Handball Zweitligist TV Korschenbroich verliert in Bittenfeld mit 21:22 – erstmals nach 32 Siegen in Folge
Während seine Schützlinge am Sonntag schon wieder beim Almabtrieb des Trikotsponsors ihren Pflichten nachkamen, saß Khalid Khan zu Hause und leckte seine Wunden. Dabei grämte sich der Trainer des TV Korschenbroich nicht einmal darüber, dass am Vorabend eine stolze Serie von 32 Pflichtspielsiegen in Folge zu Ende gegangen war, denn damit war nach dem Aufstieg in die Zweite Liga zu rechnen gewesen. Viel mehr wurmte den Handball-Lehrer, wie der Neuling verloren hatte: absolut unglücklich – und das beim "Geheimfavoriten" der Zweiten Liga Süd, dem von ihm so hoch geschätzten TV Bittenfeld.
"Wenn mir vor dem Spiel einer eine Niederlage mit einem Tor Unterschied angeboten hätte, hätte ich sofort eingeschlagen", meinte Khan nach dem 21:22 (Halbzeit 10:10) in die traditionell ausverkauften Gemeindesporthalle vor den Toren Waiblingens, "jetzt sehe ich das anders." Und damit meinte er nicht allein die Tatsache, dass Simon Breuer dreißig Sekunden vor dem Schlusspfiff freistehend an Daniel Sdunek im Bittenfelder Gehäuse scheiterte.
Einen Vorwurf wollte er seinem Mittelmann aber nicht machen, im Gegenteil. Denn weil Linkshänder David Breuer wegen einer im Auftaktspiel gegen TuSEM Essen erlittenen Zerrung nur als Zuschauer ins Schwäbische mitgereist war, avancierte sein Bruder zum "Alleinunterhalter" im Korschenbroicher Rückraum und erzielte acht Tore. "Ohne Dave fehlt uns einfach die nötige Durchschlagskraft im Rückraum", stellte Khan fest, der es aus diesem Grund mit der taktischen Variante von zwei Kreisläufern versuchte: Marcel Görden (5) und Jörn Ilper (4) nutzten die Räume zwar zu neun Treffern, doch vom Rest kam einfach zu wenig. "Mit unserer Abwehrarbeit haben wir aber bewiesen, dass wir in der Zweiten Liga durchaus mithalten können", meint der TVK-Trainer.
Dazu kam ein Thomas Bauer in Glanzform: Der österreichische Nationaltorhüter, dem Khan "aus einer Bauchentscheidung heraus" den Vorzug vor dem gesundheitlich angeschlagenen Marcel Leclaire gegeben hatte, brachte die Bittenfelder Angreifer mit 21 Paraden zur Verzweiflung: "Das hatten wir uns anders vorgestellt", meinte deren Co-Trainer Klaus Hüppchen, "was die Torwürfe anbetrifft, haben wir noch sehr großes Potenzial." Im Gegensatz dazu war Trainer Günter Schweikardt mit der Abwehrarbeit seiner Schützlinge sehr angetan.
Die Bittenfelder, die zum Saisonauftakt mit einem 28:28-Remis beim letztjährigen Vizemeister TSG Friesenheim aufhorchen ließen, konnten sich so nie entscheidend absetzen. Nur ein Mal, beim 19:16 nach 48 Minuten, lagen sie mit mehr als zwei Treffern in Front. Der TVK, der seinerseits nur beim 14:13 (38.) ein Mal geführt hatte, steckte aber nicht auf und glich durch Simon Breuers Treffer 117 Sekunden vor Schluss zum 21:21 erstmals wieder aus. 15 Sekunden später stellte dann Simon Baumgarten den Endstand her. "Eigentlich hätten wir einen Punkt mitnehmen müssen", meinte Khan, "aber so gleich sich alles wieder aus." Schließlich hatten die Korschenbroicher vor Wochenfrist erst in der Schlusssekunde die zwei Auftaktpunkte sichergestellt. Gegen Mitaufsteiger HG Saarlouis soll's nun am Samstag weniger spannend zugehen.
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