Dass die Spieler des SC Kapellen wie begossene Pudel vom Platz schlichen, lag nicht daran, dass sie tief enttäuscht waren. Im Gegenteil, kurz zuvor hatten sie sich noch ausgelassen über einen enorm wichtigen 2:1-Erfolg (Halbzeit 1:0) beim Tabellennachbarn Union Solingen gefreut.
Damit endete eine Negativserie von fünf Spielen ohne Sieg in der Fußball-Verbandsliga, dagegen müssen die Hausherren weiter auf den ersten „Dreier“ in dieser Saison vor eigenem Publikum warten. Vielmehr waren die Erftstädter extrem gezeichnet vom Dauerregen im Stadion am Hermann-Löns-Weg und von dem hohen Aufwand, der nötig war, um auf dem tiefen Boden zum Erfolg zu kommen.
„Wir wussten, dass die Solinger mit ihrer Vorgeschichte und den extrem ungeduldigen Fans sehr nervös sein und zu Fehlern neigen würden, wenn wir sie nur entsprechend unter Druck setzen“, erklärte SCK-Coach Sven Schuchardt nach der Partie die Marschroute seiner Mannschaft, die zumindest in der ersten Hälfte voll aufging. Denn da fanden die Gastgeber überhaupt nicht statt.
Egal, was sie auch versuchten, um sich dem Tor von Jesko Rehers zu nähern - es ging schief. Ein Freistoß von Sasa Disic (5.) und ein Fernschuss in die Wolken von Daniel Esselborn (33.) waren alles, was der Kapellener Keeper vor der Pause auf seinen Kasten bekam. Klar, dass auch die Gäste ihren Teil dazu beitrugen, dass Union nicht zur Entfaltung kam. Dabei wirkte sich vor allem die Rückkehr von Nico Rittmann und Farid Quass in die Startformation positiv aus.
Es war schon gut anzuschauen, wie diszipliniert die SCK-Spieler ihre Positionen hielten und daraus ihr Offensivspiel entwickelten. Rittmann war es auch, der schon in der achten Minute mit seiner Übersicht die Kapellener Führung einleitete. Er sah den freien Gordon Weniger auf rechts und dessen Flanke wuchtete Dogukan Bayrak per Kopf ins Tor. Eine starke Partie lieferte gestern auch Frederik Leufgen ab, der von Sven Schuchardt die durch die Verletzung von René Hebold vakante wichtige Position im defensiven Mittelfeld übertragen bekommen hatte.
Dass er dann in der Anfangsphase der zweiten 45 Minuten etwas nachließ und in der Drangphase der Hausherren gefährliche Abspielfehler produzierte, muss einem so jungen Spieler zugestanden werden. Zumal sich auch der Rest der SCK-Elf von einer wie verwandelt aus der Kabine gekommenen Solinger Mannschaft kurzzeitig aus dem Konzept bringen ließ.
Dabei erwies sich vor allem die Einwechslung von Christos Karakitsos für die Hausherren als segensreich, er machte über die linke Seite enormen Druck. Eine Ecke von ihm war es auch, die Ede Yotla per Kopf zum Ausgleich nutzte. Kurz darauf hatte Yotla nach einem Konter sogar die Führung auf dem Fuß, doch er verzog knapp.
Danach gewannen die Gäste langsam wieder die Oberhand, auch weil sich die Einwechslung von Andreas Pierlings beruhigend auswirkte. Ein Freistoß von ihm (75.) bereitete auch das 2:1 von Dalibor Cvetkovic vor. Die Führung brachten die Kapellener bei den schwierigen Platzverhältnissen mit viel Einsatz und Laufbereitschaft über die Zeit. So schlichen sie entkräftet, aber zufrieden vom Feld.
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