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Lokalsport: Das Märchen geht weiter

VON TOBIAS KÄUFER - zuletzt aktualisiert: 26.11.2009 - 21:30

Mit einem Sieg über den ThSV Eisenach könnte der TV Korschenbroich morgen Abend sogar auf den zweiten Tabellenplatz der Zweiten Liga Süd klettern. Doch Trainer Khalid Khan warnt vor allzu viel Euphorie.

Erzielte den Siegtreffer in der Schlusssekunde: Simon Breuer. Foto: NGZ
Erzielte den Siegtreffer in der Schlusssekunde: Simon Breuer. Foto: NGZ

Um 4 Uhr morgens endete für die meisten Akteure des TV Korschenbroich am Donnerstagmorgen das Gastspiel bei der SG Bietigheim. Mit einem 36:35-Sieg im Gepäck ließ sich die rund sechsstündige Busfahrt aus dem Schwabenland allerdings leichter ertragen. "Der ein oder andere Spieler wird sicher den Videotext fotografieren", scherzte Geschäftsführer Peter Irmen. "Und der Vorstand ganz sicher auch."

Das Handball-Märchen trägt den Aufsteiger derzeit im Drei-Tages-Rhythmus von Erfolg zu Erfolg, und nicht nur die Fans schauen staunend zu. "Wir dürfen jetzt nicht übermütig werden. Für uns kann das Ziel nur heißen, so schnell wie möglich die Punkte zum Klassenerhalt zu sammeln", dämpft Trainer Khalid Khan die Euphorie. Die aktuelle Diskussion um das "Aufstiegsverbot" der sportlichen Leitung ignoriert der Trainer: "Mich interessiert nur das Spiel am Samstag gegen Eisenach. Das wird ein verdammt harter Fight, denn der ThSV muss unbedingt gewinnen, um da unten rauszukommen." Anwurf der Partie ist am Samstag um 19.30 Uhr in der Waldsporthalle.

Info

Maik Handschke

Der Trainer des ThSV Eisenach spielte 1992 in Düsseldorf, von 1993 bis '97 in Dormagen, von '98 bis 2001 in Essen und danach in Gummersbach und wohnte in dieser Zeit in Wevelinghoven.

Der TVK (17:9) wiederum könnte am Wochenende mit einem Heimsieg sogar die auf Rang zwei positionierte TSG Friesenheim (17:7) überflügeln, die vor einem spielfreien Wochenende steht. Doch ausgerechnet die Friesenheimer dienen als warnendes Beispiel, kam der Aufstiegsfavorit doch am vergangenen Wochenende in Eisenach mit 29:33 unter die Räder. Rund 60 Stunden bleiben zwischen der Ankunft am Donnerstagmorgen und dem Anpfiff am Samstag zur Regeneration. Khan verordnete seinen Schützlingen individuelles Lauftraining in den einzelnen Wohnorten. Eine Spielverlegung auf den Sonntag kam für den TVK trotzdem nicht in Frage. Auch die zeitgleiche Partie von Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach gegen Schalke 04 (18.30 Uhr) bewegte die Verantwortlichen nicht zum Umdenken. Viele TVK-Fans, die eine Borussia-Dauerkarte haben, werden so um die Möglichkeit gebracht, ihren beiden Lieblingsteams die Daumen zu drücken. "Kundenpflege" sieht anders aus.

Eisenach-Coach Maik Handschke freut sich derweil auf eine Rückkehr in den Rhein-Kreis Neuss. Der ehemalige Profi, der in Düsseldorf, Dormagen und Essen spielte, wohnte lange Jahre in Wevelinghoven. "Wir sind bestimmt nicht der Favorit, aber auch nicht chancenlos. Wenn wir an die Leistungen aus den Heimspielen gegen Bietigheim und Friesenheim anknüpfen können, dann wird es schwer für den TVK", verspricht Handschke einen heißen Tanz. Der Höhenflug des TVK beeindruckt ihn dagegen nicht wirklich: "In der 2. Liga Süd überrascht mich gar nichts mehr. Da sind immer Mannschaften, die eine Zeit lang einen Lauf haben."

Die Kehrseite des Erfolges werden derweil die Verantwortlichen des TVK bald zu spüren bekommen: "In der EM-Pause im Januar werden wir Vertragsgespräche mit dem aktuellen Kader aufnehmen", erklärt Sportchef Klaus Hintzen.Billiger werden die Stammspieler ganz sicher nicht werden. Bis dahin müssen wichtige Personalien geklärt sein: Bleibt Trainer Khalid Khan, übernimmt Jörn Ilper wie angedacht die sportliche Leitung und mit welchen Spielern will der TVK in die schwierige Qualifikationssaison zur eingleisigen 2. Liga gehen.n Da bleibt nicht viel Zeit, um in den Videotext zu schauen.

Quelle: RP

 
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