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Lokalsport: Bester Angriff contra beste Abwehr

VON VOLKER KOCH - zuletzt aktualisiert: 20.12.2007 - 21:30

Es ist das Top-Spiel des Wochenendes in der Zweiten Liga Süd. Denn zum Finale der Hinrunde stehen sich Samstag ab 20 Uhr in der Bietigheimer Sporthalle Am Viadukt mit Gastgeber SG Bietigheim-Metterzimmern und dem TSV Bayer Dormagen nicht nur der Tabellensechste und der Spitzenreiter gegenüber. Sondern auch der (zweit-)beste Angriff und die beste Abwehr der Liga.

Er reist am Samstag in die Heimat: Ingo Meckes, Kreisläufer des TSV Bayer Dormagen (hier gegen seinen Bietigheimer Kollegen Jörg Henning) hat bis zu seinem Wechsel nach Dormagen in Heilbronn gelebt - keine halbe Autostunde von der Sporthalle 
am Viadukt in Bietigheim entfernt, in der der TSV am Samstagabend gastiert.  Foto: Hans Jazyk
Er reist am Samstag in die Heimat: Ingo Meckes, Kreisläufer des TSV Bayer Dormagen (hier gegen seinen Bietigheimer Kollegen Jörg Henning) hat bis zu seinem Wechsel nach Dormagen in Heilbronn gelebt - keine halbe Autostunde von der Sporthalle am Viadukt in Bietigheim entfernt, in der der TSV am Samstagabend gastiert. Foto: Hans Jazyk

Zumindest, was die Anzahl der erzielten und kassierten Tore angeht: Die Gastgeber mit ihrem wurfgewaltigen Rückraum um Sandro Catak, Christian Löffler, Sebastian Sauerland und Jeremias Rose haben in 16 Partien 510 Tore erzielt, eins weniger als der HSC Coburg, zwölf mehr als der TSV Bayer Dormagen.

Bietigheim und Coburg sind die einzigen, die überhaupt schon die 500er-Marke geknackt haben. Umgekehrt hat kein anderer Süd-Zweitligist bisher so wenig Gegentreffer hinnehmen müssen wie die Dormagener (406).

Doch ausgerechnet vor dem Aufeinandertreffen mit der torhungrigen SG droht dieser Abwehr eine empfindliche Schwächung. Denn Maciej Dmytruszynski, der mit seinen 202 Zentimetern und 102 Kilogramm ein nur schwer überwindliches Hindernis in der Deckungsmitte darstellt, kommt zwar um eine Operation seines Nasenbeinbruchs herum, ein Einsatz des 48-fachen polnischen Nationalspielers ist dennoch höchst fraglich.

Als wäre das noch nicht genug, drohen dem Team, das heute bereits in sein Stammquartier „Zum Bären“ in Sinsheim aufbricht und dort morgen Vormittag noch eine Trainingseinheit aufs Parkett legt, noch weitere Ausfälle: Bei Kreisläufer Maté Jósza machte sich im Training wieder seine Wadenprellung bemerkbar.

Und Alex Koke zog sich bei einem Sturz in eine Glastür Schnittwunden an der Hand zu. „Schade, denn er war gerade gut drauf“, bedauert Kai Wandschneider. Für den Dormagener Trainer ändert das aber alles nichts an der Zielsetzung: „Wir wollen als Tabellenführer in die EM-Pause gehen.“

Und da wären drei Siege am Samstag, am zweiten Weihnachtstag in Hüttenberg und am 30. Dezember gegen die SG Wallau-Massenheim natürlich das einfachste Mittel, um die Spitzenposition zu halten.

Zumal die Verfolger an diesem Wochenende vor vergleichsweise leichten Aufgaben stehen: Die HSG Düsseldorf, am Mittwoch erst in letzter Sekunde mit 29:30 im DHB-Pokalviertelfinale an der HSG Nordhorn gescheitert, erwartet am Sonntag die TSG Münster, der TV Willstätt muss morgen beim TV Bittenfeld ’ran, der zuletzt drei Mal in Folge verlor.

Am schwersten dürfte es die TSG Friesenheim haben, die am Mittwoch ihr Nachholspiel gegen die HG Oftersheim/Schwetzingen mit 28:27 für sich entschied - nur 24 Stunden, nachdem sie im DHB-Pokal mit 26:37 beim THW Kiel verloren hatte: Sie muss bei Tuspo Obernburg ’ran, das aus den letzten sieben Spielen 10:4 Punkte holte.

Wandschneider findet, dass das seine Schützlinge alles nicht zu interessieren habe: „Wir müssen uns auf uns selber konzentrieren. Jedem, aber auch wirklich jedem einzelnen Spieler muss klar sein, dass er sich gegenüber dem Spiel in Obernburg um einhundert Prozent steigern muss.“

Gespannt ist er auf die Leistung von Vitali Feshchanka im ersten Auswärtsspiel für seinen neuen Verein. Der weißrussische Nationaltorhüter wird nach seinem glänzenden Einstand gegen Eisenach am Samstag auf jeden Fall in der Startformation stehen.

„Eine weißrussische Schwalbe macht noch keinen Sommer“, hofft Wandschneider darauf, dass Feshchanka seine Leistung aus dem Auftaktspiel - Eisenachs Linksaußen Karsten Wöhler: „Ich hatte das Gefühl: Da steht eine Wand“ - konservieren kann. Denn: „Gegen diesen Angriff wird es sehr viel auf die Abwehr und auf den Torhüter ankommen“, ist der Dormagener Trainer überzeugt.

Quelle: NGZ


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