Bei den in Ingolstadt ausgetragenen Deutschen Meisterschaften im Taekwondo sicherte sich Esther Scholten vom AC Ückerath den Titel und hat damit beste Aussichten, für die Europameisterschaften nominiert zu werden.
Ingolstadt Nur rund fünf Monate nach ihrer Rückkehr ins Turniergeschehen ist Esther Scholten schon wieder die Nummer eins in Deutschland. Bei den Deutschen Taekwondo-Meisterschaften in Ingolstadt holte sich die Athletin des AC Ückerath den Titel in der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm.
Nach einem Freilos in Runde eins fertigte die 26-Jährige die für die TKD-Gemeinschaft Allgäu startende Katharina Rothärmel locker mit 18:2 ab. Im Halbfinale erwies sich auch die im Gegensatz zu ihr dem aktuellen Bundeskader angehörende Julia Swietkowiak (Olympic Lüdenscheid) als kein echter Prüfstein. Scholten gewann klar mit 3:0. Mit Helene Weingart (BSV Friedrichshafen) wartete im Finale ein weiteres Mitglied des Bundeskaders. In einem vor allem von der Taktik geprägten Duell konnte sich zunächst keine der beiden Kontrahentinnen einen Vorteil herausarbeiten, so dass der Kampf nach drei Runden in die Verlängerung ging. "Hier hat Esther dann ihre Routine ausgespielt und den entscheidenden Treffer gelandet", sagte Trainer Peter van den Akker.
Zur Belohnung nominierte Bundestrainer Carlos Esteves die Ückeratherin für die am 20./21. März in Eindhoven ausgetragenen "Dutch Open". Für ihren Heimcoach ist sonnenklar: "Ist sie dort ebenso wie bei den German Open in zwei Wochen in Hamburg erfolgreich, hat sie gute Aussichten, die Fahrkarte für die Europameisterschaften Anfang Mai in St. Petersburg zu lösen." Eigentlich kann Esteves schon jetzt kaum noch an Esther Scholten vorbei, "hat sie in dieser Saison bislang doch immer besser abgeschnitten als ihre Konkurrentinnen Swietkowiak und Weingart", möchte van den Akker festgehalten wissen: "Sie ist im Moment einfach besser als die beiden, nicht umsonst führt sie die deutsche Rangliste an."
Mag Scholten national längst wieder absolute Spitze sein, auf internationalem Parkett gelten andere Maßstäbe. "Dort trifft sie auf Gegner, die nix anderes machen als Taekwondo", weiß van den Akker. Um da wirklich mithalten zu können, müsse sein als Physiotherapeutin bei der Neusser medicoreha angestellter Schützling die Trainingsumfänge noch einmal deutlich erhöhen, findet er. Momentan stehen abends drei bis vier Einheiten pro Woche auf dem Programm und nach Möglichkeit geht es ab und zu auch morgens in die Halle. "Gut wäre das Doppelte", sagt ihr Trainer, dem indes durchaus bewusst ist, dass dies nicht so ohne weiteres zu bewerkstelligen ist. Gestern morgen hatte er darum ein Gespräch mit ihrem dem Sport extrem zugetanen Chef Dieter Welsink, "um gemeinsam zu gucken, was noch möglich ist …".
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