Hockey-Bundesliga Nach zwei Blackouts unterliegt der HTC SW Neuss dem Crefelder HTC mit 7:9
Eine 7:9-Niederlage (Halbzeit 2:6) gegen den als ungeschlagener Tabellenführer angereisten Crefelder HTC – das hört sich so schlecht gar nicht an, doch nach dem Schlusspfiff des sehr fair geführten Lokalduells schob der für den HTC SW Neuss verantwortliche Trainer Andreas Bauch einen dicken Hals. Zum einen auf die Schiedsrichter Michael Albrecht (Wiesbaden) und Moritz Meißner (Köln), denen er vor allem zur Last legte, "dass sie uns die kurzen Ecken erst zugesprochen haben, als wir deutlich zurücklagen". Mehr noch ärgerte ihn jedoch der Vortrag seiner Jungs, die wie schon beim 9:11 vor Wochenfrist gegen Uhlenhorst Mülheim "viel zu viele leichte Fehler" gemacht hätten.
Für die Auftaktphase fand Bauch völlig zu Recht nur ein Wort: "finster." Beim 0:1 in der vierten Minute fand ein Pass übers ganze Feld von Phillip Fröschle den völlig unbehelligt direkt vor dem Neusser Tor lauernden Alan Butt. Bauch sauer: "Genau so eine Szene hatte ich der Mannschaft vorher auf Video gezeigt." Vor dem 0:2 von Felix Klein nur kurz darauf ließ sich der von seinen Mitspielern allein gelassene Patrick Joseph die Kugel von Oskar Deecke abjagen. Der von Till Kriwet locker vorbereitete Treffer von Patrick Schmidt zum 0:3 (9.) erinnerte fast schon an eine Aktion aus dem Trainingsbetrieb.
In einer Auszeit gelang es Bauch immerhin, seine Mannen neu zu organisieren. Nun waren die Neusser, für die zuvor Philipp Weide nur den Pfosten getroffen hatte (8.), am Drücker: Lukas Blasberg verkürzte mit der zweiten Strafecke auf 1:3 (16.) und als Gregor Steins Torjäger Sebastian Draguhn den Ball zum 2:3 (19.) auf die Kelle legte, waren die Schwarz-Weißen plötzlich wieder im Spiel. Zumal in dieser Phase der Spitzenreiter mit Ausnahme seines wirklich vorzüglichen Torhüters Niklas Sakowsky ziemlich irritiert wirkte. Doch mit dem ersten von zwei Blackouts, den Alan Butt (28.), Linus Butt (29.) und Deecke (30.) binnen 120 Sekunden eiskalt zu drei Treffern nutzten, gaben die Gastgeber die Partie leichtfertig wieder aus der Hand.
Nach deutlichen Worten in der Kabine kehrten die Neusser gefestigt zur zweiten Hälfte zurück, fanden aber immer wieder in Sakowsky ihren Meister. "Wir haben Krefeld doch an die Wand gespielt", fand Bauch sogar. Nun war es an den Gästen, sich in einer Auszeit zu sammeln. Das gelang in beeindruckender Manier: Kaum zurück auf dem Feld bestrafte Deecke per Alleingang den indisponierten Lokalrivalen mit dem 2:7 (48.), noch in der gleichen Minute machte erneut Alan Butt den zweiten Blackout der Hausherren mit dem 2:8 perfekt.
Weide verkürzte umgehend auf 3:8 (49.), doch Deecke stellte den alten Sechs-Tore-Abstand nur wenig später wieder her (51.). Dass Lukas Blasberg per Siebenmeter (4:9/56.) und kurzer Ecke (5:9/57.) sowie Sebastian Draguhn im Doppelpack (6:9/KE/58., 7:9/60.) die Gastgeber in der Schlussphase noch mal auf zwei Tore heranbrachten, rettete ihnen wenigstens das Torverhältnis.
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