalkulierbar ist, wie groß der Ansturm auf den neuen Personalausweis sein wird. Unklar ist nämlich, wie viele Bürger ihren alten Ausweis vorzeitig umtauschen, obwohl der alte Ausweis noch gültig ist. Michael Beyer könnte den vorzeitigen Umtausch nachvollziehen. Immerhin hat der neue Ausweis praktisches Scheckkartenformat – und mit ihm können auch Rechtsgeschäfte über das Internet abgewickelt werden. Auf Wunsch haben Antragsteller die Möglichkeit, ihren Fingerabdruck zu hinterlegen. "Das dient der besseren Identifikation der betreffenden Person", so Beyer. Der Bürger müsse selber entscheiden, im Bürgerbüro werden die Mitarbeiter keine Empfehlungen aussprechen.
Neu ist, dass der Ausweis auch für qualifizierte Rechtsgeschäfte im Internet taugen soll. Aus Mitteln des Konjunkturpakets II werden 1,2 Millionen Lesegeräte angeschafft, die gratis an die Nutzer weitergegeben werden, solange der Vorrat reicht. Und was ist, wenn der Ausweisinhaber seine PIN vergisst? "Dann kann er im Bürgeramt für sechs Euro eine neue beantragen", erklärt Beyer, der auch aufs Thema "Datenmissbrauch" einging: Zwar wäre es besser gewesen, wenn das Lesegerät über eine eigene Tastatur verfügen würde und die PIN-Nummer nicht über den PC eingegeben werden müsste. Trotzdem vertraut er der Technik, denn: "Um Missbrauch treiben zu können, müsste man PIN-Nummer und Ausweis haben." Für ihn steht fest: "Ich würde den neuen Ausweis am liebsten sofort haben, und zwar mit allem, was möglich ist."
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