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Hockey-Bundesliga: Erzrivalen im Abstiegs-Krimi

VON DIRK SITTERLE - zuletzt aktualisiert: 16.12.2009 - 21:00

Ausgerechnet das direkte Duell zwischen dem HTC SW Neuss und dem Düsseldorfer HC könnte am Freitagabend (20 Uhr) darüber entscheiden, wer die  Hockey-Bundesliga verlassen muss. Vielleicht kommt es aber auch ganz anders …

Duell Stürmer gegen Abwehrmann: Lukas Blasberg (l.) hat in dieser Saison für Neuss bislang fünf Mal getroffen, Verteidiger Jan Simon für den Düsseldorfer HC sogar schon elf Mal – acht Mal per Strafecke.   Foto:  A. Woitschützke
Duell Stürmer gegen Abwehrmann: Lukas Blasberg (l.) hat in dieser Saison für Neuss bislang fünf Mal getroffen, Verteidiger Jan Simon für den Düsseldorfer HC sogar schon elf Mal – acht Mal per Strafecke. Foto: A. Woitschützke

Eigentlich hätte das am Freitagabend (20 Uhr) in der Stadionhalle ein ganz lockeres Spielchen geben sollen zwischen dem HTC SW Neuss und dem Düsseldorfer HC. Doch der wie Phoenix der Asche entstiegene Rheydter SV hat den beiden Rivalen einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht: Anstatt sich nach den Hinrunden-Niederlagen gegen Neuss (6:11) und Düsseldorf (7:9) mit dem Abstieg aus der Hallenhockey-Bundesliga West anzufreunden, hat der Neuling den Turbo eingeschaltet – und ist nach Siegen über Neuss (7:4) und Düsseldorf (7:5) in der Rückrunde plötzlich wieder dick im Geschäft. Alle drei Konkurrenten haben vor dem Doppelspieltag am Wochenende sechs Punkte auf ihrem Konto.

Info

Die Torjäger im Westen

1. Christopher Zeller (RW Köln) 27 Treffer/14 Ecken; 2. Matthias Gräber (Rheydter SV) 26/5, Johannes Schmitz (Uhlenhorst Mülheim) 26/12; 4. Sebastian Draguhn (HTC SW Neuss) 25/5; 5. Alan Butt (Crefelder HTC) 23/3, Alexander Otte (Düsseldorfer HC) 23/4; 7. Felix Klein (Crefelder HTC) 20/0; 8. Patrick Schmidt (Crefelder HTC) 13/2, Benedikt Fürk (Uhlenhorst Mülheim) 13/0; 10. Thilo Stralkowski (Uhlenhorst Mülheim) 12/2

Und somit wird das Treffen an der Jahnstraße vielleicht zum Endspiel um den Klassenerhalt. Im Torverhältnis ist Neuss (-14) klar besser als der DHC (-25) und Rheydt (-31), wäre also bei einem Erfolg am Freitag wohl durch. Das denkt auch Trainer Andreas Bauch: "Ein Sieg gegen Düsseldorf sollte reichen." Unter Umständen könnte sich Schwarz-Weiß sogar Niederlagen gegen Düsseldorf und am Sonntag in Krefeld (12 Uhr) leisten, wenn Rheydt gleichzeitig gegen die um den Einzug ins DM-Viertelfinale kämpfenden Spitzenklubs RW Köln und Mülheim verliert.

Auf derlei heikle Spielchen will sich Bauch indes gar nicht erst einlassen. "Wir haben es selber in der Hand und sollten uns nicht auf andere verlassen." Zudem sind einige Varianten möglich: So hält der Neusser Trainer die immer stärker werdenden Rheydter für stark genug, in Köln einen Überraschungscoup zu landen. Sollte parallel dazu Mülheim den Tabellenführer Crefelder HTC schlagen, wären die Kölner als Deutscher Meister bereits vor dem letzten Spiel am Sonntag in Düsseldorf so gut wie draußen. Mülheim würde dann schon ein Unentschieden im abschließenden Match in Rheydt genügen, um Platz zwei abzusichern. Schlecht für Neuss!

Eine weitere Variante: Unterliegen die Mülheimer am Freitag dem Crefelder HTC und bezwingt Köln wie vorgesehen die Rheydter, stünden sie vor dem Aus, weil sie dann nicht nur drei Punkte weniger als Köln hätten, sondern auch im Torverhältnis deutlich hinten lägen. Mit welcher Motivation Mülheim am Sonntag nach Rheydt fahren würde, ist leicht auszumalen. Andererseits wäre Krefeld mit drei Punkten in Mülheim Rang eins nicht mehr zu nehmen und könnte die Sache im Heimspiel gegen Neuss ganz entspannt angehen.

Damit rechnet Thomas Draguhn, 32 Jahre alter Routinier in Diensten des HTC Schwarz-Weiß, freilich nicht: "Da wird keinem was geschenkt, das habe ich in dieser Liga noch nicht erlebt."

Die volle Konzentration der Neusser liegt darum auf der Partie gegen Düsseldorf. "Ein Spiel, das im Kopf entschieden wird", ist Bauch überzeugt. In Düsseldorf behielt der HTC, bei dem der Einsatz von Patric Lunau-Mierke noch ungewiss ist, mit 10:5 die Oberhand. Trotzdem steht für den Neusser Coach, dessen Mannen in dieser Saison bislang alle Heimspiele verloren haben, fest: "Er erwarte ein taktisches Spiel, in dem es auf Kleinigkeiten ankommen wird." Mit anderen Worten: ein Nervenspiel.

Quelle: RP

 
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