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Lokalsport: Ein Pyrrhussieg?

VON DIRK SITTERLE - zuletzt aktualisiert: 25.11.2007 - 21:30

Um 21.35 Uhr am Samstagabend ging Max Schwindt, die Kapuze seiner Jacke tief ins gesenkte Gesicht gezogen, von den Zuschauern fast unbemerkt aus der Halle - und mit ihm womöglich die Hoffnung, dass sich sein KSK Konkordia Neuss noch als gesetzter Tabellenzweiter der Gruppe Mitte für die Play-offs um die Deutsche Meisterschaft qualifizieren könnte. In Runde zwei seines Kampfes gegen den Schweden Muhammad Babulfath hatte sich der Neusser das Ellenbogengelenk ausgekugelt.

Gleich fliegt er: Obwohl der Neusser Sergiy Skrypka vor dem Kampf schwer „Gewicht gemacht“ hatte, blieb ihm noch genug Kraft, sich den Mainzer Erhan Feiz Halib zu greifen, um ihn dann kurz darauf durch die Luft wirbeln zu lassen. Mattenleiter Uwe Steuler ist ein interessierter Beobachter.  Foto: NGZ
Gleich fliegt er: Obwohl der Neusser Sergiy Skrypka vor dem Kampf schwer „Gewicht gemacht“ hatte, blieb ihm noch genug Kraft, sich den Mainzer Erhan Feiz Halib zu greifen, um ihn dann kurz darauf durch die Luft wirbeln zu lassen. Mattenleiter Uwe Steuler ist ein interessierter Beobachter. Foto: NGZ

Gebrochen sei zwar nichts, erfuhr KSK-Präsident Hermann J. Kahlenberg inzwischen aus dem Krankenhaus, doch die genaue Diagnose über die Schwere der Blessur seines Vorzeigeringers, der nach langer Verletzungspause gerade erst wieder zurück zu alter Klasse gefunden hatte, gibt’s erst am Montag nach einer Kernspintomographie bei Vereinsarzt Dr. Friedbert Schneider.

Der kann sich dabei auch direkt um den zweiten 84-Kilo-Mann des KSK kümmern. Denn Patrick Loës erwischte es bei seinem 3:2-Erfolg über den Mainzer Bahmann Golmohammadi ebenfalls böse. „Er kann seinen Arm gar nicht mehr bewegen“, erklärte ein besorgter Kahlenberg. Um dessen Gemütszustand war es trotz des 25:13-Heimsieges seiner Bundesliga-Ringer über den ASV Mainz 88 und dem nun fast sicheren fünften Play-off-Platz verständlicherweise nicht allzu gut bestellt. „Ein sehr teuer erkaufter Sieg“, stöhnte er und blickte sogleich voller Skepsis auf das am kommenden Samstag in Witten anstehende Lokalduell mit dem Erzrivalen: „Ohne die beiden können wir uns einen Sieg da wohl abschminken.“

Info

KSK fährt nach Witten 

Am kommenden Samstag ist der KSK Konkordia Neuss beim punktgleichen Lokalrivalen KSV Witten zu Gast. Der brisante Kampf in der Husemannhalle beginnt um 19.30 Uhr.

Schade, denn auch im Kampf gegen Mainz hatte der KSK Konkordia wieder eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er durchaus das Zeug und die Klasse hat, Platz zwei anzugreifen. Schon zur Pause lagen die Hausherren mit 15:3 vorne, hatte die Matte lediglich Mimoun Touba als Verlierer verlassen müssen. In der Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm rang er dem wesentlich erfahreneren Vasilij Zeiher beim 1:3 aber immerhin eine Runde ab.

Sergiy Skrypka (54 kg), der dieses Mal ordentlich „Gewicht gemacht“ hatte - ein auf Dauer arg an die Substanz gehendes Prozedere - brachte in drei Runden mit seinem technisch überlegenen Punktsieg (14:2) über Erhan Feiz Halib schon zu Beginn vier Zähler aufs Konto des KSK. Schwergewichtler Dirk Winterfeldt (120 kg) beherrschte beim 3:0 seinen gut 24 Kilogramm leichteren Kontrahenten Cengiz Cakici nach Belieben.

Gleiches galt für seinen Teamkollegen Björn Holk (96 kg), dem KSK-Trainer Ayan Aytemiz am Samstag den Vorzug vor Jackson Vaillant-Cantero gegeben hatte. Er holte gegen Sven Reis wie angeordnet die vollen vier Punkte (15:1) für das Gesamtergebnis.

Einfach nur ein Erlebnis war der Auftritt von Mahmut Cavusoglu (66 kg). Nach dem überraschend glatten 3:0-Erfolg (5:3/2:0/5:0) über Wladimir Berenhardt jubilierte Kahlenberg: „Sensationell! Er ist im Moment in einer tollen Verfassung.“

Weil nach der Pause Patrick Loës die Führung auf 18:5 ausbaute, war es an Samet Dülger (66 kg), den Neusser Sieg schon im siebten Kampf gegen Sabri Selem Marem unter Dach und Fach zu bringen. Und nach einer Schrecksekunde in der mit 2:4 abgegebenen ersten Runde - da drohte dem Supertalent zwischenzeitlich sogar eine Schulterniederlage - ließ sich der 19-Jährige nicht lange bitten. Die folgenden Abschnitte dominierte der für seine höchst attraktive Gangart geschätzte Angriffsringer mit 5:2, 6:0 und 7:0 - das ergab in der Addition einen technisch überlegen Punktsieg.

Da den Gastgebern bei einem 22:6-Vorsprung der Sieg nun nicht mehr zu nehmen war, verzichtete Schwindt (84 kg) auf eine Fortführung seines Kampfes. Israfil Duman (74 kg) vermied gegen Weltmeister Jimmy Samuelsson danach immerhin eine 0:4-Schlappe. Den gelungenen Schlusspunkt setzte Lucjan Gralak (74 kg) mit seinem überzeugenden 3:0 über Steven Gottschling.

Quelle: NGZ


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