Die Zeichen bei den Konstantin Elephants stehen auf Sturm. Nach der 79:88-Heimpleite (35:47) der Regionalliga-Basketballer aus der Schloss-Stadt im Derby gegen die NVV Lions Mönchengladbach und dem Ausbau der negativen Rückrundenbilanz auf frustrierende 4:12 Punkte gingen selbst die Verantwortungsträger auf Distanz zur Mannschaft.
Schon zur Pause hatte Vorsitzender Dr. Friedrich W. Korsten den dürftigen Vortrag der Gastgeber mit den Worten begleitet: „Das ist eine Haltung, die kann ich nicht nachvollziehen. Das hat nichts mit mir zu tun.“ Während sich die gut 700 Zuschauer noch in Geduld übten und von Pfiffen absahen, platzte Trainer Heimo Förster zum Schluss der Pressekonferenz endgültig der Kragen.
„Die Fans sind nicht gefordert, die machen einen Top-Job. Wir sind Scheiße!“ schnaubte er und ersparte sich auch das gemeinsame Essen im Vereinslokal Jägerhof in Orken. „Mir ist der Appetit gründlich vergangen.“ Bevor er die Halle mit mächtig dickem Hals verließ, kündigt er jedoch eine harte Trainingswoche an. „Und wenn da nicht alle mitziehen, spielen wir nächste Woche in Wulfen eben nur noch mit sechs Leuten.“ Dass es ihm damit durchaus ernst ist, zeigte am Samstag die zweite Hälfte: Andreas Fabian, Alexander Schreiber, Anday Ergen, Kenny Whitehead und Sasa Zivanovic spielten nach dem Seitenwechsel fast durch.
Hinspiel-Held Matthias Wojdyla, geplagt von chronischen Sehnenproblemen, verbrachte die kompletten zweiten 20 Minuten auf der Bank, Timo Verwimp und der ungewohnt blasse Chris Rodgers durften nur deshalb noch mal ran, weil Zivanovic und Ergen im letzten Viertel jeweils ihr fünftes persönliches Foul kassierten. Dabei setzt Förster eigentlich auf eine acht Mann starke Rotation - Samy Wagner und Bastian Becker laufen nur im Notfall auf: „Aber dann müssen auch alle Acht performen, sonst wird es für uns schwer, Spiele zu gewinnen.“
Dass das Match gegen den Erzrivalen, der in Frank Benson (29 Punkte/Schussquote von 57 Prozent), Kenny Jones (28/64%), der fünf seiner sieben Dreier ins Netz setzte, und dem Ex-Grevenbroicher Peter Krausen (18/53%) seine besten Scorer hatte, kein gutes Ende für die Elephants nehmen würde, hatte sich bereits im ersten Viertel (16:29) angedeutet.
Zwar genehmigten sich auch die Lions ihre Aussetzer (Technische Fouls für Freeman und Krausen, der sich zudem ein unsportliches Foul leistete), doch die Elephants, bei denen sich Ergen und Schreiber mit unbändigem Kampfgeist noch die Bestnoten verdienten, schlugen alle Chancen (54:58/28., 74:80/38.) fast schon fahrlässig aus. Auch 25 Punkte und 14 Rebounds von Whitehead (Quote nur 39%) brachten nicht mehr die Wende.
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport, Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder, Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.