Dumm gelaufen: In Bestbesetzung hätte der KSK Konkordia Neuss seinen Auswärtskampf beim SV Germania Weingarten durchaus gewinnen und damit seine Ausgangsposition im Kampf um den zweiten Tabellenplatz hinter Titelverteidiger KSV Köllerbach deutlich verbessern können. Doch weil die Neusser in den leichten Kategorien diesmal aufs Gewichtmachen verzichteten und in der Klasse bis 55 Kilogramm gar keinen Kämpfer stellten, ging die Auseinandersetzung mit 15:22 verloren.
Konkordia fiel auf den fünften Tabellenplatz zurück und braucht nun am Samstag (19.30 Uhr) in heimischer Halle gegen den ASV Mainz unbedingt einen Sieg, um nicht die Teilnahme an der Play-off-Runde aufs Spiel zu setzen.
„Da haben wir uns wohl ein bisschen verspekuliert“, ärgerte sich KSK-Präsident Hermann J. Kahlenberg, zeigte aber gleichzeitig Verständnis für die Entscheidung, die das Trainergespann Ayan Aytemiz und Oleg Dubov getroffen „und zu verantworten“ hatte: „Das ständige Gewichtmachen ist schon eine Tortur für die Jungs.“ So durfte Mimoun Touba in der Klasse bis 60 Kilogramm antreten, Sergiy Skrypka musste gar nicht auf die Matte. Dumm nur: In der Klasse bis 55 Kilogramm schickten die Gastgeber in Person von Jan Baudendistel einen Jugendlichen ins Rennen, der so unverhofft vier Punkte einstreichen durfte.
Auf der Matte lief auch nicht alles nach Plan. So kassierte der Deutsche Meister Samet Dülger (66 Kilogramm Freistil) mit dem 1:3 gegen den polnischen Europameisterschafts-Achten Adrian Mazan seine erste Saisonniederlage. Die Kahlenberg aber als „durchaus konstruktiv“ ansah: „So merkt er, dass auch für ihn die Bäume nicht in den Himmel wachsen.“ Mehr erhofft hatte sich der KSK auch vom Debut des Polen Radoslaw Sankowski im Superschwergewicht, doch der zweifache Europameister Arpad Ritter erwies sich beim 3:1 letztlich als cleverer.
Neusser Niederlagen gab es auch für Mimoun Touba (60 Kilogramm), der sich beim 0:3 gegen den Deutschen Meister Marcel Ewald jedoch im Rahmen seiner Möglichkeiten verkaufte, sowie nicht unerwartet in den beiden Abschlusskämpfen in der Klasse bis 74 Kilogramm. Doch sowohl bei Israfil Duman, der im griechisch-römischen Stil mit 1:3 gegen den Ukrainer Oleg Boikov verlor, als auch bei Lucjan Gralak, der im freien Stil gegen Laszlo Szabolcz mit 0:3 den Kürzeren zog, wollte Kahlenberg „aufsteigenden Tendenz“ ausgemacht haben.
Die ist bei Mac Schwindt unbestreitbar: Den Hinkampf in der Klasse bis 84 Kilogramm griechisch-römisch hatte der früheren Junioren-Europameister noch mit 2:3 gegen Andreas Horvath abgegeben, diesmal drehte er mit dem gleichen Resultat den Spieß um. Es war der sechste Sieg in Folge für den lange verletzt gewesenen 28-Jährigen, dem sein Präsident trotz Rückstufung aus dem B-Kader immer noch eine Olympiachance zutraut.
Das gilt auch für den gleichfalls aus dem Kader genommenen Björn Holk, der in 96 Kilogramm B-Kadermitglied Rene Zimmermann sicher mit 3:0 beherrschte. Mahmut Cavusoglu, der Emil Milev (66 Kilogramm griechisch-römisch) überraschend 3:1 bezwang, und Patrick Loes (84 Kilogramm Freistil), der Dennis Blum beim 3:0 wesentlich deutlicher niederhielt als im Hinkampf, errangen die weiteren Punkte für den KSK - letztlich jedoch zu wenige, um den zweiten Tabellenplatz zu verteidigen.
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