Die Zweite Liga startet am Wochenende in eine historische Spielzeit, an deren Ende die Eingleisigkeit steht. Das bedeutet für (fast) alle Kampf um den Klassenverbleib, denn nur neun Klubs jeder Staffel sind direkt qualifiziert.
Kai Wandschneider empfindet einerseits Genugtuung, andererseits Mitleid mit seinen Kollegen: "Ich bin heilfroh, dass wir damit nichts zu tun haben", sagt der Trainer des DHC Rheinland mit Blick auf den Überlebenskampf in den Zweiten Ligen Nord und Süd.
Denn selbst wenn die Dormagener absteigen sollten, haben sie für die Spielzeit 2011/12 die Qualifikation zur eingleisigen Zweiten Liga sicher. Ganz im Gegensatz zu jenen 18 Mannschaften im Süden und (nach der Insolvenz von Concordia Delitzsch) 17 Klubs im Norden, die am Wochenende den Spielbetrieb und die Jagd auf die Qualifikation für die Eingleisigkeit aufnehmen.
Der Modus ist klar geregelt: Die beiden direkten Erstliga-Absteiger, der Verlierer der Relegation (wie bisher der Bundesliga-Drittletzte gegen den Sieger aus dem Duell der Zweitliga-Vizemeister) sowie die Zweitligisten auf den Plätzen zwei bis einschließlich neun haben ihr Startrecht in der neuen Liga sicher. Die beiden Zehntplatzierten spielen in einer Relegationsrunde mit den vier Drittligameistern die beiden verbleibenden Plätze aus. "Das wird ein Hauen und Stechen", ist Wandschneider überzeugt. Die Saisonziele der 18 Süd-Zweitligisten geben ihm Recht: Zwei, Erstliga-Absteiger HSG Düsseldorf und der in der vergangenen Saison in der Relegation gescheiterte Bergische HC, geben den Aufstieg als Saisonziel an. Fast alle anderen nennen als solches unverblümt die "Qualifikation für die eingleisige Liga". Bescheidener geben sich höchstens die Aufsteiger, die von Platz zehn (TV Groß-Umstadt) oder dem "Klassenverbleib" (OSC Rheinhausen, SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen) sprechen. Mit Platz zehn würde sich auch die TSG Obernburg zufrieden geben. Bleiben also 14 Klubs, die sich um die Ränge eins bis zehn streiten , darunter auch der TV Korschenbroich. Eine Prognose scheint da kaum möglich.
Die Spitzenklubs Einen Top-Klub wie in den Jahren zuvor gibt es nicht. Die selbst ernannten Aufstiegsanwärter Bergischer HC und HSG Düsseldorf blieben in der Vorbereitung jedenfalls den Nachweis schuldig, ein solcher zu sein. Die SG Bietigheim (mit unverändertem Kader) und der TV Hüttenberg (mit den Wetzlarern Timm Schneider und Sebastian Weber verstärkt), der TV Bittenfeld und der wiedererstarkte HSC Coburg könnten ihnen gefährlich werden.
Die Mittelklasse Dahinter sollten ThSV Eisenach, Vorjahresaufsteiger TV Neuhausen, die HG Saarlouis und der TV Korschenbroich die restlichen Qualifikationsplätze unter sich aus machen – falls der TVK an die Leistungen der starken Hinrunde anknüpfen kann und eine Lösung für seine Problemposition Halblinks findet, könnte sogar mehr drin sein.
Die Gefährdeten HC Erlangen (ohne Linkshänder im Rückraum), TSG Groß-Bieberau, HSG Frankfurt, Tuspo Obernburg und die Aufsteiger können höchstens auf eine erfolgreiche Relegation hoffen.
Der Vergleich Im Norden ist die Sache wesentlicher einfacher: Von den ohnehin nur 17 Klubs müssen SC Magdeburg II und Füchse Berlin II unabhängig vom Tabellenplatz in die Dritte Liga. Bleiben nur fünf, die aussortiert werden – im Süden sind es neun.
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