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Lokalsport: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

VON HENDRIKE SPAAR - zuletzt aktualisiert: 06.04.2007 - 20:32

Die Konkurrenz war groß, die Überraschung im Hause Ballas deshalb noch größer, als die ringerverrückte Familie die frohe Botschaft erreichte, dass Ramona Ballas von den Lesern der Neuß-Grevenbroicher Zeitung zur „Sportlerin des Monats März“ gewählt wurde. Dabei hätte sich die Überraschung in Grenzen halten können - schließlich ist die 16 Jahre alte Ringerin des AC Ückerath nicht die erste in der Familie, der eine solche Ehre zu teil wird.

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Ihr Vater Rolf, selbst jahrelang erfolgreicher Ringer des ACÜ wurde 1981 als 18-Jähriger bei der vierten Auflage der NGZ-Sportlerwahl sogar zum „Sportler des Jahres“ gewählt.

Ob das seiner Tochter in diesem Jahr auch gelingt, steht zwar noch in den Sternen, die besten Voraussetzungen, um in die großen Fußstapfen ihres Vaters zu treten, hat die talentierte Gesamtschülerin offensichtlich aber mit in die Wiege gelegt bekommen. Schon seit ihrer frühsten Jugend begleitete sie gemeinsam mit ihren beiden Schwestern Natascha (18) und Franziska (14) Vater Rolf in die Ringerarenen Deutschlands und schnupperte so früh Hallen- und Mattenluft. „Anscheinend haben alle drei meine Ringer-Gene abbekommen“, erklärt sich Rolf Ballas die Begeisterung seiner Kinder fürs Ringen. Allerdings ist das nicht die einzige Erklärung: Auch Opa Johann steckte sich als Jugendlicher mit dem Ringer-Virus an und gab diesen offensichtlich an seine Nachkömmlinge weiter. „Ringen ist bei uns eine Familientradition“, bringt es Rolf Ballas auf den Punkt.

Auf den Punkt fit war Ramona auch bei den Deutschen Meisterschaften, bei denen sie sich ihren dritten Titel in Folge sicherte. In der Gewichtsklasse bis 52 Kilogramm ist die Ückeratherin zurzeit Deutschlands Nummer eins und damit das Maß aller Dinge. International kommt die Konkurrenz momentan aus Russland, Norwegen und Schweden. „Wenn sie auf dem Teppich bleibt, dann traue ich ihr eine große Zukunft zu “, verrät Ballas, der als Trainer weiß wovon er spricht, „das Potenzial, hat sie auf jeden Fall.Vielleicht reicht es sogar mal für Olympische Spiele“

Dennoch geht auch im Hause Ballas die Schule vor. Da kommt es der Familie gerade recht, dass Ramona mit dem Teilinternat an der Bertha-von-Suttner Gesamtschule in Nievenheim beste Voraussetzungen vorfindet. „Durch den Bundeskader und die vielen Turniere ist sie viel unterwegs und muss oft von der Schule befreit werden“, erklärt der Vater, „das wäre kaum machbar, wenn die Schulleitung nicht mitziehen würde.“ Denn über eins ist sich im Hause Ballas jeder im Klaren: Egal wie erfolgreich die Töchter ihren Sport betreiben - leben kann man vom Ringen natürlich nicht. Deshalb hat die Ringerin auch schon genaue Vorstellungen davon, was sie nach der Schule mal machen will: „Physiotherapeutin fände ich schon gut. Passt ja auch irgendwie zu meinem Sport.“

Gedanken macht sich die ehrgeizige Neuntklässlerin darüber im Moment aber nicht. Denn beim Bundeskader-Lehrgang in Aschaffenburg, wo sich die 16-Jährige auf die nächsten großen Aufgaben vorbereitet und von ihrer Wahl zur Sportlerin des Monats erfuhr, dreht sich selbstverständlich alles ums Ringen. „Ich möchte zur EM und meinen fünften Platz aus dem Vorjahr verbessern“, erklärt Ramona, „zudem steht der Große Preis der Bundesrepublik Deutschland an, bei dem ich vor eigenem Publikum unbedingt mal gewinnen will.“ Kaum zu glauben, dass die Schülerin mit sieben Jahren über das Ballett zum Ringen kam: „Irgendwie war das dann doch nicht das Richtige“, erinnert sie sich und fügt hinzu: „Ich brauche wohl eher eine Sportart bei der ich mich total auspowern kann“.

Quelle: NGZ

 
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