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Handball: Das pure Handball-Erlebnis

VON DIRK SITTERLE - zuletzt aktualisiert: 20.05.2010 - 21:30

Ab Freitag spielen beim Quirinus-Cup rund 3000 Nachwuchs-Handballer aus zwölf Nationen um den Einzug in die Endrunde am Pfingstsonntag in der Hammfeldhalle. Bereits am Donnerstag trafen die Teams aus Osteuropa ein.

Nicht nur auf dem Feld geht es bei der Finalrunde in der Hammfeldhalle zur Sache, auch auf der Tribüne wird kräftig Stimmung gemacht.   Foto:  Woi
Nicht nur auf dem Feld geht es bei der Finalrunde in der Hammfeldhalle zur Sache, auch auf der Tribüne wird kräftig Stimmung gemacht. Foto: Woi

Bis Sonntagabend, wenn in der Hammfeldhalle mit dem Endspiel der männlichen Jugend A auch der letzte Sieger gekürt ist, stehen beim Quirinus-Cup des Neusser HV insgesamt 476 Spiele auf dem Programm. Doch der Wahnsinn begann eigentlich schon am Donnerstag , denn die Macher eines der größten und renommiertesten Hallenturniere für den handballerischen Nachwuchs in Europa sind längst auch als Reiseführer gefragt.

Die Teams aus dem Osten des Kontinents, die dem Handball-Spektakel seit der Premiere 1983 seine unvergleichliche Atmosphäre verleihen, sind bereits da – und wollen betreut sein. "Wir sprechen dabei von gut und gerne 400 Sportlern", hat Chef-Organisator Wolfgang Spangenberger ermittelt.

Info

Quirinus-Super-Cup

Seit seiner Premiere im Jahre 1983 wird beim Quirinus-Cup der Super-Cup vergeben. Den enthält der Verein, der während des Turniers die meisten Mannschaften unter die ersten Vier bringt. Pokalverteidiger ist der Neusser HV, der die Trophäe bereits sechs Mal in Empfang nehmen durfte. In diesem Jahr zählt der Gastgeber natürlich erneut zu den Favoriten. Als härteste Konkurrenten gelten Dukla Prag und RK Pivovarna Lasko Celje aus Slowenien.

Die Rumänen aus Fagaras und Oradea sowie die Moldawier aus Chisinau haben in der Realschule in Holzheim Station gemacht, werden dort verköstigt und zu ihren Freundschaftsspielen gebracht. Gleiches gilt für die Delegationen aus der Ukraine (Kiew) und Polen (Lublin). Um die jungen Handballer zu den Partien in Krefeld, Wülfrath und Venlo zu bringen, müssen extra Busse organisiert werden.

Ein ganz beträchtlicher Aufwand, fürwahr, doch vor echte Probleme stellt das Spangenberger und seine erfahrene Mannschaft nicht. "Das ist alles eine Sache der richtigen Organisation", sagt er lächelnd. Dass die starken Handballer aus den ehemaligen Ostblock-Staaten den Rhein dieses Mal fast problemlos erreichten – im Vorjahr hatte die Polizei in Görlitz den klapprigen Bus aus Chisinau an der deutsch/polnischen Grenze kurzerhand aus dem Verkehr gezogen –, sorgt zusätzlich für beste Stimmung. "Alle sind fröhlich", bestätigt der während des dreitägigen Turniers für die Pressearbeit zuständige Klaus Wehling.

Als Team zum Erfolg: Die tschechischen Handballerinnen von Sokol Pisek schwören sich beim Quirinus-Cup vor mehr als 1000 Zuschauern auf das Finale ein. Foto: NGZ

Beim Cup werden die Talente bereits erwartet. Ludwig Kranz, Allrounder im Team des Neusser HV (C-Jugend), ist vor allem auf die körperlichen Unterschiede gespannt. "Wir haben mal gegen Dukla Prag gespielt – und das waren ganz schöne Brocken", weiß der auch für die Niederrhein-Auswahl tätige Neusser zu berichten.

Patrick Hüter sieht die Angelegenheit eher entspannt. Die Giganten aus Kiew schocken ihn wenig, ist er doch gerade erst mit der C-Jugend des TSV Bayer Dormagen Westdeutscher Meister geworden. Sein Ziel ist darum klar: "Wir wollen ins Finale!"

Nichts von falscher Bescheidenheit hält auch Uwe Klause, Trainer der männlichen D-Jugend des gastgebenden NHV: "Natürlich wollen wir ins Finale, dafür spielen wir das Turnier doch." Bei den Jüngsten sollten die von Matthias Stegemann betreuten Knirpse des TSV Norf bei der Vergabe der vorderen Plätze ein gehöriges Wörtchen mitzureden haben.

Zwar müsste der ungeschlagene Kreismeister auf dem Weg ins Finale am stets bärenstarken Nachwuchs aus Rijeka vorbei, doch das stört den Coach nicht: "In unserer Mannschaft steckt nämlich jede Menge Qualität." Das gilt freilich für die gesamte Veranstaltung, die selbst für Landesmeister längst zum Pflichttermin geworden ist.

Gewinnen ist beim Cup mit seinen fast 200 Teams allerdings beileibe nicht alles. Hier werden Freundschaften fürs Leben geschlossen, weiß Jochen Kallenberg, der Herr der Spielpläne: "Viele, die als Spieler am Turnier teilgenommen haben, kommen als Betreuer oder Trainer wieder." Patrick Hüter, der bereits zum dritten Mal dabei ist, benötigt für seine ganz persönliche Einschätzung nur drei Worte: "Einfach eine Riesensache."

Quelle: NGZ


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