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Lokalsport: Euphorie in Blau und Weiß

VON VOLKER KOCH - zuletzt aktualisiert: 27.12.2007 - 21:30

Mit bayerischen Klubs hat der KSK Konkordia Neuss bereits Erfahrung in der Play-off-Runde. Wie vor zwei Jahren Siegfried Hallbergmoos reist am Samstag auch der SV Wacker Burghausen als Favorit in die Stadionhalle.

Auf solch spektakuläre Aktionen wie die von Samet Dülger dürfen die Neusser 
Ringerfans am Samstag ab 19.20 Uhr in der Stadionhalle hoffen.  Foto: woi
Auf solch spektakuläre Aktionen wie die von Samet Dülger dürfen die Neusser Ringerfans am Samstag ab 19.20 Uhr in der Stadionhalle hoffen. Foto: woi

Den härtesten Teil des Tages haben die Ringer des SV Wacker Burghausen schon hinter sich, wenn sie am Samstag um 19.20 Uhr in der Stadionhalle an der Jahnstraße auflaufen. Denn 13 Stunden vorher klettern sie in ihrer bayerischen Heimat in den Bus, der sie zum ersten Kampf der Play-off-Runde beim KSK Konkordia Neuss bringt.

Bleibt zu hoffen, dass ihr Busfahrer nach der für 7.30 Uhr festgesetzten Abfahrt auch sein Navigationsgerät einschaltet, sonst sucht er den Gegner vielleicht vergeblich. Schließlich heißt es auf der Homepage des 6 000 Mitglieder starken Klubs aus der „Chemiestadt“ auf halber Strecke zwischen München und Passau: „Gegner ist dann die über 700 Kilometer weit entfernte Ruhrgebietsstaffel KSK Konkordia Neuss.“

Info

In der NGZ vom Samstag erscheint zu diesem Artikel eine Kampfübersicht.

Sei’s drum: Wie vor zwei Jahren der SV Siegfried Hallbergmoos gelten die Burghausener als Favorit. Schließlich mussten sie in den 14 Meisterschaftskämpfen der Bundesliga Süd nur vier Niederlagen hinnehmen. Doch wie vor zwei Jahren rechnen sich die Neusser eine Außenseiterchance aus.

Damals war die Konstellation eine andere: Konkordia reiste zunächst nach Bayern und kehrte mit einer überraschend knappen 15:18-Niederlage zurück. Den Rückkampf gewann der KSK dann zwar auch, aber weil beim 19:17-Erfolg in der Endabrechnung zwei Mannschaftszähler fehlten, zog Hallbergmoos erst ins Halb- und dann sogar ins Finale ein.

Diesmal sind die Vorzeichen anders, wollen sich die Neusser am Samstag ein gutes Polster für den Rückkampf in einer Woche verschaffen. Ob’s gelingt, hängt für Präsident Hermann J. Kahlenberg von zwei Faktoren ab. Erstens der Stimmung auf den Rängen.

„Eine vollbesetzte Tribüne mit guter Stimmung ist immer für ein paar Zähler gut“, appelliert er an das nicht gerade wegen seiner Temperamentsausbrüche berühmte Neusser Publikum. Er hofft aufgrund des „Alleinstellungsmerkmals“ am samstägigen Abend - Lokalrivale Witten muss zur gleichen Zeit beim KFC Leipzig antreten - auch auf viel Zuspruch aus der Region.

Und zweitens der Formation auf der Matte. Ob der KSK außer dem am Kreuzbandriss operierten Sergyi Skrypka seine Sorgenkinder Max Schwindt, Björn Holk und Mahmut Cavusoglu einsetzen kann, entschied sich (wenn überhaupt) beim donnerstägigen ersten Training nach Weihnachten - mehr dazu in der samstägigen Ausgabe.

So oder so richtet sich Kahlenberg auf eine spannende Auseinandersetzung ein. Das gilt vor allem für den Kampf in der Klasse bis 66 Kilogramm (Freistil), in dem es der Deutsche Meister Samet Dülger mit Nicolay Kurtev zu tun bekommt.

Der 22 Jahre alte Bulgare war vor zwei Jahren jeweils Fünfter bei den Welt- und Europameisterschaften der Junioren, blieb in seinen Bundesliga-Einsätzen ungeschlagen. Für den KSK-Chef „der stärkste Gegner, mit dem es Dülger bisher zu tun bekommen hat.“

Ähnlich prickelnd verspricht die Auseinandersetzung in der Klasse bis 84 Kilogramm im griechisch-römischen Stil zu werden: Wacker schickt hier den amtierenden Deutschen Vizemeister Eugen Ponomartschuk auf die Matte.

Mit wem er es zu tun bekommt, ob Schwindt, Holk oder Ersatzmann Sergej Lupin - siehe oben. Eine harte Aufgabe wartet auch auf den Deutschen Juniorenmeister Patrick Loes im freien Stil der gleichen Kategorie, schicken die Burghausener doch in Person von Miroslav Geschev ihren zweiten bulgarischen Klasseringer - im vergangenen Jahr Meister seines Landes in dieser Klasse - auf die Matte.

Überhaupt scheint die Bulgaren-Connection der Burghausener gut zu funktionieren, schließlich waren sie es, die vor Jahresfrist Mihail Petrov Ganev aus Neuss weglockten - er ist inzwischen beim Deutschen Meister Köllerbach gelandet.

Von dort wechselte in Person von Ivan Deliverski ein weiterer international erfahrener Mann an die Salzach, der in 74 Kilogramm Freistil auf den Polen Lucjan Gralak trifft. „Burghausen und Neuss stehen sich auf der Ringermatte zum allerersten Mal gegenüber, was angesichts der Euphorie in beiden Lagern eine besonders reizvolle Geschichte werden dürfte“, heißt es auf der Wacker-Homepage.

Quelle: NGZ


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