Manchmal kann alles so schnell gehen. Da standen sich am Sonntagnachmittag bei traumhaftem Wetter 22 Fußballer auf der Sportanlage des Landesligisten 1. FC Grevenbroich-Süd gegenüber - elf auf Seiten der Gastgeber, elf auf Seiten von Vatangücü Düsseldorf.
Und so schiedlich-friedlich die Anzahl der Spieler aufgeteilt war, so verliefen auch die ersten 45 Minuten: Eine echte Chance auf jeder Seite, keine Treffer und kein Team, das auch nur einen Hauch besser war, als das andere.
Doch nur zehn Minuten und zwei Grevenbroicher Treffer später war aus einem völlig offenen Spiel ein einseitiges geworden. Am Ende stand es 3:0 für die Gastgeber, die damit einen weiteren wichtigen Sieg in Sachen Klassenerhalt einfuhren.
Denn auch wenn sich die „Südler“ mittlerweile sogar auf Rang sechs befinden und damit nur einen Platz hinter dem Lokalrivalen und ehemaligen Aufstiegskandidaten TuS Grevenbroich rangieren, trennen sie eben auch nur sechs Punkte von Mönchengladbacher Fortunen, die momentan auf dem dritten Abstiegsplatz stehen.
Wer sich aber die zweite Hälfte der gestrigen Partie gegen aufopferungsvoll kämpfende Gäste aus der Landeshauptstadt ansah, der wird kaum glauben, dass die Jungs um Trainer Thomas Bahr wirklich noch Gefahr laufen, nächste Saison in der Bezirksliga spielen zu müssen.
Zu zielstrebig, zu stark, zu sicher hinten und zu souverän spulte der FC Süd sein Programm nach dem Wechsel ab, dass man wirklich noch über den Tabellenkeller nachdenken müsste.
Das sah in Hälfte eins noch anders aus. Zwar spielten die Schloss-Städter auch hier ansehnlichen Fußball, doch viel mehr als (Halb-)Chancen nach Standardsituationen ließen die Düsseldorfer einfach nicht zu.
Da aber auch ihnen neben ihrem Topstürmer Emin Yesilöz weitere Spieler der gehobenen Qualität fehlen, war es auch nur ein Freistoß von Mert Tüfekci, der wirklich für ernsthafte Gefahr sorgte.
Das änderte sich nach der Pause rapide. Bereits die ersten Minuten ließen erkennen, dass die Schwarz-Weißen die Halbzeitansprache von Thomas Bahr wirklich verinnerlicht hatten.
Trotzdem musste zum 1:0 von Save Spasovski eine perfekte Ecke von Robert Niestroj herhalten. Nun ging alles ganz schnell.
Binnen Minuten hatten sich drei Vatangücü-Akteure Gelbe Karten wegen überhartem Einsteigen oder Meckerns abgeholt, war Zafer Demirtas verletzt vom Platz gegangen, hatte der Linienrichter einen Gäste-Betreuer hinter die Absperrung geschickt und Ömür Sahan das 2:0 für die Gastgeber besorgt.
Fünf Minuten, in denen sich die Gäste um alles brachten. So dauerte es fast eine Viertelstunde, bis wieder etwas Ruhe auf dem Platz herrschte und die Düsseldorfer mit der Aufholjagd beginnen konnten.
„Fast wäre es nochmal eng geworden“, wusste Bahr, doch Alexander Lüpges im Süd-Tor konnte neben weiteren kleinen Chancen einen Elfmeter von Yesilöz abwehren (70.). Am Ende war es Marius Schoenen, der einen Sololauf vollendete und Bahr „zufrieden“ in den Nachmittag entließ.
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