Gegen Concordia Delitzsch will Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen die Erfolgsserie von fünf Siegen in Folge weiter ausbauen. Doch Trainer Kai Wandschneider macht sich auf ein hartes Stück Arbeit gegen die Sachsen gefasst.
Lieblingsgegner sehen anders aus: Am 20. Dezember vergangenen Jahres kassierte der TSV Bayer Dormagen bei Concordia Delitzsch eine empfindliche 28:31-Schlappe. Im Rückspiel, es war das letzte reguläre Heimspiel der vergangenen Saison, bekleckerten sich die Dormagener bei ihrem 27:24-Sieg über die Sachsen auch nicht gerade mit Ruhm.
Am Samstag (18.30 Uhr) ist der 1. SV Concordia wieder zu Gast im TSV-Bayer-Sportcenter. Und da erwartet Kai Wandschneider nicht nur einen Sieg, sondern „möglichst einen überzeugenden, um das Feuer der Aufstiegseuphorie weiter am Brennen zu halten.“
Ein Sieg brächte die Dormagener in die komfortable Lage, zuzuschauen, wie sich die Verfolger gegenseitig die Punkte wegnehmen, schließlich stehen sich mit dem HSC Coburg und der HSG Düsseldorf am Samstag (16.30 Uhr) der Tabellenvierte und der Tabellendritte im direkten Duell gegenüber.
Ein Sieg wäre auch ein weiterer Schritt auf dem Weg zum ersten Nahziel: „Wir wollen einen neuen Hinrundenrekord aufstellen“, sagt Wandschneider. Die bisher beste erste Serie legten seine Schützlinge in der Spielzeit 2005/2006 aufs Parkett, als sie es (bei allerdings 19 Vereinen) auf 28:8 Punkte brachten.
Ein Jahr zuvor waren es 25:9 Zähler, vor Jahresfrist sogar nur 23:11. Jetzt stehen 23:3 Punkte auf dem Konto - zum Vergleich: Melsungen schloss die Hinrunde 04/05 mit 31:3, Balingen die 05/06 mit 31:5 und Tusem Essen die in der vergangenen Saison mit 30:4 Punkten ab - allen dreien gelang anschließend der direkte Aufstieg.
„Dafür brauchen wir aber eine mindestens einhundertprozentige Einstellung auch gegen Delitzsch“, macht Wandschneider klar, was er am Samstag Abend von seinen Schützlingen erwartet.
Das um so mehr, als die Gäste eine der besten Abwehrreihen der Zweiten Liga Süd stellen: Nur vier Klubs (Dormagen 332, Hüttenberg 351, Gensungen 352 und Obernburg 357) kassierten in den bisherigen 13 Saisonspielen weniger Gegentore als die 259 der Delitzscher.
„Die haben eine sehr kompakte Abwehr, das sind alles richtige Brocken“, weiß Wandschneider über die Schützlinge seines Kollegen Uwe Jungandreas, mit dem ihn ein gutes Verhältnis verbindet.
Der muss allerdings mit dem Handikap leben, dass seine Nummer eins zwischen den Torpfosten, Mario Huhnstock, wegen eines Kahnbeinbruchs ausfällt. Entsprechend fielen die Ergebnisse aus, denn auf den 20:19-Sieg in Gensungen folgten drei sieglose Partien in Folge: die überraschende 25:32-Heimschlappe gegen Münster, ein 27:34 beim Bergischen HC und ein 26:26 gegen den EHV Aue.
Dass Delitzsch aber gerade den Spitzenteams gefährlich werden kann, zeigen zwei Ergebnisse: gegen Willstätt gab es nur eine 26:27-Niederlage, in Coburg sogar einen 28:26-Sieg.
„Wir sind gewarnt“, sagt Wandschneider mit Blick auf diese Ergebnisse. Ihm steht voraussichtlich bis auf die Langzeitverletzten Kjell Landsberg, Tim Henkel und Max Holst sein kompletter Kader zur Verfügung, wenngleich Ingo Meckes (krank) und Adrian Pfahl (Beschwerden an der Patellasehne) angeschlagen sind.
„Vielleicht kommen ja die häufiger zum Einsatz, die zuletzt nicht so viel gespielt haben“, orakelt Wandschneider. Er macht aber gleich klar: „Wenn ich sie dann bringen, müssen sie ihre Chance auch nutzen.“
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