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Radsport: Der Radsport stirbt einen langsamen Tod

zuletzt aktualisiert: 22.07.2010 - 13:06

Er ist dünn geworden, der Veranstaltungskalender des Bundes Deutscher Radfahrer. Von dem einstmals guten Dutzend Kriterien im Anschluss an die Tour de France sind drei übrig geblieben: Die Tour de Neuss am 28., die City-Nacht in Rhede (30.) und die SWK-Classic in Krefeld (31.) – das war's.

Und selbst, wie lange es diese Rennen gibt, steht in den Sternen. Stephan Hilgers jedenfalls will seine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass der Neusser Radfahrerverein (NRV) im nächsten Jahr noch die Tour de Neuss auf die Beine stellt. "Wir leben in harten und schwierigen Zeiten", sagt der Vorsitzende, "wir mussten in Sachen Sponsoring einige Rückschläge hinnehmen." Um 20 Prozent sei der Haushalt für die neunte Auflage gegenüber dem Vorjahr geschrumpft, vor ein paar Wochen, erzählt Schatzmeister Rudi Hahne, "sah es noch finsterer aus".

Doch "wir sind als Kämpfer auf die Welt gekommen", sagt der NRV-Chef und sieht sich darin seinem verstorbenen Vorgänger Friedhelm Hamacher ("nit kalle, donn") verpflichtet. Nicht der Sponsor an sich sei dem NRV abhanden gekommen, sagt Hilgers, "die meisten sind seit der ersten Auflage 2002 dabei", weiß Hahne. Nur gebe der Einzelne weniger als früher. Das habe nicht so sehr mit dem Image des Radsports als mit der wirtschaftlichen Lage zu tun: "Ich kann die Leute verstehen", sagt Hilgers, selbst Inhaber eines Gartenbaubetriebes.

Dass dennoch für Mittwoch ein starkes Fahrerfeld verpflichtet werden konnte, sei dem "geschickten Verhandeln" des Sportlichen Leiters Andreas Kappes zu verdanken. "Die Fahrer kommen uns entgegen, weil sie ein Interesse daran haben, den Radsport in Deutschland zu erhalten", sagt dessen Mitarbeiterin Nadja Rath. So würden manche auf besser dotierte Starts im Ausland verzichten, um auf heimischen Straßen zu fahren. Ob das Sterben auf Raten damit aufzuhalten ist, weiß aber auch sie nicht.

Quelle: NGZ/dhk

 
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