Die Rechnung von Trainer Carsten Fischbach nach dem 9:4-Erfolg (3:2) des Hockey-Bundesligisten HTC SW Neuss am Sonntagabend über den Gladbacher HTC in der Stadionhalle war ganz einfach: „Wir haben jetzt sechs Punkte, und wenn wir am Freitag nun auch beim DSC 99 gewinnen sollten, sind es schon neun Punkte auf einen Abstiegsplatz. Dann gucken wir mal weiter - der Crefelder HTC ist auch nicht unschlagbar …“
Kein Konkurrent sollten die Gladbacher sein, dafür fehlt dem Team von Trainer Michael Hilgers einfach die Substanz. Gegen die sehr kompakt in der Defensive stehenden Gäste starteten die Neusser furios, lagen in der zehnten Minute nach Treffern von Sebastian Draguhn, der nervenstark direkt die beiden ersten Strafecken nutzte, und Lukas Blasberg bereits mit 3:0 vorne. Philipp Weide hatte sogar den vierten Treffer auf dem Schläger. Dann jedoch ließen die Gastgeber nach. „Zwischen etwa der 20. und 40. Minute haben wir uns zu wenig bewegt“, monierte Fischbach.
„Da haben wir die Geduld verloren, wollten den Gegner mit Hurra-Hockey bezwingen.“ Das wäre um ein Haar schwer in die Hose gegangen. Denn Gladbach verfügt mit Weltmeister Jan-Marco Montag, Sebastian Feller sowie den Menke-Brüdern Stefan und Christoph immer noch über ganz ausgefuchste Jungs. Die bestraften die Neusser Nachlässigkeiten und Fehler gnadenlos. Stefan Menke bediente den sträflich ungedeckten Alexander Spina mustergültig zum 1:3 (27.). Und weil Jannik Otto die Kugel in der 29. Minute nach tollen Anspiel Weides nur an die Lattenunterkante des Gladbacher Gehäuses setzte, gelang Montag mit der zweiten Strafecke des GHTC 30 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff auch noch das 2:3.
Es hätte leicht sogar noch weitaus schlimmer für die junge Mannschaft aus Neuss kommen können, hätte sie in Martin Wagner nicht einen famosen Rückhalt auf der Linie gehabt. Obwohl angeschlagen, hielt er prächtig, war sogar bei einigen „Unhaltbaren“ zu Stelle. Trotzdem glich Gladbach durch Feller, der nahezu unbehelligt über Parkett laufen durfte zum 3:3 (33.) aus. Erst jetzt fingen sich die Hausherren allmählich wieder. Dabei half natürlich auch, dass Weide nach kluger Ablage Draguhns mit der vierten Strafecke zum 4:3 (37.) erfolgreich war.
Danach lief es wie am Schnürchen für die Schwarz-Weißen. Gregor Steins legte seinem Kollegen Lukas Blasberg die Treffer zum 5:3 (41.) und 6:3 (43.) auf. Montag verkürzte zwar noch einmal auf 4:6 (45.), doch aus der Spur brachte er die nun deutlich überlegenen Gastgeber nicht mehr. Draguhn jagte den Ball nach Strafecke Nummer sechs zum 7:4 (46.) in die Maschen und zeigte sich nach einem bösen Schnitzer des jungen Markus Funken auch für das 8:4 (55.) zuständig. Für den Endstand sorgte schließlich der enorm fleißige Weide (58.).
Wie angeknockt die Gäste am Sonntag waren, zeigte die letzte Szene der Partie. Als bei bereits abgelaufener Spielzeit Montag Gladbachs dritte Strafecke in Angriff nahm, stellte sich ihm nur Wagner entgegen - und an dem scheiterte der Weltmeister.
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