Der Maler Walton Ford zeigt Tiere als Bestien. Und kritisiert damit die seiner Sicht nach verzerrte Wahrnehmung durch den Menschen.
Tiere sind bei ihm blutrünstige Monster, der Mensch ein Schwächling.
Auf den ersten Blick sind die Bilder farbig-fröhlich im Stil der Entdecker-Aquarelle aus dem 19. Jahrhundert. Wer genauer hinschaut, stößt auf Abgründe.
Der Gorilla zerfetzt ein Gewehr. Menschen sind in Waltons Welt nur Schwächlinge.
Die Aquarelle sind gewaltig. In dieser Dimension entfalten sie eine grausige Pracht.
Auf dem Bild "The Sensorium" mutieren die Affen zu bourgeoisen Nichtsnutzen, zelebrieren das große Fressen und ergötzen sich an den erotischen Ideen des Kamasutra.
Die Besucher der Ausstellungsräume der Berliner Hamburger Bahnhiofs sind fasziniert.
Lange lässt sich vor den Bildern verweilen. Denn beim zweiten Blick kippt die Wahrnehmung, und der Betrachter ist mit einer archaisch grausamen Welt konfrontiert,
Denn was erst wie ein Farbenknäuel ausschauht, ist in Wirklichkeit ein Gemetzel.
In "Novaya Zemlya Still Life" stapft ein blutrünstiger Eisbär durch eine Schneelandschaft, in der kaputte Überreste menschlicher Zivilisation liegen.
Das übrigens ist der Künstler, der US-Amerikaner Walton Ford.