Das vom gebürtigen Neusser Torsten Mundry trainierte Pferd Enora gewann in Düsseldorf das 152. Deutsche Stuten-Derby. Das bescherte dem Gestüt Röttgen einen äußerst willkommenen Geldsegen.
Der in Neuss geborene Galoppertrainer Torsten Mundry mit Arbeitsplatz in Warendorf hat seine drei Starter im 152. Henkel-Preis der Diana um das Deutsche Stuten-Derby am Sonntag vor 21 000 Besuchern auf der Düsseldorfer Galopprennbahn persönlich zur Startmaschine begleitet: "Ich wollte nah dabei sein, wenn es Probleme geben sollte", begründete der Neusser die Vorsichtsmaßnahme. Auf der Neusser Rennbahn hat er einst seine Jockey-Ausbildung bei Trainer Hans-Albert Blume gewonnen und das Elternhaus wird regelmäßig besucht. Größter Fan ist Mutter Annemarie.
Weil er in der Kürze der Zeit den Weg zur Tribüne nicht mehr schaffte, hat er das Ergebnis des Rennens zunächst nur oberflächlich mitbekommen: "Ich war 150 Meter vor dem Ziel und sah, dass meine Stute Enora ganz außen angeflogen kam. Dann hat Jockey Hellier im Ziel die Faust geballt und ich dachte: Prima, wir sind Zweiter." Mundry eilte in das in Zielhöhe postierte VIP-Zelt, doch niemand konnte ihm dort Genaues sagen. Erst durch Rennkommentator Manfred Chapman erfuhr er, dass Enora nach einem tollen Ritt von Hellier aus schier aussichtsloser Lage tatsächlich noch mit einer halben Länge Vorsprung vor Elle Shadow mit Andrasch Starke gewann und dem Gestüt Röttgen als Züchter und Besitzer damit einen Renngewinn von 371 450 Euro bescherte.
Preis der Diana
Der Preis der Diana ist ein seit 1857 ausgetragenes, traditionelles Galopprennen, zu dem ausschließlich dreijährige Stuten der Rasse Englisches Vollblut zugelassen sind. 1947 wurde das Rennen zum ersten Mal in Düsseldorf ausgetragen. Von 1948 bis 2004 fand des in Mülheim an der Ruhr statt, dann zwei Jahre in Hamburg. 2006 kehrte es nach Düsseldorf zurück.
Mundry hat als Jockey zwar 1996 mit Lavirco aus dem Gestüt Fährhof das Deutsche Derby in Hamburg und viele andere bedeutenden Rennen gewonnen, doch das Stuten-Derby niemals. Nun gelang ihm das bereits in seinem zweiten Trainerjahr, er hat den Stall des ihm weiter beratend zur Seite stehenden Peter Rau übernommen. Es war auch ein Sieg in einer schwierigen Lage für das traditionsreiche Gestüt Röttgen der Mehl-Mülhens-Stiftung in Köln-Rath. Günter Paul bekam in seiner Funktion als Stiftungspräsident noch auf dem Geläuf die Summe gezeigt, die in Kürze auf dem Konto landet. Die Stiftung fördert seit Jahren viele Maßnahmen des Rennsports, besonders die Veranstaltungen im Osten. Intensiv sang der Jurist aus Frankfurt die Nationalhymne mit und plauderte bestens gelaunt mit Henkel-Aufsichtsratschefin Simone Bagel-Trah und dem in Meerbusch lebenden Vorstandschef Kasper Rorsted. Günter Paul zu dem Sieg: "Dieser Erfolg kam für uns wahrlich zum rechten Zeitpunkt."
Wenig erfreulich verlief dagegen der Auftritt der für 40 000 Euro nachgenannten Stute Hibaayeb mit Weltklassejockey Frankie Dettori. Sie landete als 25:10-Favoritin nur auf Rang sieben mit der Begründung, sie sei plötzlich rossig geworden. Trotzdem führt Scheich Mohammed al Maktoum aus Dubai weiter die deutsche Besitzer-Gewinnliste mit 508 000 Euro an und wird am Jahresende auch das Championat gewinnen. Siegerin Enora aus dem Gestüt Röttgen soll sich demnächst international im Prix Vermeille in Paris beweisen.
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