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Lokalsport: Eine ganz schwere Geburt

VON VOLKER KOCH - zuletzt aktualisiert: 26.12.2007 - 21:50

Die EM-Pause kommt für den TSV Bayer Dormagen offensichtlich zur rechten Zeit, denn auf der Zielgeraden des alten Jahres droht dem Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga-Süd die Puste auszugehen. Nur mit sehr viel Mühe und auch ein wenig Glück rettete er sich am Mittwoch Abend vor 1050 Zuschauern in der Sporthalle Hüttenberg vor dem dritten sieglosen Auswärtsspiel in Folge. 22:22 hieß es dreieinhalb Minuten vor dem Abpfiff der völlig planlos agierenden Unparteiischen Robert Schulze und Tobias Tönnis (Magdeburg/Dodendorf).

Szabolcs Laurencz trumpfte in der Anfangsphase mit drei Treffern auf. Foto: NGZ
Szabolcs Laurencz trumpfte in der Anfangsphase mit drei Treffern auf. Foto: NGZ

Dann drehten die Dormagener die Partie noch zu ihren Gunsten und wahren mit dem 25:22-Sieg (Halbzeit 11:10) ihren zwei-Punkte-Vorsprung auf die HSG Düsseldorf, die sich mit 33:27 gegen den Bergischen HC durchsetzte. Das entscheidende Tor erzielte ausgerechnet, der zuletzt heftig in der Kritik stehende Adrian Pfahl, der das Spielgerät 52 Sekunden vor dem Abpfiff millimetergenau zum 24:22 unter die Latte des Hüttenberger Gehäuses setzte. Ein langer Pass des erneut glänzend aufgelegten TSV-Torhüters Vitali Feshchanka auf Maciej Dmytruszynski bescherte dem TSV dann noch den zahlenmäßig eigentlich zu hoch ausgefallenen Sieg. „Das Spiel stand auf des Messers Schneide“, atmete Kai Wandschneider nach dem Schlusspfiff hörbar auf.

Der Dormagener Trainer hatte erneut eine starke Defensivleistung seines Teams inklusive Torhüter Feshchanka gesehen, „mit der Angriffsleistung kann ich nur bedingt zufrieden sein. Da haben wir wohl dem Kräfteverschleiß der vergangenen Wochen Tribut zollen müssen“. Deshalb wollte Wandschneider seinem TSV auch keinen Vorwurf machen: „Ich kann vor der Einstellung beider Teams nur den Hut ziehen.“

Ungünstiger als am gestrigen Nachmittag hätte der Zeitpunkt für das Dormagener Gastspiel in Hüttenberg wohl kaum ausfallen können. Denn die Hausherren, bei denen es über Weihnachten eine Aussprache zwischen Vorstand und Mannschaft gegeben hatte, präsentierte sich gegenüber der 20:21-Heimpleite von Freitag gegen den EHV Aue wie verwandelt. Selbst als der TSV vom 6:5-Zwischenstand nach 17 Minuten innerhalb von 240 Sekunden auf 10:5 davongezogen war, resignierten die Hüttenberger keineswegs.

Im Gegenteil: Jetzt waren es die Gäste, die zwölf Minuten lang ohne ein Feldtor blieben, allein Alexander Kokem, dem ansonsten fast nichts gelang am gestrigen Abend, überwand den bärenstarken Waldemar Strzelec in dieser Phase wenigsten vom Siebenmeterpunkt aus. Hüttenberg nutzte diese Wurfschwäche, um bis zur 32. Minute wieder auszugleichen (11:11) und beim 13:12 durch Christian Stelzenbach (35.) erstmals seit dem 2:1 wieder in Führung zu gehen. Dank einer überragenden Vorstellung von Vitali Feshchanka zwischen den Torpfosten und einem klug aufspielenden Florian Wisotzki blieben die Dormagener jedoch auf Augenhöhe und gingen beim 18:16 durch Adrian Pfahl (44.) erstmals wieder mit zwei Toren in Front.

Doch Hüttenberg ließ nicht locker, kam durch technische Fehler vor allem von Christoph Schindler und Nils Meyer immer wieder in Ballbesitz und glich beim 21:21 durch Andreas Lex (54.) wieder aus. Vorentscheidend dann die rote Karte für Hüttenbergs bis dahin achtmal erfolgreichen Tomasz Jezewski, der einen Gegenstoß von Tobias Plaz regelwidrig zu stoppen versuchte. Mit dem fälligen Siebenmeter scheiterte Michiel Lochtenbergh jedoch erneut an Strzelec (56.), machte seinen Fehler aber 60 Sekunden später mit dem Treffer zum 22:21 wieder wett. Allendörfers Tor zum 22:22 sollte jedoch der letzte Gleichstand der Partie bleiben.

Quelle: NGZ


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