Von Dirk Sitterle
Krefeld Panthers gegen Elephants Grevenbroich, Tabellenzweiter gegen Spitzenreiter, beste Offensive gegen beste Defensive - Samstag Abend in der Glockenspitzhalle kommt es in der Basketball-Regionalliga zum Duell der Giganten (20 Uhr). "Wenn wir dieses Spiel gewinnen, ist es eigentlich unmöglich, dass wir nicht Meister werden", meint sogar der stets vorsichtige Elephants-Coach Raphael Wilder. Her mit der Pille! Im Spitzenspiel zwischen den Krefeld Panthers und Tabellenführer Elephants Grevenbroich dürften sich nicht nur Duez Henderson, Haldun Özaslan, Henk Pieterse und Whitney Harris knallharte Duelle liefern (v.l.). NGZ-Foto: Reuter
Im Klartext: "Ein Sieg in Krefeld wäre die Vorentscheidung." Ungewohnt Töne aus dem Munde Wilders vor einer freilich auch ganz und gar nicht alltäglichen Partie. Am Glockenspitz 352 in Krefeld wartet am Samstag ein echter Leckerbissen auf alle Basketball-Freunde. John Bynum gegen Zuri Williams, Martin Trefzger gegen Steve Moyer, Whitney Harris gegen Henk Pieterse - nicht nur auf die Ele(f)ans, die sich mit zwei Bussen in die Seidenstadt aufmachen werden, warten rassige Zweikämpfe en masse.
Und zum ersten Mal in dieser Saison gehen die Schloss-Städter nicht als Favoriten ins Spiel. Im Hinspiel zeigten die Schützlinge von Trainer Chris Cummings Grevenbroich die Grenzen auf, fügten dem Primus die bislang einzige Saisonniederlage zu (88:107). Letzte Zweifel an der Klasse der Panthers beseitigte die Videoaufzeichnung vom 102:69-Erfolg am vergangenen Samstag in Leverkusen. Wilder: "Die spielen einen hervorragenden Basketball, sind nicht selbstsüchtig. Sie wollen zeigen, dass sie kein zusammengewürfelter Haufen sind."
Sätze, die Panthers-Chef Hartmut Oehmen gerne hört. Sein Credo lautet: "Der Basketballsport braucht Klubs wie Grevenbroich, Herten oder Leverkusen - homogene Mannschaften mit deutschen Spielern, mit denen sich die Zuschauer identifizieren können. Aber er lebt auch von Paradiesvögeln wie uns, die besonders den neutralen Besuchern ein echtes Spektakel und einen Hauch von NBA bieten." Dumm nur, dass sich das in Krefeld offensichtlich noch nicht herumgesprochen hat, die Ränge in der riesigen Glockenspitzhalle bleiben jedenfalls zumeist ziemlich leer.
Spektakulär sind die Darbietungen der Krefelder US-Auswahl allerdings wirklich: Steve Moyer ist für Wilder schlichtweg "der beste Schütze der Liga", Zuri Williams (kam vor einigen Wochen aus Dortmund) "nach John Bynum der zweitbeste Aufbauspieler". Ali Thomas ist der dritte "Superstar" im Bund der Knirpse (keiner dieser Drei ist größer als 1,90 Meter), "ein sehr guter Dreier-Schütze und stark im Spiel 1 gegen 1", weiß Wilder.
Kräftig zu punkten versteht auch Flügel/Center Duez Henderson, ein sprunggewaltiger Rebounder, ausgestattet mit einem guten Wurf von außen. Kein Amerikaner, dafür aber ein wahrer Gigant ist der fünfte Starter Henk Pieterse, dessen "Blocks und Rebounds jedem Gegner weh tun", sagt Wilder über den erfahrenen Niederländer. Dieses Quintett spielt Woche für Woche fast 40 Minuten durch, zeigt dabei jedoch selten Anzeichen von Schwäche.
Die Elephants müssen wahrscheinlich auf Sven Klesper (Magen-Darm-Grippe) verzichten, bauen aber wieder auf Center Haldun Özaslan. Wilder weiß: "Der Druck liegt auf den Panthers, sie müssen uns schlagen, um Zweiter zu werden. Auch wenn wir Revanche für das Hinspiel nehmen wollen, wir können locker aufspielen. Sie mögen uns vielleicht zwei Mal geschlagen haben, aber Meister werden wir."
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