Beim gestrigen Auftakt der Tennis-Bundesliga lieferte der TC BW Neuss beim Titelanwärter TC BW Halle einen erbitterten Kampf ab, doch am Ende fehlte das nötige Quäntchen Glück, um wenigstens einen Punkt mitzunehmen. Die Neusser reisten mit einer 2:4-Niederlage nach Hause.
Halle/Neuss Viel hat nicht gefehlt zur ersten Überraschung der Tennis-Bundesliga 2010. Fast hätte der TC BW Neuss gestern am ersten Spieltag der neuen Saison beim favorisierten Titelanwärter TC BW Halle, der gleich vier Akteure aus der Top 100 der aktuellen Weltrangliste aufbot, einen Punkt geholt. Doch der Einsatz der bei der großen Hitze aufopferungsvoll kämpfenden Neusser wurde am Ende nicht belohnt, sie mussten die Heimreise mit einer bitteren 2:4-Niederlage antreten.
Wie knapp die Partie tatsächlich war, zeigt ein Blick auf die Spielverläufe. Gleich drei der insgesamt sechs Partien wurden im Champions-Tiebreak entschieden, jedes Mal zuungunsten der Quirinusstädter. Die Pechvögel des Tages waren ausgerechnet die beiden deutschen Neuzugänge der Blau-Weissen, denn sie waren an allen Niederlagen im Champions-Tiebreak beteiligt. Zunächst war es Tobias Kamke (ATP 128), der gegen den in der Weltrangliste deutlich vor ihm platzierten Finnen Jarkko Nieminen (ATP 67) im entscheidenden Durchgang mit 6:10 den Kürzeren zog. Noch knapper ging es dann bei Julian Reister (ATP 129) zu, der sich gegen den Spanier Marcel Granollers (ATP 87), vorige Saison noch für Neuss aktiv, mit 4:6 und 6:4 in den Champions-Tiebreak kämpfte, dort aber nach einer 8:7-Führung noch 8:10 unterlag. "Julian hat stark gespielt, aber Granollers hatte in der entscheidenden Phase mehr Ruhe", meinte BW-Sportwart Ingo Parsch. Zum Abschluss bekamen die beiden dann noch die Chance, den Neussern wenigstens einen Punkt zu retten. Doch auch im gemeinsamen Doppel klebte ihnen das Pech am Schläger. Gegen Nieminen und den deutschen Doppelspezialisten Christopher Kas behielten sie zwar im ersten Satz die Nerven und gewannen den Tiebreak, doch nach verlorenem zweiten Durchgang war dann die Luft im Champions-Tiebreak (5:10) raus, als sie ihren Aufschlag zum 4:6 hatten abgeben müssen.
So geht's weiter
Nach der gestrigen Niederlage gegen den TC BW Halle haben die Neusser schon morgen daheim gegen Nürnberg die Chance zu punkten. In der Woche darauf steht nur eine Partie auf dem Programm, dann geht's Sonntag, 11. Juli, zum Lokalrivalen TC BW Krefeld, der gestern mit einer Niederlage gegen Meister Aachen startete.
So knapp diese drei Partien waren, so deutlich holten sich die Gäste letztlich ihre Punkte. Zunächst war es Rui Machado (ATP 124), der portugiesische Neuzugang, der dem bei Halle neuen Franzosen Florent Serra (ATP 64) mit 7:5, 6:3 eine klare Abfuhr erteilte. Beeindruckend war auch die Vorstellung des Niederländers Robin Haase, der voriges Jahr wegen einer schweren Verletzung kein Match für BW bestritt, gestern aber wegen eines sogenannten Protected Rankings in der Weltrangliste (ATP 104) als Neusser Spitzenspieler antrat. Haase bestätigte seine derzeitige Topform und gab in Viktor Troicki immerhin der aktuellen Nummer 42 der Welt mit 7:6(3) und 6:3 das Nachsehen. Im Doppel waren Haase/Machado gegen Troicki/Serra auch nah dran, doch ihnen fehlte im Tiebreak des zweiten Satzes das nötige Quäntchen Glück (10:12). "Den Jungs kann man keinen Vorwurf machen, sie haben alles gegeben. Jetzt müssen wir uns eben die Punkte gegen Nürnberg holen", gab sich BW-Teamchef Marc Raffel kämpferisch.
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