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Korschenbroich: Zum Ritter geschlagen

VON RUDOLF BARNHOLT - zuletzt aktualisiert: 31.08.2008 - 21:30

Korschenbroich (NGZ). Die Herbsttagung der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen wurde bei traumhaftem Wetter absolviert. Immer wieder mahnten Vertreter des Ritterordens, offensiv für das Christentum in Europa einzutreten.

Der 95 Jahre alte Otto von Habsburg (m.) und sein Sohn Karl (2.v.r.) waren bester Laune im Gespräch mit Bezirksbundesmeister Horst Thoren (l.) und Mönchengladbachs Oberbürgermeister Norbert Bude (r.).  Foto:  L. Berns
Der 95 Jahre alte Otto von Habsburg (m.) und sein Sohn Karl (2.v.r.) waren bester Laune im Gespräch mit Bezirksbundesmeister Horst Thoren (l.) und Mönchengladbachs Oberbürgermeister Norbert Bude (r.). Foto: L. Berns

Korschenbroich Nach dem Ritterschlag am Freitagabend in der Pfarrkirche St. Andreas stand am Samstag der Besuch der Schützenausstellung im Museum von Schloss Rheydt im Mittelpunkt der Europa-Schützen.

Zahlreiche Exponate stammen aus Korschenbroich - so hat sich Bezirksbundesmeister Horst Thoren auf Zeit von seiner Amtskette getrennt. Er war auch gestern mit dabei, als im Aachener Dom Karl von Habsburg die Ämter seines 95-jährigen Vaters übernahm.

Bei der Plenarversammlung der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen am Samstagvormittag gehörte der Stellvertretende Landrat Dr. Hans-Ulrich Klose - er ist seit Freitag einer der 270 Ritter - zu denen, die dazu aufriefen, die christlichen Werte stärker zu vertreten: „Sie dürfen im Bewusstsein der Menschen nicht untergehen“, so sein Kredo.

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Schützenausstellung

Die große Schützenausstellung im Museum von Schloss Rheydt ist noch bis zum 23. November geöffnet, und zwar täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr. Geplant sind an einigen Sonntagen Führungen durch den Museumspädagogen Dr. Klaus Möhlenkamp.

Im Erdgeschoss des Herrenhauses ist der Silberschatz zu bewundern, darunter etliche Exponate aus Korschenbroich. Im Patronatsraum geht es schwerpunktmäßig um die Verbindung von den Bruderschaften zum Christentum. In der 2. Etage sind Schützenuniformen ausgestellt.

Von den prominenten Besuchern gab es Lob für die reibungslose Organisation und die Gastfreundschaft - die Gastgeber überreichten dem Präsidium ein Buch über die Korschenbroicher Bruderschaften. Karl von Habsburg (47), der in Salzburg lebt und sich um den weltweiten Kulturgüterschutz kümmert, war bester Laune: „Mir gefällt es hier ausgezeichnet“, gab er gegenüber der NGZ zu verstehen. Der Jurist und dreifache Vater ist selber seit frühester Kindheit begeisterter Schütze.

„Wenn alle Brünnlein fließen“, spielte die St. Barbara Bigband Mönchengladbach-Neuwerk unter der Leitung von Peter Zinnen im Park des Rheydter Schlosses - in Strömen floss auch der Schweiß bei den Schützen aus zehn europäischen Ländern in ihren zwar schmucken, aber eben auch sehr stark wärmenden Uniformen. Den Musiktitel „Ein schöner Tag“ griff Horst Thoren auf: „Ein schöner Tag. Das Wetter stimmt, und die Stimmung ist gut.“

„Hausherr“ Norbert Bude, Mönchengladbachs Oberbürgermeister, begrüßte die schwitzenden Schützen im Allgemeinen und einen im Besonderen: „Es ist mir eine Freude, den Nachfahren des letzten österreichischen Kaisers, den Großmeister des Ritterordens und Protektor der Gemeinschaft Europäischer Schützen, Dr. Otto von Habsburg, begrüßen zu können.“

Und er bedankte sich bei ihm für das „kaiserliche Wetter“. Der Präsident der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen, Prinz Charles Louis de Merode, rief dazu auf, die christlichen Überzeugungen stärker zu vertreten.

„Ich bin oben ohne hier, aber in vollem Umfang“, gab Thoren scherzhaft zu verstehen - er spielte damit auf seine Amtskette an, die zu den Leihgaben der Schützenausstellung gehört. Gestaltet worden ist die Kette von Peter Göth aus Vallendahl - er gehörte am Freitag zu den 20 Männern, die zum Ritter geschlagen wurden. Die Königskette der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Herrenshoff von 1926 sowie die Kette der St.-Sebastianus-Bruderschaft Korschenbroich mit dem ältesten Anhänger aus dem Jahre 1748 gehören ebenfalls zu den Exponaten.

Das Schützenbrauchtum, so Thoren, passe ins Museum: „Wenn es nicht zu einem öffentlichen Abstellraum für gestrige Wichtigkeiten wird.“

Quelle: NGZ


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