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Lokalsport: Der Champion kommt aus Panama

VON KLAUS GÖNTZSCHE - zuletzt aktualisiert: 01.01.2008 - 21:30

Vor zwölf Jahren ist Eduardo Pedroza aus Panama nach Deutschland gekommen. In Bremen lebte sein Onkel Jorge Vergara, er vermittelte seinen Neffen an den Stall des Trainers Stefan Wegner. Schon am 5. November 1995 hat der zuvor in Pananma City in 95 Rennen erfolgreiche Reiter in Bremen im Sattel von Celestial Knight sein erstes Rennen gewonnen.

Am Sonntagnachmittag ist er in Dortmund zum deutschen Jockeychampion der Saison 2007 gekürt. 115 Rennen hat er in dieser Saison auf deutschen Bahnen gewonnen. Vier davon auch in Neuss mit Lasse, Nasibow, Time Will Tell und Aturo. Es waren wichtige Punkte im Endkampf gegen den hart kämpfenden Kontrahenten Andreas Helfenbein.

Pedroza: „Ich kann das immer noch nicht glauben. Eigentlich wollte ich nur ein oder zwei Jahre in Deutschland bleiben und dann zurück nach Panama. Ein Jahr reihte sich an das nächste. Innerlich bin ich total aufgewühlt, wenn ich nur daran denke.“ Ein dunkelhäutiger Reiter aus dem fernen Panama als deutscher Jockeychampion, schon außergewöhnlich, doch im Falle von Eddy Pedroza auch wieder nicht. Wie sehr er akzeptiert ist, zeigt ein Ereignis in Bad Doberan-Heiligendamm. Dort hat man an seinem Geburtstag vor drei Jahren die Nationalhymne von Panama besorgt und einen zu Tränen gerührten Reiter erlebt.

In der Saison 2006 wählten ihn die Mitglieder des Galopp Clubs-Deutschlands zur Turfpersönlichkeit des Jahres und das Championat hat er sich erkämpft, obwohl er zu Saisonbeginn wegen einer Behinderung etliche Wochen gesperrt war. Der erste Siegpunkt in Deutschland kam erst am 7. April in Mülheim an der Ruhr zustande. Die Sperre sprach damals Chefrennleiter Dr.Peter Tasch aus, der trotzdem sagt: „Ich mag ihn sehr. Er ist professioneller geworden und hat auch sein Gewichtsproblem besser im Griff als in den ersten Jahren.“

Dennoch sieht man Pedroza vor fast jedem Renntag auf dem Geläuf seine Runden drehen - die letzten Pfunde werden auf diesem Wege reduziert. Bei einer Größe von 1,72 Meter sind 55 Kilogramm schon eine enorme Anstrengung und Ritte unter diesem Gewicht gehen kaum. Eddy Pedroza hat frühzeitig die deutsche Sprache erlernt, mag Werder Bremen und Schalke 04, wollte selbst Fußballprofi werden und in diesem Jahr ritt er auf dem königlichen Rasen von Ascot vor den Augen der Königin von England im Sattel der Stute Mi Emma aus dem Stall des Hamburger Kaffeerösters Albert Darboven auf einen zweiten Platz in einem Rennen der Weltklasse.

Das Championat aber wurde nicht durch Spitzenpferde wie Mi Emma erreicht, sondern durch reine Fleißarbeit. Über 500 Ritte sind nur mit einem Aufwand von mehr als 100 000 Kilometern zu schaffen. 1,17 Millionen Euro haben die von ihm gerittenen Pferde dabei für die Besitzer verdient. Für den Reiter bleiben davon fünf Prozent, und wenn man das Gehalt am Stall von Trainer Andreas Wöhler in Ravensberg bei Gütersloh und die Honorare für 524 Ritte dazurechnet, kommen schon ein Jahreseinkommen von mindestens 120 000 Euro zustande.

Spitzenjockeys verdienen auch in Deutschland gut, trotzdem herrscht Mangel an guten Fachkräften. Nicht umsonst kommt der aktuelle Jockeychampion aus Panama. Zur Championsehrung war Bruder Louis von dort angereist. Er weilte am Weihnachtrenntag auch schon in Neuss, Eddy überreichte damals ihm seinen Ehrenpreis aus dem Erich Schenk-Rennen.

Quelle: NGZ


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