Von David Beineke
Wieder ganz im Zeichen der internationalen Golfszene steht von Donnerstag bis Sonntag der Golfpark Rittergut Birkhof. Zum dritten Mal präsentiert sich dann der Galeria Kaufhof Pokal als Teil der European Challenge Tour, Europas Zweiter Golf-Liga. 156 Profis aus aller Herren Länder sowie vier deutsche Amateure sind dabei. Topfavorit ist aber Alexander Cejka, der extra sein Engagement bei der amerikanischen Tour unterbricht, um in Lüttenglehn zu spielen. Keine Frage, der Münchener Profi Alexander Cejka scheint im Lauf der Jahre eine ganz besondere Beziehung zum Turnier auf dem Rittergut Birkhof entwickelt zu haben. Obwohl Alexander Cejka in diesem Jahr auf der amerikanischen Tour der Profigolfer spielt, tritt er ab Donnerstag beim internationalen Turnier auf dem Rittergut Birkhof an. Die Siege in den Jahren 1998 und 2002 verbinden. -->
Wie anders wäre es sonst zu erklären, dass der 32-Jährige auch in diesem Jahr antritt, obwohl er sich durch seine großen Erfolge in 2002 die amerikanische Tour-Karte gesichert hat und sich von Woche zu Woche mit den besten Golfspielern der Welt messen kann. 1998, als das Turnier noch alleine die Nationale Offene Meisterschaft von Deutschland war, gewann er das erste Mal in Lüttenglehn. Nach einer Pause im darauffolgenden Jahr musste er sich als erster Sieganwärter 2000 und 2001 jeweils knapp der deutschen Konkurrenz geschlagen geben, wovon er sich allerdings nicht entmutigen ließ. Vergangenes Jahr startete er einen neuen Anlauf und schaffte mit dem Sieg beim Galeria Kaufhof Pokal eine Art Befreiungsschlag.
Danach lief es so gut (unter anderem Platz zwei beim German Masters und Sieg auf der European Tour in Paris), dass er am Jahresende erst als zweiter Deutscher nach Bernhard Langer die Qualifikation für die amerikanische Profitour schaffte. "Dieser Erfolg steht irgendwo im Zusammenhang mit dem Sieg auf dem Rittergut Birkhof", meinte Peter Angerer vom Titelsponsor Galeria Kaufhof bei der gestrigen Pressekonferenz vor dem Turnierstart, "und diese Verbundenheit hat es uns relativ einfach gemacht, ihn zu überzeugen, wieder hier zu starten."
Klar, dass der gebürtige Tschechoslowake bei seinem guten Lauf auch in diesem Jahr als Topfavorit auf die Titel Internationaler und Nationaler Meister von Deutschland an den Start geht. Dass sieht auch die nationale Konkurrenz so, doch die jungen deutschen Profis, zu denen seit März auch der Neusser Christian Reimbold zählt, wollen sich keinesfalls mit der Statistenrolle für den großen Auftritt des Cejkas zufrieden geben. Für sie kommt es nämlich darauf an, sich mit guten Platzierungen auf der Challenge Tour möglichst hohe Siegprämien zu erspielen, um am Ende des Jahres unter den ersten 15 der Geldrangliste zu stehen.
Wer das schafft, hat nämlich automatisch den Aufstieg in erste Riege des europäischen Golfsports in der Tasche - die Tour-Karte für die European Tour. Ein Sieg bringt darüber hinaus die Startberechtigung für alle restlichen Challenge Turniere des Jahres. "Das wäre gerade für mich wichtig, weil ich mich erst vor kurzem entschlossen habe, Profi zu werden. Deswegen bin ich auf Einladungen angewiesen, um auf der Tour zu spielen", meint Christian Reimbold, der erste Neusser Berufsgolfspieler überhaupt. Dass ihm der Platz auf dem Rittergut liegt, bewies er bereits 2000, als er sich noch als Amateur unter anderem gegen Cejka durchsetzte.
Im Jahr darauf gewann er zwar nicht, spielte aber gleich in Runde eins mit zehn unter Par den heute noch gültigen Platzrekord. "Ich fühle mich hier einfach zu Hause und komme jedes Jahr gerne zurück. Es geht ein sehr starkes Feld an den Start, aber wenn es optimal läuft, kann auch ich wieder gewinnen", meint der 25-Jährige aus Speck. Ähnlich sieht es Wolfgang Huget (Schmitzhof), der sich 2001 in Lüttenglehn auch schon mal den Sieg sicherte: "Sicher ist Alex Cejka der Topfavorit, doch in Amerika hatte er sicher eine stressige Zeit und sieht das hier vielleicht ein wenig als Entspannung. Wir können die guten Platzierungen gebrauchen und keiner hält uns davon ab, ihn zu schlagen."
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