Nein, der Abgang von Christoph Schindler zum VfL Gummersbach hat die Initiatoren des "Dormagener Modells" nicht aus der Bahn geworfen. Auf der Podiumsdiskussion am Mittwoch am Höhenberg stellte Christoph Buchbender, Vorstandsmitglied der RheinLand-Versicherungen noch einmal klar: "Wir sind nicht personen-, sondern konzeptorientiert."
Mit dem "Dormagener Modell" soll versucht werden, in Sachen Handball den Spitzensportstandort Dormagen auf Dauer zu etablieren, ihn unabhängig vom Wohl und Wehe eines einzelnen Großsponsors zu machen. Herzstück des Modells ist der Versuch einer "dualen Karriere", sprich: Leistungssportler, in diesem Fall Handballer, sollen Berufsausbildung und Sport unter einen Hut bringen können. "Eine sympathische und gute Idee, findet auch Bundestrainer Heiner Brand", und betätigt sich sogleich als Fürsprecher: "Handballer sind Teamplayer, genau die werden in der Wirtschaft gesucht."
Ins gleiche Horn stößt der ehemalige National-Torhüter Andreas Thiel. Der Rechtsanwalt hatte während seiner Karriere als Handballer sein Jura-Studium abgeschlossen und steht voll hinter dem Konzept, Ausbildung und Sportkarriere zu verbinden: "Mittelfristig werden wir wieder dahin kommen, weil so viel Geld in unserem Sport einfach nicht zu generieren ist. Vereine wie der HSV, Lemgo und die Rhein-Neckar-Löwen leben von geschenktem Geld. Dazu bedarf es allerdings auch eines Umdenkens in den Schädeln der Spieler." Auf das herkömmliche Sponsoring könne der Verein freilich nach wie vor nicht verzichten, sagte Buchbender.
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