Am Ende seines Jubiläumsjahres steckt der vor fünfzig Jahren gegründete Reitsportverein Grimlinghausen voller Pläne. Vorrangig soll die Sanierung des Vereinsdomizils auf dem Selikumer Nixhof in Angriff genommen werden.
Es war ein Jahr ohne große Triumphe. Trotzdem soll 2007 in die Vereinschronik des RSV Grimlinghausen nicht nur als Jubiläumsjahr fünfzig Jahre nach der Gründung des Reitsportvereins eingehen: „Es war ein Jahr der Konsolidierung, eines, in dem wir das Vereinsleben auf eine neue, breite und gute Basis gestellt haben“, zieht RSV-Vorsitzende Angelika Quiring-Perl Bilanz. Marlies Klüter, im Vorstand für die Sparte Voltigieren zuständig, bringt es auf den Punkt: „Früher hatten wir Probleme. Jetzt haben wir Aufgaben.“
Vorrangigste ist die Renovierung und Sanierung des Vereinsdomizils auf dem Nixhof. Und das nicht nur, „weil er optisch im Vergleich zu den umliegenden Gebäuden aus der Reihe tanz“, wie Angelika Quiring-Perl findet. Sondern auch aus ganz pragmatischen Gründen: „Uns fällt der Putz von den Wänden“, sagt Karl-Heinz Hartjes.
Zu diesem Artikel erscheint in der NGZ vom Donnerstag ein Interview mit Beate Bender.
Der Zweite Vorsitzende meint das keineswegs metaphorisch: „Neulich ging einer über den Hof, da fiel ihm ein Klinkerstein vor die Füße. Der war einfach aus der Wand gefallen. Außerdem „fressen uns die Engergiekosten auf.“ Eigentlich kein Wunder bei der schlechten Isolierung: „Die Fenster sind doch aus Bilderrahmenglas“, meint Hartjes.
Da Abhilfe zu schaffen wäre längst überfällig. Dass dies bisher nicht geschah, war nicht nur eine Frage der Finanzen, sondern auch hochkomplizierter Regelungen im Pachtvertrag mit der Stadt als Eigentümerin. Ein Gespräch mit dem Bürgermeister, erzählt Angelika Quiring-Perl, habe jetzt letzte Klarheit gebracht: „Wir bekommen einen städtischen Zuschuss. Sobald es geht, können wir loslegen.“
Dass dabei das meiste in Eigenarbeit geleistet werden soll, „versteht sich bei uns eigentlich von selbst. Das haben wir bei unseren Projekten immer so gemacht“, sagt Hartjes, „für alles andere hätten wir gar kein Geld.“ Immerhin beläuft sich der Jahresetat der Vereins schon jetzt auf eine Viertelmillion Euro, „wir sind mittlerweile eine kleine Firma“, meint Hartjes.
Allerdings eine, die „komplett ehrenamtlich geführt“ wird. Angesichts dieser Situation ist der RSV nicht nur für jede tatkräftige Hilfe dankbar, sondern auch für jede zusätzliche Einnahme. Hartjes freut sich deshalb, dass das Stallgelände „fast komplett ausgelastet“ ist: Vierzig Pferde stehen auf dem Hof, „zwei Boxen sind noch frei“, verrät der Zweite Vorsitzende.
Fast schon mehr als „ausgelastet“, vor allem im Winter, ist die Reithalle. „Es ist mittlerweile schon schwierig, alle zeitlichen Wünsche unter einen Hut zu bringen“, verrät Marlies Klüter. Vor allem der Schulungsbetrieb habe unter Reitlehrer Josef Hamzek enorm zugelegt.
Trotzdem soll das dritte Standbein neben Voltigieren und Reiten noch verstärkt ausgebaut werden: das therapeutische Reiten. „In Zusammenarbeit mit der Michael-Ende-Schule sind wir jetzt Mitglied in der ’Aktion Tandem’“, freut sich Angelika Quiring-Perl.
Die wurde vom benachbarten Unternehmerehepaar Jutta und Burkhard Zülow ins Leben gerufen und bringt in Sportarten wie Radsport, Judo und Kanu, behinderte und nicht-behinderte Nachwuchssportler zusammen. Was auf dem Pferderücken um einiges schwieriger ist als auf dem Fahrrad, schließlich geht es um „Sport am lebenden Objekt“.
„Dafür haben wir unsere über Jahrzehnte gestählten, nervenstarken Voltigierpferde wie Joker, Toby und Rainbow“, erzählt Marlies Klüter. Die Veteranen „verdienen“ sich so im Wortsinne ihr Gnadenbrot, während für die Voltigiergruppen 2007 gleich fünf neue Pferde angeschafft wurden. Kein normales Jahr eben für den RSV.
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