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Tennis: BW Neuss mit neuen Ideen

zuletzt aktualisiert: 26.06.2010

Interview Jochen Hierl, Vorsitzender des TC BW Neuss, zum bevorstehenden Start der Tennis-Bundesliga. Bevor es nächsten Freitag in Halle losgeht, wollen die Blau-Weißen am Mittwoch erstmals mit einer Saisoneröffnungs-Veranstaltung Lust auf mehr machen.

Auf der Trainerbank wird Jochen Hierl (r.), hier mit dem Niederländer Jesse Huta-Galung, in der neuen Bundesliga-Saison nicht mehr Platz nehmen. Die Blau-Weissen haben ihre Organisation umgestellt.   Foto:  H. jazyk
Auf der Trainerbank wird Jochen Hierl (r.), hier mit dem Niederländer Jesse Huta-Galung, in der neuen Bundesliga-Saison nicht mehr Platz nehmen. Die Blau-Weissen haben ihre Organisation umgestellt. Foto: H. jazyk

Die bevorstehende Saison in der Tennis-Bundesliga ist für den TC BW Neuss eine ganz besondere. Der Rekordmeister geht in sein 30. Jahr in der höchsten deutschen Spielklasse. Zwar kein klassisches Jubiläum, doch Anlass genug, um sich für die Anhängerschaft einige Besonderheiten auszudenken. So gibt es zum Beispiel am Mittwoch erstmals eine Bundesliga-Saisoneröffnung. Kurz vor der neuen Saison sprach die NGZ mit Vorsitzendem Jochen "Lupo" Hierl.

Herr Hierl, dass die beiden Neuzugänge Kamke und Reister sich so kurz vor dem Bundesligastart in Wimbledon wieder von ihrer besten Seite zeigen, kommt sicher nicht ungelegen.

Jochen Hierl Das passt uns sehr gut. Denn die ersten beiden Spieltage sind enorm wichtig und da ist es natürlich eine tolle Sache, wenn die Jungs mit viel Selbstvertrauen anreisen. Aber nicht nur die beiden befinden sich momentan in starker Form. Nahezu unser kompletter Kader überzeugt. Für den Niederländer Robin Haase freue ich mich besonders. Die knappe Niederlage gegen den Spanier Rafael Nadal in Wimbledon zeigt, dass er nach seiner schweren Verletzung den Anschluss wieder geschafft hat.

Info

Saisoneröffnung

Mittwoch, 30. Juni

15.45 Uhr Pressekonferenz

16.30 Uhr Begrüßung durch Jochen Hierl (Vorsitzender BW Neuss) und Marc Raffel (Teammanager BW Neuss)

16.45 Uhr Show-Training, u.a. mit Julian Reister und Tobias Kamke 17.45 Uhr Work-Out-Präsentation 18.15 Uhr Aufschlag-Speed-Wettbewerb

19 Uhr Get together mit Snacks, Getränken und Musik

Tombola mit Preisen im Gesamtwert von rund 2000 Euro

Die Anmerkung zielte eher in Richtung Wirkung auf das Publikum.

Hierl Auch in der Hinsicht sind die Erfolge natürlich viel Wert. Denn die beiden sollen unsere Zugpferde werden. Sie werden fünf- bis sechsmal auflaufen, am liebsten noch öfter. Es sieht so aus, als hätten wir mit ihrer Verpflichtung mal wieder das richtige Näschen bewiesen. Aber wie sie sich in der Bundesliga schlagen, muss man noch abwarten. Aus der 2. Bundesliga bei Hartenholm kennen die beiden aber das Mannschaftstennis, sie freuen sich auf die Saison.

Zwei neue deutsche Spieler. Zufall oder hat das auch etwas mit der missratenen Saison 2009 zu tun?

Hierl Das hat vor vor allem etwas damit zu tun, dass die beiden in unser Konzept passen. Wir wollten immer mit jungen deutschen Spielern arbeiten. Spieler wie Kohlschreiber und Petzschner konnten wir aus finanziellen Gründen nicht halten. Danach hatten wir auch Pech, zum Beispiel mit einem Spieler wie Marc Meigel, der den Durchbruch nicht geschafft hat. Aber natürlich hat auch 2009 eine Rolle gespielt. Nach so einer schlechten Saison darf man nicht so tun, als sei nichts geschehen. Wir mussten gleich mehrere Dinge verbessern.

Welche Lehren haben Sie denn noch gezogen?

Hierl Wir haben unseren Stab um die Mannschaft erweitert, die komplette Organisation auf breitere Beine gestellt. Zum Beispiel haben wir in Thomas Olschowski einen zusätzlichen Trainer engagiert. So kann ich mich um andere Dinge kümmern. Toll ist auch, dass unser Ältestenrat wieder aktiv eingreift. Wir haben alles auf den Prüfstand gestellt, was in den vergangenen Jahren nicht gut war. Es war ein schleichender Prozess, der die schlechte Saison 2009 verursacht hat.

Ist die neue Saisoneröffnung ein Zeichen der Annäherung?

Hierl Wir wollen uns vor der Saison den Sponsoren und den Zuschauern in lockerer Atmosphäre und ohne den Druck der Meisterschaft präsentieren. Wir haben vor, die Bundesligaspieler wieder mehr in den Klub einzubinden, deswegen wird ein Großteil des Teams am Mittwoch da sein. Wie das ankommt, werden wir sehen. Es ist ja der erste Versuch.

30 Jahre Bundesliga. Was bedeutet das für Blau-Weiss?

Hierl Das ist auf jeden Fall eine Verpflichtung für uns. Wir wollen zeigen, wer und was BW ist – im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten. Wir stehen für Kontinuität, Zuverlässigkeit und dauerhafte Höchstleistungen. Darüber hinaus wollen wir unsere erfolgreiche Geschichte bewahren.

Ihre Wünsche für die Saison 2009?

Hierl Ich wünsche mir am meisten Anerkennung mit Füßen und Händen, dass die Anlage bei schönem Wetter voll ist. Die Bundesliga lebt von den Fans, da ist sportlicher Erfolg natürlich eine wichtige Voraussetzung.

David Beineke führte das Gespräch.

Quelle: NGZ


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