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Lokalsport: Funkel hoffte vergebens

VON DIRK SITTERLE - zuletzt aktualisiert: 10.02.2010 - 21:30

Viele Experten hatten damit gerechnet, dass Wolfgang Funkel gestern als Co-Trainer des von Kickers Offenbach am Dienstag verpflichteten Wolfgang Wolf auf dem Fußballplatz stehen würde. Doch daraus wurde nichts.

Info

Wolfgang Funkel

Geboren: 10. August 1958 (Neuss) Wohnort: Glehn Familienstand: Verheiratet, zwei Kinder Bundesliga: 305 Spiele/41 Tore für KFC Uerdingen (210/31) und 1. FC Kaiserslautern (95/10) Länderspiele: 2 Stationen als Co-Trainer: Hansa Rostock, 1. FC Kaiserslautern Erfolge: DFB-Pokalsieger 1985, Olympia-Bronze 1988 in Seoul

Am Mittwoch leitete Wolfgang Wolf beim Fußball-Drittligisten Kickers Offenbach das erste Training. Der Traditionsverein, zwischen 1968 und 1984 in insgesamt sieben Spielzeiten Mitglied der Ersten Bundesliga, hatte sich am Montag nach sieben sieglosen Partien in Folge von Steffen Menze getrennt. Experten waren davon ausgegangen, dass Wolf seinen alten Spezi Wolfgang Funkel als Co-Trainer mit ins Boot holen würde, doch der 52-Jährige entschied sich bis zum Saisonende für den bislang weitestgehend unbekannten Tobias Dudeck (29).

Selbst Funkel zeigte sich von der Wahl seines ehemaligen Chefs, mit dem er 1997 in Köln die Trainerlizenz erworben hatte, überrascht. "Ich habe schon damit gerechnet, dass er mich mit nach Offenbach nimmt", gesteht er. Der Neusser war vom 23. November 2005 bis zum 11. April 2007 Wolfs Assistent beim 1. FC Kaiserslautern gewesen und hatte die Roten Teufel nach der Entlassung des ehemaligen Bundesliga-Profis übergangsweise sogar als Cheftrainer angeführt. Über den Grund für seine Nichtberücksichtigung vermag er bislang nur zu spekulieren: "Irgendwie ging es jetzt wohl nicht, wahrscheinlich auch aus finanziellen Gründen." Kontakt hätten die beiden bislang nur per SMS gehabt, verrät Funkel, "aber er will mich nächste Woche noch mal anrufen".

Am Telefon hatte der 51-Jährige am Dienstag aber seinen beim Bundesliga-Schlusslicht Hertha BSC Berlin beschäftigten Bruder Friedhelm. "Er hat mich gefragt, ob ich schon auf dem Weg nach Offenbach sei." Doch das Warten auf ein Engagement im Profifußball geht für den Neusser erstmal weiter. Im Sommer 2008 war sein Vertrag in Kaiserslautern ausgelaufen, seither beobachtet er den Markt. Bei den Trainerwechseln in Koblenz und Fürth – Zweitligisten, die durchaus interessant für Wolfgang Wolf gewesen wären – habe es schon gezuckt, räumt er ein. Doch auch für Wolf ist die Luft mittlerweile dünn geworden. Seit seiner Entlassung vor drei Jahren in Kaiserslautern hängt der ehemalige Coach des VfL Wolfsburg (März 1998 bis März 2003) und des 1. FC Nürnberg (April 2003 bis Oktober 2005) selber in der Warteschleife. Ein Engagement beim griechischen Erstligisten Skoda Xanthi endete im Juli 2009 nach nur drei Spielen. "Es wird immer schwerer, irgendwo reinzukommen", weiß Funkel, "selbst für jemanden wie Wolfgang Wolf, der einen guten Namen hat. Jüngere und billigere Trainer drängen in den Markt. Es geht eigentlich nur noch über Kontakte".

Funkel könnte sich zwar mittlerweile sogar vorstellen, ein paar Klassen tiefer als Trainer einzusteigen, hat die Bundesliga aber längst noch nicht abgeschrieben: "Offenbach kann ja immer noch in die 2. Liga aufsteigen. Und nur weil es jetzt nicht geklappt hat, muss das nicht heißen, dass man nie mehr zusammenkommt …"

Quelle: NGZ


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