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Lokalsport: Elephants vergeben Matchball

VON DIRK SITTERLE - zuletzt aktualisiert: 14.03.2010 - 21:30

Nach ganz schwacher Leistung unterliegt Grevenbroich vor 1000 enttäuschten Zuschauern dem TV Salzkotten mit 96:106. Soll das aus eigener Kraft mit dem Aufstieg in die Zweite-Basketball-Bundesliga noch klappen, muss am nächsten Samstag in Iserlohn nun unbedingt ein Sieg her.

Volle Hütte, aber keine Feier: Brian Graves erzielte zwar 27 Punkte für die Elephants, wirkte gegen Ole Wendt, Lars Wendt, Warrell Span und Felix Wenningkamp (v.l.) aber oft ebenso ratlos wie seine Teamkollegen.   Foto:  M. Reuter
Volle Hütte, aber keine Feier: Brian Graves erzielte zwar 27 Punkte für die Elephants, wirkte gegen Ole Wendt, Lars Wendt, Warrell Span und Felix Wenningkamp (v.l.) aber oft ebenso ratlos wie seine Teamkollegen. Foto: M. Reuter

Nur eine Woche nach dem erhebenden 80:75-Sieg im vermeintlichen Aufstiegs-Endspiel in Wulfen sind die Konstantin Elephants unsanft gelandet. Vor 1000 feierwilligen Zuschauern patzten die Regionalliga-Basketballer aus Grevenbroich gegen den TV Salzkotten mit 96:106 (54:52) und stehen damit nun am kommenden Samstag in Iserlohn wirklich vor einem Finale. Verlieren sie auch dort, ist die schon sicher geglaubte Rückkehr in die Zweite Bundesliga (Pro B) aus eigener Kraft nicht mehr zu schaffen.

Irgendwie hatte Trainer Heimo Förster schon vorher geahnt, dass die Sache gründlich danebengehen könnte. "Alle wollten was Besonderes machen – und das war der Fehler." Während in der Halle die Moderatoren Eico Pate und der vom Kooperationspartner Giants Düsseldorf ausgeliehene Ermias "Amiaz" Habtu das Publikum fast bis zur völligen Besinnungslosigkeit animierten, betätigte sich draußen der eigene Nachwuchs (U20) mit seinen Flyern "Hurra, Zweite Bundesliga – Aber nicht auf Kosten der Jugend!" als echter Stimmungskiller. "Das hat keine zwei Minuten gedauert, bis das auf die Spieler übergegriffen hat", stellte Förster fest, wollte die äußeren Umstände aber nicht als Entschuldigung für die unerklärlich maue Leistung seiner Schützlinge gelten lassen.

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Wulfen hofft wieder

Beim Verfolger BSV Wulfen, der seine Partie in Bielefeld mit 90:79 gewann, löste die Kunde von der Niederlage der Elephants natürlich Freude aus, wenngleich Trainer Philipp Kappenstein sofort auf die Euphoriebremse drückte: "Ich will davon überhaupt nichts hören. Wir konzentrieren uns mit der Mannschaft einzig und allein auf das letzte Spiel gegen Dortmund. Das wird schwer genug."

Dass die Elephants das Match aus der Hand gaben, waren sie ganz alleine schuld. Zwar war ihnen bekannt, dass die Gäste in Ermangelung großer Akteure ihr Heil fast ausschließlich aus der Distanz suchen würden, ein Mittel fanden sie dagegen aber nicht. So führte Joseph De Maestri die Offensive der Benslips Baskets mit 42 Punkten an und kam dabei von jenseits der Drei-Punkte-Linie auf eine sagenhafte Quote von 69 Prozent (11/16). "Wir haben ihn aber auch gelassen", monierte Förster, der in seinem Kader keinen geeigneten Gegenspieler für De Maestri fand und schließlich Timo Verwimp den Mangel verwalten ließ.

Der treffsichere, aber wenig athletische und in seiner Spielweise eindimensionale Scharfschütze der Gäste wäre aber nicht so effektiv gewesen, wenn die Hausherren in der Verteidigung leidenschaftlicher zu Werke gegangen wären. Vor allem gegen die blutjungen Ballträger Ole und Lars Wendt (beide erste 17 Jahre) sowie Matthias Finke (22), der alleine im dritten Viertel zehn seiner 18 Punkte markierte, wirkte vor allem Brian Graves sichtlich irritiert. Dass die auch in der Offensive planlos wirkenden Elephants trotzdem noch in der 33. Minute mit 81:79 vorne lagen, zeigte, wie verwundbar Salzkotten in der Defensive eigentlich war. Eine 15:2-Serie mit weiteren Dreiern von De Maestri (2), Warrell Span (29 Punkte) und Felix Wenningkamp (als Team kam Salzkotten aus der Ferne auf eine Quote von schier unglaublichen 59 Prozent - 16/27) zur 94:83-Führung (37.) des TVS entschied das Duell schließlich. Förster: "Das ist halt Sport und nicht Hollywood, wo du ein Drehbuch schreiben kannst."

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Fassungslos: Heimo Förster, Trainer der Elephants-Basketballer. Foto: M. Reuter
Quelle: NGZ


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